MOVING-Fakten zu freie Mitarbeit und Kooperation

Das aktuelle Stimmungsbild, das die MOVING Road Safety Association International e. V. zeichnet, hat sich in diesem Monat auf die Einstellung der Fahrschulen zu freier Mitarbeit und Kooperationsmöglichkeiten fokussiert. Jörg-Michael Satz kommentiert: „Etwa 26 % der befragten Fahrschulen interessieren sich für die neu geschaffenen Kooperationsmöglichkeiten und 40 % stehen der Möglichkeit selbstständige Fahrlehrer als freie Mitarbeiter zu beschäftigen positiv gegenüber. Bevor man jedoch die eine oder die andere Möglichkeit umsetzt, sollten eventuelle Fallstricke ausgeräumt und geprüft sein.“

 

Wir brauchen jede gute Fahrschule in Deutschland

In unserer Branche ist die Stimmung und auch die Lage mehr als gut. Das war bekanntlich nicht immer so. Erst mit dem Blick zurück in die Vergangenheit wird uns bewusst, wie gut es uns geht und dass die Herausforderungen der Fahrschulbetriebe und ihrer Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer, heute und vor allem in der Zukunft ganz andere sind bzw. sein werden.
An dieser Stelle möchte ich nur auf den Punkt der Ausbildungskapazitäten eingehen. In einer aktuellen und repräsentativen Umfrage der Moving Road Saftey Association gaben bereits rund 30 Prozent der Fahrschulen an, dass sie auf Grund des Personalmangels Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Ein noch wesentlich höherer Prozentsatz sieht im Fahrlehrermangel die derzeit größte Herausforderung unserer Branche.
Sehr viele Fahrschulen und somit nicht nur die großen Betriebe fahren im wahrsten Sinne des Wortes an der Grenze ihrer Ausbildungskapazität. Wir brauchen deshalb alle guten Fahrschulen um die Erwartungen unserer Kunden, den Fahrschülern, zu erfüllen.
Natürlich wird sich unsere Branchenstruktur nachhaltig verändern. Warum auch nicht, denn in Kooperationen und Gemeinschaften liegen vor allem für kleinere Fahrschulbetriebe klare Zukunftschancen. Diese gilt es zu nutzen. Voraussetzung dafür ist, dass sich gegenseitiges Vertrauen entwickelt. Kollegialität muss wieder in den Mittelpunkt rücken, denn wir brauchen jede gute Fahrschule in Deutschland.

Ergebnisse der Expertenbefragung 2018: Mehr Zuversicht denn je.

Seit nunmehr einem Jahrzehnt erkundigt sich die DATAPART Factoring GmbH bei Fahrschulunternehmen in Deutschland nach den Aussichten für die Branche im Allgemeinen und der eigenen Fahrschule im Besonderen. Ein Trend hat sich dabei als erstaunlich stabil erwiesen: Die Aussichten werden zunehmend optimistischer beurteilt. Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage bestätigen dies.

DIE WETTBEWERBSSITUATION

DATAPART // Factoring // Expertenbefragung // Wettbewerbssituation

Die Einschätzung der Wettbewerbssituation ist seit einem Jahrzehnt fester Bestandteil des Fragebogens. Die jährliche DATAPART Expertenbefragung ist die einzige Branchenumfrage über einen so langen Zeitraum. Die Zuversicht steht im Vordergrund, denn im Jahr 2010 blickten sage und schreibe 81,27% der Fahrschulunternehmer mit Sorge auf die Wettbewerbssituation. Seither hat sich die Zahl der Skeptiker halbiert.

DIE ZUKUNFT DER EIGENEN FAHRSCHULE

Sehr vielversprechend oder gut werden die Aussichten für die eigene Fahrschule einschätzt. Vergleicht man die Antworten mit den Ergebnissen des Vorjahrs zeigen sich nur unbedeutende Veränderungen. Auch in diesem Punkt ist der Langzeitvergleich mit dem Jahr 2010 überaus aufschlussreich. Damals beurteilten nur 37,58 % die Zukunft ihrer Fahrschule als sehr vielversprechend oder gut. Heute sind es schon deutlich mehr als die Hälfte, exakt 57,94 %.

DIE OFFENEN STELLEN

DATAPART // Factoring // Expertenbefragung // Fahrlehrermangel / Nachwuchs / Fachkräfte

Laut Erhebungen der MOVING International Road Safety Association e.V. ist der Fahrlehrermangel das größte Problem der Branche. Auch die DATAPART Expertenbefragung bestätigt diesen Befund. Aktuell suchen 61,21 % aller Fahrschulen gute Fahrlehrer. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen erneuten Zuwachs von runden sechs Prozentpunkten. Der Wettbewerb um gute Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer wird sich dementsprechend weiter verschärfen! Weiterlesen

FahrlG / Reform /

Neues FahrlG (Folge 2): Fahrlehrer-Pflichten

Die Reform steckt im Detail. Die gute Nachricht zuerst: Die Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten für Fahrschulen wurden ein wenig gelockert. Doch bei genauer Betrachtung entpuppt sich die Abschaffung des Tagesnachweises als Mogelpackung. Wie bei vielen Regelungen des neuen Fahrlehrergesetzes muss man genau hinschauen. So erhält der neu gestaltete Ausbildungsnachweis ab Januar 2018 eine eigene Spalte für die Uhrzeit einer jeden Fahrstunde. Viele weitere Kleinigkeiten sind in der Reform verankert, wobei man nicht nur im Gesetz nachlesen sollte, sondern auch in den entsprechenden Verordnungen.

Fahrlehrer ist kein Job wie jeder andere. Der Gesetzgeber sieht in der Ausübung der fahrpädagogischen Tätigkeit eine besondere Verantwortung. Anderen, meist jungen Menschen das Fahren beizubringen, erfordert spezielle Eignung, ausdauernde Geistesgegenwart und permanente Fortbildung. Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer werden dafür entlohnt. Auf der anderen Seite will der Gesetzgeber sichergestellt wissen, dass Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer in jeder Sekunde ihrer Verantwortung gerecht werden. Vom Grundsatz her erscheint das verständlich. Aber im Alltag der Fahrlehrer bedeutet dies auch nach der Reform: Die meisten Regeln, die manche Kollegen unter dem Stichwort Bürokratieabbau abgeschafft sehen wollten, bleiben erhalten. Ein Blick auf die Details lohnt.

ARBEITSZEIT

Im ersten Gesetzesentwurf zur Reform des Fahrlehrergesetzes war die seit 1976 geltende Arbeitszeitregelung noch komplett gestrichen worden. Die Argumentation lief letztlich darauf hinaus, dass angestellte Fahrlehrer bereits durch das Arbeitszeitgesetz geschützt seien und Fahrschulunternehmer, wie andere Unternehmer mit ähnlich verantwortungsvollen Tätigkeiten (z. B. Ärzte) ihre Arbeitszeit auch selbst verantwortungsvoll bestimmen können. In der endgültigen Fassung des neuen Fahrlehrergesetzes tauchte die Regelung wieder auf, da es anscheinend doch zu viele Bedenken gab. Weiterlesen

Sascha Fiek // Fahrschulen / Fahrschulunternehmer / Mobilität / MOVING

Ausbildungsqualität in Zeiten des Fahrlehrermangels

Auf dem BDFU Unternehmertag verblüffte Sascha Fiek mit erstaunlichen Thesen. Sein Beitrag zum Thema „Zukunft der Fahrschulen“ wurde heiß diskutiert.

Die Fahrschule, die Sascha Fiek gemeinsam mit seiner Mutter in Freiburg betreibt, unterhält mehrere Betriebsstätten und weist eine vergleichsweise stattliche Größe auf. Gemäß den Kriterien des Fahrschul-Klima-Index der MOVING Road Safety Association e.V. gehört die Fahrschule zu denen, die entspannt in die Zukunft blicken sollten. Ob die Perspektiven wirklich so glänzend sind wie vom MOVING Klima-Index gemessen – dahinter setzte Fiek jedoch ein Fragezeichen.

Auf dem BDFU Unternehmertag referierte der Freiburger Fahrlehrer über die großen Herausforderungen, die inzwischen die gesamte Branche erfasst haben. Seine Sorge galt dabei weniger der fehlenden Auslastung, sondern mehr den mangelnden Kapazitäten. Fiek stellte fest: Der Fahrlehrermangel bedroht die Ausbildungsqualität, steigert die Ausbildungsdauer und erhöht schlussendlich auch die Kosten. Weiterlesen

Fahrlehrerverband // Baden-Württemberg // Runder Tisch // Nachwuchsmangel

Positive Botschaften gegen den Fahrlehrermangel

Die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. und der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e. v. baten Fahrlehrer/innen und Fahrschulexperten aus ganz Deutschland an den runden Tisch. Der Tag galt nur einem Thema: Wie kann dem Mangel an Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern, unter dem die Branche zunehmend leidet, wirksam begegnet werden? Dabei wurde deutlich: Patentlösungen gibt es nicht. Dennoch brachte die Runde zahlreiche Impulse und wertvolle Hilfen.

„Wir müssen mehr und positiver über unseren Beruf reden.“ Jochen Klima, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., nutzte sein Schlusswort für einen Appell an die Branche. Doch die geladenen Experten waren sich nicht nur in diesem Punkt einig. Vom runden Tisch in Pforzheim ging die klare Botschaft ins Land: Um dem Fahrlehrermangel Herr zu werden, ist vor allem Zusammenhalt gefordert. Der Beitrag jedes Einzelnen zählt. Der Fahrlehrerberuf braucht dringend ein besseres, moderneres Image, um wieder für mehr junge Menschen interessant zu werden.

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Die wichtigsten Impulse vom runden Tisch

Jochen Klima (Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V.)

Jochen Klima, Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V.

zum autonomen Fahren:
„Solange am Auto noch ein Abschaltknopf zu finden ist, so lange braucht man auch Fahrlehrer.“

zur Zukunft des Fahrlehrerberufs:
„Auf Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer kommen tolle Zukunftsaufgaben zu: neben der klassischen Fahrausbildung können wir die Wege zum teilautonomen Fahren kompetent begleiten und neue moderne Lernmethoden in den Unterricht integrieren.“

zur Werbung für den Fahrlehrerberuf
„Wir müssen verstärkt auch die emotionale Ebene ins Spiel bringen, um Menschen an den Fahrlehrerberuf heranzuführen.“

Gerhard von Bressensdorf (Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.)

Gerhard von Bressensdorf, Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.

Zu dem, was ihn besorgt:
„Die Altersstruktur der Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer macht mir große Sorge. Wir haben aktuell einen Altersdurchschnitt von über 50 Jahren.“

Zur Qualifikation von guten Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern:
„Neben der pädagogischen Qualität ist für mich die sprachliche Qualität besonders wichtig. Gute Fahrlehrer müssen das Wissen in einer Sprache vermitteln, die die Fahrschüler verstehen können.“

Zu attraktiven Arbeitsbedingungen in den Fahrschulen:
„Die Fahrschule als Arbeitgeber muss die richtigen Voraussetzungen schaffen. Da kommt es auch auf die Work-Life-Balance an.“ Weiterlesen

BDFU-Unternehmertag: Gute Zeiten für innovative Fahrschulen

Die Reform des Fahrlehrergesetzes kommt. Auf Einladung des Bundesverbandes deutscher Fahrschulunternehmen (BDFU) traf sich jetzt die Branche in Esslingen. Man diskutierte über Verordnungen und Rahmenbedingungen, über neue Herausforderungen und Chancen und darüber, wie sich Fahrschulen in naher Zukunft verändern werden. Der mobilmacher protokolliert einen interessanten Tag.

Aus ganz Deutschland waren Fahrschulunternehmer nach Esslingen gereist. Sie wurden begrüßt von Rainer Zeltwanger, dem Fahrlehrer, der vielleicht die beste Ausdauer aller deutschen Kollegen besitzt. Tatsächlich war es Zeltwanger selbst, der bereits im Jahr 2001 den ersten Entwurf eines Positionspapiers formuliert hatte. Damals hatte er sich eine Pause vom Fahrlehrerberuf genommen und arbeitete als Referent für den damaligen grünen Fraktionsvorsitzenden Rezzo Schlauch, der später als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium tätig war. Doch seine erste Initiative zum neuen Branchengesetz versickerte zwischen den politischen Strömungen. Fast ein Jahrzehnt später sah er in einer anderen Konstellation wieder die Chance sah, die überfällige Reform anzugehen. Die Idee eines neue Gesetzes war sogar ein wichtiger Gründungsimpuls für den BDFU. Insofern war der 27. Oktober 2017 für den Verbandspräsidenten ein ganz besonderer Tag.

Zeltwanger // BDFU // Unternehmertag // Fahrlehrer // Esslingen // Verband

Rainer Zeltwanger (BDFU) begrüßt die Teilnehmer

Zeltwanger begann die Veranstaltung mit der Festellstellung „Der neue Fahrlehrergesetz kommt“, was er nach dieser Vorgeschichte und den langen Diskussionen mit besonderem Nachdruck betonte. Passend dazu hatte Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, eine Videogrußbotschaft nach Esslingen gerichtet. In seinem Verkehrsministerium hat man das Gesetz kräftig angeschoben. Kretschmann versprach in seiner Botschaft: „Das neue Fahrlehrergesetz wird überflüssige Bürokratie abbauen und den pädagogischen Teil der Ausbildung verbessern.“

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Fahrstundenpreise steigen leicht

„Nur leicht?“ werden manche Fahrschulunternehmer fragen – und das nicht zu unrecht. Die Branche leidet unter Fahrlehrermangel. Weil gute Arbeit auch gut entlohnt werden sollte, haben viele ein starkes Interesse an steigenden Preisen. Auch die Mehrzahl der Kommentare, die beim mobilmacher unter die Meldungen des monatlichen DATAPART Preisspiegels gepostet wurden, deuten in diese Richtung. Der Wunsch, die Fahrstundenpreise mögen deutlicher steigen, wird vielfach in der Branche geteilt. Im September ging der Leitpreis für eine Fahrstunde der Führerscheinklasse B im Bundesdurchschnitt um 0,56% nach oben.