Positive Botschaften gegen den Fahrlehrermangel

Die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. und der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e. v. baten Fahrlehrer/innen und Fahrschulexperten aus ganz Deutschland an den runden Tisch.

Die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. und der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e. v. baten Fahrlehrer/innen und Fahrschulexperten aus ganz Deutschland an den runden Tisch. Der Tag galt nur einem Thema: Wie kann dem Mangel an Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern, unter dem die Branche zunehmend leidet, wirksam begegnet werden? Dabei wurde deutlich: Patentlösungen gibt es nicht. Dennoch brachte die Runde zahlreiche Impulse und wertvolle Hilfen.

„Wir müssen mehr und positiver über unseren Beruf reden.“ Jochen Klima, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., nutzte sein Schlusswort für einen Appell an die Branche. Doch die geladenen Experten waren sich nicht nur in diesem Punkt einig. Vom runden Tisch in Pforzheim ging die klare Botschaft ins Land: Um dem Fahrlehrermangel Herr zu werden, ist vor allem Zusammenhalt gefordert. Der Beitrag jedes Einzelnen zählt. Der Fahrlehrerberuf braucht dringend ein besseres, moderneres Image, um wieder für mehr junge Menschen interessant zu werden.

Solidarität am runden Tisch

Dass die gesamte Branche an einem Strang zieht, war bereits das erste wichtige Signal. Im Kampf gegen den Fahrlehrermangel hat sich eine breite Allianz gebildet. Alle Verbände wollen ihren Teil dazu beitragen. Die Solidarität wurde am runden Tisch sichtbar. Die Moderatoren Sylke Bub (Chefredakteurin der Zeitschrift FAHRSCHULE) und Jochen Klima führten routiniert durch die Tagung. Das Podium war mit Bernd Brenner (Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fahrlehrerausbildungsstätten BAGFA e.V., Ulrike Mögle (Leiterin der Arbeitsagentur Pforzheim), Gerhard von Bressensdorf (Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V., BVF), Rainer Zeltwanger (Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Fahrschulunternehmen, BDFU), Michael Herok (Angestelltenvertreter im Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V.) und Jörg-Michael Satz (Präsident der MOVING International Road Safety Association e.V) fachlich kompetent besetzt.

Gemeinsam für ein besseres Image

Welche sind nun konkret die Wege, die aus dem Mangel führen? Neben der Imageverbesserung des Berufsstandes wurden zahlreiche Handlungsempfehlungen angesprochen. So wurde unter anderem betont, dass offene Stellen unbedingt bei der Agentur für Arbeit sichtbar gemacht werden müssen. Es geht dabei vor allem darum, den aktuellen Mangel sichtbar zu machen. Tatsächlich hilft jede einzelne Meldung der gesamten Branche. Doch auch die Unternehmenskultur in den Fahrschulen wurde angesprochen. Ein motivierendes Umfeld und die tägliche Wertschätzung für die Arbeit der angestellten Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer seien starke Argumente, die für jeden Arbeitgeber sprechen, so auch für Fahrschulen. In diesem Zusammenhang fiel mehrmals das Stichwort „Work-Life-Balance“. Auch die finanziellen Fördermöglichkeiten, mit denen Fahrschulen die Anwärter unterstützen können, waren ein Thema. Wo den hoffnungsvollen Interessenten kein Bildungsgutschein für die Fahrlehrerausbildung ausgegeben werden kann, bietet sich das Aufstiegs-BaFöG als Ausbildungsfinanzierung an.

Die rund achtzig Gäste nahmen zahlreiche Hilfestellungen und Anregungen mit auf ihren Weg. Entsprechend zufrieden waren die Veranstalter. Martin Jost, Präsident der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V. und Jochen Klima gelang es an diesem Tag, den Fahrlehrermangel dorthin zu setzen, wo er hingehört: Ganz oben auf die Agenda. Jochen Klima bilanzierte: „Jammern hilft nicht, wir müssen uns ins Zeug legen, um für unseren schönen Beruf zu werben.“

Hier geht’s zu den wichtigsten Statements vom runden Tisch.

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