Hallo, auch unsere Branche ist betroffen

Matthias Wimpff kommentiert das Urteil des Leipziger Verwaltungsgerichts und seine Konsequenzen für Fahrschulen

Es ist jetzt schon Tag 3 nach dem dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Sachen Feinstaub und Stickoxid. Land auf und Land ab ist ein vielstimmiger Chor derer entstanden, die für sich, berechtigt oder nicht, jetzt sofort Ausnahmeregelungen einfordern. Von Arbeitsplatzverlusten oder sogar von einer Existenzbedrohung wird schon in manchen Branchen gesprochen.

Wie sieht es in unserer Branche aus? Im Vergleich zum Taxigewerbe, zu Handwerksbetrieben und zu vielen anderen Berufsgruppen hat in Summe niemand einen so modernen Fuhrpark wie die Fahrschulbranche. Und dies gehört bitte einmal besonders laut und deutlich gesagt!

Auch wir sind betroffen und haben den Angaben der Hochglanz-Prospekte geglaubt. Alle großen deutschen Autohersteller, insbesondere des Fahrlehrers liebste Automarke VW, hat jetzt für uns keine Lösungen. Wirtschaftlich kann man nur hoffen, dass die Zahl der Fahrschulen nicht zu groß ist, die heute und vor allem morgen das Restwertrisiko zu tragen haben. Leider gibt es bei uns nicht die Möglichkeit der Sammelklage, jedoch kann man sich trotzdem zusammenschließen und mit einer Stimme sprechen und handeln.

Gibt es denn wirkliche Alternativen für den Diesel, hier und jetzt? Im Prinzip ja, denn es gibt Hybrid- und Elektrofahrzeuge, nur darf man bestimmt nicht nach den Lieferzeiten fragen und muss bereit sein, wahrscheinlich auch auf ausländische Autohersteller umzusteigen. Also erst einmal tief „durchatmen.“

Die Fahrschulen fahren weiter, fahren weiter mit moderner Dieseltechnologie und bis sich unsere Schlüsselindustrie Automobilwirtschaft berappelt hat, wird es auch die eine oder andere Ausnahmeregelung geben, wenn es dann wirklich notwendig wird.

Laut Umweltbundesamt sind von 1990 bis 2015 die Stickoxid-Emissionen um 70 Prozent gesunken. Das ist doch ein Wort! Und eines sollte uns bitte vielleicht nachdenklich stimmen. Die Grenzwerte für Stickoxide sind am Arbeitsplatz wesentlich höher. Vielleicht ein neues und zukünftiges profitabels Geschäftsmodell für die Deutsche Umwelthilfe.

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