Kategorie-Archiv: Aktuelles

Kassenprüfung // Betriebführung // Kassenbuch // Kassennachschau // Peter Pinkepank

„Gegen die Kassen-Nachschau kann sich keine Fahrschule wehren.“

In Teil 1 des Interview hat Fahrschul-Steuerexperte Peter Pinkepank erklärt, welche Richtlinien für die korrekte Führung des Kassenbuches gelten. Im zweiten Teil blickt er ins Jahr 2018 – und erläutert, mit welchen Mitteln der Gesetzgeber den Druck noch zusätzlich erhöht hat.

mobilmacher: Die Bargeldkasse gilt als kritischer Punkt bei jeder Prüfung. Warum ist das Risiko so groß?

Peter Pinkepank: Wenn Mängel in der Kassenführung festgestellt werden, haben die Finanzämter die Pflicht, die Einnahmen zu schätzen. Die Beamten sind in diesen Fällen angehalten, einen Sicherheitsaufschlag vorzunehmen. Das sollte man als Fahrschulunternehmer unbedingt vermeiden, um sich vor übertriebenen Schätzungen zu schützen. Ich habe von einem Fall gehört, da ging es nicht um die Beträge, sondern nur um eine Kasse, die nicht vollständig einwandfrei geführt war. Die Konsequenzen waren völlig unverhältnismäßig. Es wurde eine Steuernachzahlung festgesetzt, die absolut willkürlich erschien.

Gilt das auch für kleine Fahrschulen?

Bei allen Unternehmen – ob klein oder groß –, die Ihren Gewinn mit einer Einnahmenüberschussrechnung ermitteln, besteht im Grunde keine Pflicht zur Führung eines Kassenbuches. Das hat der Bundesfinanzhof kürzlich in einem Urteil bestätigt. Betriebswirtschaftlich sinnvoll ist das Kassenbuch trotzdem. Und ich betone: Wer ein Kassenbuch führt, muss es auch korrekt führen.

2018 erhält das Finanzamt zusätzliche Befugnisse. Womit müssen Fahrschulen rechnen?

Es gibt ein neues Gesetz: das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen. Damit verbunden ist eine weitere Ausweitung der Prüfrechte der Behörden. Den Finanzbeamten steht bald ein neues Instrument zur Verfügung: die Kassen-Nachschau.

Was passiert bei einer Kassen-Nachschau?

Finanzbeamte können jederzeit auftauchen und eine Prüfung von Kasse und Kassenbuch verlangen – und zwar zu den üblichen Geschäftszeiten ohne jede Voranmeldung. Im Augenblick werden zahlreiche Finanzbeamte für diese Kassen-Nachschauen geschult. Am 2. Januar 2018 tritt die Regelung in Kraft. Genau an diesem Zeitpunkt werden die Beamten auf die Unternehmen losgelassen.

Wie kann man sich dagegen schützen?

Gegen die Kassen-Nachschau selbst können Sie sich nicht wehren. Die einzige Möglichkeit, die Ihnen bleibt: Kassenbuch täglich korrekt führen. Die Finanzbeamten haben die Maßgabe, bei Mängeln die Einnahmen zu schätzen. Und es besteht kein Zweifel: Sie wollen schätzen! Ob diese Haltung moralisch vertretbar ist oder nicht, darüber müssen wir nicht diskutieren. Die Kassen-Nachschau ist Gesetz. Ab 2018 werden die Finanzämter von ihrem neuen Instrument Gebrauch machen.

Sie haben sich auf Fahrschulen spezialisiert. Was raten Sie Ihren Kunden?

Soweit nicht schon geschehen, sollten Fahrschulen prüfen, ob ihre Software so arbeitet wie vom Finanzamt gefordert. Leider ist das nicht bei allen Systemen der Fall, die im Moment zur Verfügung stehen. Der kritische Punkt ist die nachträgliche Veränderbarkeit. Wenn es Ihre Software erlaubt, Beträge nachträglich zu verändern, sollten Sie als Fahrschulunternehmer handeln. Wer sich in diesem Punkt unsicher ist, dem empfehle ich, gemeinsam mit dem Steuerberater darüber zu sprechen.

Alles nur eine Frage des Systems?

Nein, gewiß nicht. Ich empfehle meinen Kunden seit Jahren, den Bargeldverkehr so weit wie möglich einzudämmen. Aus steuerlicher Sicht ist es die beste Lösung, weil zahlreiche Fehlerquellen ausgeschlossen werden, die das Finanzamt beanstanden würde. Auch aus unternehmerischer Sicht rate ich dazu. Bargeld gehört aus dem Schulungswagen sowieso verbannt. Das Abkassieren sollte via Rechnung und Überweisung funktionieren – oder mit einem Abrechnungsservice, auch Factoring genannt. Für die Ausgaben stellen Sie eine EC-Karte zur Verfügung, mit der ab sofort eingekauft wird. Bei Tankstellen gibt es ja auch entsprechende Karten-Angebote. Wichtig bei der Bezahlung mit den Karten ist allein, dass Sie damit automatisch alles sicher dokumentiert haben.

Und wenn jemand im Supermarkt Kaffee holen muss?

Sie müssen nicht jedem Mitarbeiter die Karte der Fahrschule aushändigen. Im Supermarkt wird bar einkauft. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter geben Ihnen danach den Beleg – und Sie überweisen den Betrag an die betreffende Person.

Wie reagieren die von Ihnen betreuten Fahrschulen auf Ihren Ratschlag?

Meine Fahrschul-Kunden haben sich früher oder später alle dieser Vorgehensweise angeschlossen. Übrigens: Neulich hat einer meiner Kunden sogar komplett auf bargeldlose Fahrschule umgestellt. Das geht tatsächlich! Eine radikale, aber überaus weitsichtige Lösung, wenn Sie mich fragen.

Herzlichen Dank für dieses Gespräch.

Teil 1 des Interviews lesen Sie hier

Veranstaltungshinweis: Auf dem Unternehmertag des BDFU in Esslingen wird Peter Pinkepank wird zu aktuellen steuerrechtlichen Themen Stellung beziehen. Titel des seines Vortrags: „Von Steuerfragen bis zur Buchhaltung als Grundlage für die Unternehmensplanung“. Zur Einladung zur BDFU-Veranstaltung in Esslingen geht es hier.

Fahrschul // Steuerexperte // Steuerrecht /// Steuerberater // Castrop-Rauxel

Über Peter Pinkepank: Der Steuerberater aus Castrop-Rauxel hat sich auf Fahrschulen fokussiert. Er ist mit den Besonderheiten der Branche seit vielen Jahren vertraut. Viele Fahrschulunternehmer kennen ihn aus den zahlreichen Schulungen und Seminaren. Auf die angenehm handfesten Empfehlungen des Steuerexperten wollen sie nicht mehr verzichten.

Fahrschul // Steuerexperte // Steuerrecht /// Steuerberater // Castrop-Rauxel

„Achtung! Finanzämter schauen scharf in die Kassen.“

 

Peter Pinkepank, Fahrschul-Steuerexperte aus Castrop-Rauxel, kennt viele Unternehmen von innen. In Teil 1 unseres Interviews erklärt er, warum man als Fahrschule unbedingt auf die Kassenführung achten sollte.

mobilmacher: Als Steuerberater nehmen Sie die Kassen Ihrer Fahrschulkunden genau unter die Lupe. Warum?

Peter Pinkepank: Es geht vor allem um die Art und Weise, wie die Kasse und das Kassenbuch geführt werden. Mit Jahresbeginn 2015 haben die Finanzämter diese Angriffspunkte ins Visier genommen. Inzwischen wissen alle: Wer beim Bargeld schlampig arbeitet, geht ein hohes Risiko ein. Selbst bei kleinen Beträgen: Wenn das Kassenbuch nicht richtig geführt ist, kann ein wirtschaftlicher Schaden entstehen, den Sie gar nicht absehen können. Mitunter geht das an die Substanz der Fahrschule.

Was droht genau?

Wenn die Aufzeichnungen nicht mängelfrei geführt werden, hat das Finanzamt die Pflicht, die Einnahmen zu schätzen. Dies geschieht in aller Regel inklusive eines Sicherheitsaufschlags, der mitunter extrem deutlich ausfällt. Gegen diese Schätzung können Sie nur schwer etwas unternehmen, selbst wenn die Höhe des geschätzten Betrages jeder Grundlage entbehrt. Obendrein wird gegen den Unternehmer ein Steuerstraf- und Bußgeldverfahren eröffnet. Da kann es sogar mit der Fahrschulerlaubnis kritisch werden.

Wie führt man eine Kasse richtig?

Auf den ersten Blick sind die Richtlinien der korrekten Kassenführung leicht nachvollziehbar. Sie müssen folgende sechs Punkte berücksichtigen: Die Kassenbelege müssen einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht, geordnet und unveränderbar im Kassenbuch eingetragen sein. So ist jeder Vorgang entsprechend zu dokumentieren. Die Regeln stehen in der GOBD. Aber bei der GOBD steckt der Teufel im Detail.

Erklären Sie doch bitte zunächst die Abkürzung GOBD.

In der GOBD hat der Gesetzgeber „die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“ geregelt. Diese Verordnung gilt seit 1. Januar 2015. Seit diesem Zeitpunkt hat sich die Situation für jeden Unternehmer verschärft.

Worauf muss man achten?

Nehmen wir beispielsweise den ersten der sechs Punkte aus der GOBD: einzeln. Das bedeutet, dass zu jedem Vorgang auf einem einzelnen Nachweis Name und Anschrift, Geschäftsvorfall sowie Betrag festgehalten werden müssen.

Das sollte man doch verlangen können, oder?

Durchaus. Acht geben sollte man beispielsweise bei Punkt 4. Hier fordert die GOBD: zeitgerecht. Damit ist gemeint, dass das Kassenbuch täglich aktuell sein muss. Früher war es eine gängige Praxis, dass am Ende des Monats Einnahmen und Ausgaben verglichen wurden, und erst dann die Vorgänge entsprechend protokolliert wurden. Das war schon immer falsch. Das Kassenbuch muss täglich aktuell sein.

Also jeden Abend?

Ganz genau. Dabei sind die Punkte 5 und 6 der GOBD ebenfalls zu beachten: Geordnet und unveränderbar. Geordnet bedeutet, dass jeder Beleg sofort aufzufinden ist – und das noch zehn Jahre später. Lesbar muss er natürlich auch sein, was keine Selbstverständlichkeit ist angesichts der vielen Thermobelege, die heute ausgegeben werden. Und schließlich Punkt 6: Unveränderbar. Dieser Punkt stellt hohe Anforderungen – und die Frage nach der richtigen Software.

Worauf muss man achten?

GOBD-konforme Software ist so ausgelegt, dass sie nachträgliche Veränderungen oder gar Manipulationen unmöglich macht. Ich erwarte, dass die Prüfer vom Finanzamt genau darauf achten, ob ein geeignetes Programm benutzt wird. Ich empfehle jeder Fahrschule, diesen Punkt zu hinterfragen – gemeinsam mit ihrem Steuerberater oder mit den Software-Lieferanten oder vielleicht am besten: mit beiden. Es muss sicher gestellt sein, dass die Belege täglich festgeschrieben werden.

Die geeignete Software ist das eine – welche weiteren Empfehlungen können Sie geben?

Seit geraumer Zeit berate ich meine Kunden dahingehend, den Bargeldverkehr so weit wie möglich einzuschränken. Die Logik ist vergleichsweise simpel: Wo kein Bargeld verwendet wird, können beim Kassenbuch keine Fehler unterlaufen. Das Bargeld gehört sowieso aus dem Schulungsfahrzeug verbannt. Heutzutage kassiert man bargeldlos mit Rechnung und Überweisung – oder man beauftragt einen Abrechnungsservice.

Und bei den Ausgaben?

Heute ist es längst normal mit Karten zu bezahlen – zum Beispiel Tankkarten für den Sprit und EC-Karten bei anderen Ausgaben. Im Unternehmen ist das sowieso sehr praktisch, weil damit sichergestellt ist, dass für jeden Vorgang einen Beleg existiert.

In Teil 2 des Interviews erklärt Peter Pinkepank, was den Fahrschulen ab nächstes Jahr bevorsteht, wenn die Prüfrechte der Finanzämter ausgeweitet werden. In Kürze hier auf www.mobilmacher-news.de

Veranstaltungshinweis: Auf dem Unternehmertag des BDFU in Esslingen wird Peter Pinkepank wird zu aktuellen steuerrechtlichen Themen Stellung beziehen. Titel des seines Vortrags: „Von Steuerfragen bis zur Buchhaltung als Grundlage für die Unternehmensplanung“. Zur Einladung zur BDFU-Veranstaltung in Esslingen geht es hier.

Fahrschul // Steuerexperte // Steuerrecht /// Steuerberater // Castrop-Rauxel

Über Peter Pinkepank: Der Steuerberater aus Castrop-Rauxel hat sich auf Fahrschulen fokussiert. Er ist mit den Besonderheiten der Branche seit vielen Jahren vertraut. Viele Fahrschulunternehmer kennen ihn aus den zahlreichen Schulungen und Seminaren. Auf die angenehm handfesten Empfehlungen des Steuerexperten wollen sie nicht mehr verzichten.

 

Kosten // Fahrlehrer-Ausbildung // Fahrlehrer // Fahrlehrergesetz // FahrlG

Fahrlehrer-Ausbildung: Kosten ungefähr konstant

Kleiner Nachtrag zur Folge 1 unserer Serie über das neue Fahrlehrer-Gesetz.

Die Gesamtkosten einer Fahrlehrerausbildung sind bei der Suche nach Nachwuchs ein entscheidender Faktor. Viele Fahrschulen beteiligen sich oder übernehmen sie vollständig.

Die oben aufgeführte Vergleichstabelle macht deutlich: Die Gesamtkosten der Fahrlehrerausbildung Klasse BE sind nicht zwangsläufig für jeden gestiegen. Der Grund: Das Aufstiegs-BaFöG (umgangssprachlich als Meister-BaFöG bekannt) kann effektiver eingesetzt werden, weil der Erwerb der Führerscheine A2 und CE als Zugangsvoraussetzungen weggefallen ist.

Wenn man diese Kosten in die Vergleichsrechnung einbezieht, wird die Ausbildung sogar günstiger. Diese Rechnung ist natürlich nur für all diejenigen aufgemacht, die nicht schon vorher die Führerscheine A2 und CE erworben haben.

Neues FahrlG (Folge 1): Fahrlehrer-Ausbildung

Die Reform des Fahrlehrergesetzes hat der Fahrlehrer-Ausbildung eine neue Struktur verpasst. Sie dauert jetzt mindestens ein ganzes Jahr. Die Ausbildungsinhalte richten sich nach den steigenden Herausforderungen. Fahrschulen, die händeringend nach Nachwuchs suchen, eröffnen sich mittelfristig neue Möglichkeiten.

Die Beschleunigung ist ohne Beispiel. In den zurückliegenden Jahren veränderte sich das Berufsbild von Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern mit enormer Geschwindigkeit. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Fahrerassistenzsysteme, E-Learning und digitale Hilfsmittel wollen beherrscht werden. Die Fahrlehrer-Ausbildung legt die Grundlage. Sie wird länger. Viele behaupten, sie wird effektiver. Fast alle hoffen, sie wird attraktiver.

Herabgesetztes Mindestalter

Das Mindestalter für die Erteilung einer Fahrlehrerlaubnis wurde von 22 Jahren auf 21 Jahre herabgesetzt. Eine Erteilung ist selbst dann möglich, wenn der Bewerber eine Fahrerlaubnis auf Probe hat. Eine Anwärterbefugnis sollte entsprechend der bisherigen Verwaltungspraxis bereits vorher erteilt werden. Erst wenn die unbefristete Fahrlehrererlaubnis erteilt wird, muss der dreijährige Besitz der Fahrerlaubnis Klasse B vorliegen. Dabei wird auch die Zeit des begleiteten Fahrens berücksichtigt.

Veränderte Vorbildung

Um Fahrlehrer zu werden, reicht künftig eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Lehrberuf oder eine gleichwertige Vorbildung. Die Forderung nach einem  bestimmten Schulabschluss entfällt. Wer diese Voraussetzung nicht erfüllt, kann über eine neugeschaffene Regelung trotzdem zu den Fahrlehrerprüfungen zugelassen werden. Ein erfolgreich abgeschlossener Eignungstest kann laut Gesetzesbegründung hierbei ein Indiz für die Eignung sein.

Wegfall von Zugangsvoraussetzungen für Fahrlehrerausbildung Klasse BE

Die Fahrerlaubnis-Klassen A2 und CE sind als Zugangsvoraussetzung für die Fahrlehrererlaubnis Klasse BE weggefallen.

Zugangsvoraussetzungen für den Erwerb der Fahrlehrerlaubnisklassen A,CE,DE

Für den Erwerb der Fahrlehrerlaubnis-Klassen A reicht zukünftig der zweijährige Besitz der Klasse A2 und für den Erwerb der Fahrlehrerlaubnis-Klassen CE und DE der zweijährige Besitz der entsprechenden Fahrerlaubnis. Einer halbjährigen Berufserfahrung oder 60 Zusatzfahrstunden bei den Klassen CE und DE bedarf es nicht mehr bzw. nur dann, wenn der zweijährige Besitz der Fahrerlaubnisklasse noch nicht vorliegt.

Einheitliche Gesundheitsuntersuchung

Bei Antragstellung muss zukünftig eine Gesundheitsuntersuchung entsprechend der Untersuchung für die Fahrerlaubnisklasse C nachgewiesen werden.

Längere Ausbildung

Die theoretische Ausbildung hat sich von 770 auf 1000 Stunden verlängert. Diese Verlängerung soll vornehmlich dafür genutzt werden, mit den Teilnehmern Unterrichtsübungen zu absolvieren. Dadurch nehmen die Fahrlehrerausbildungsstätten den Ausbildungsfahrschulen einen Teil ihrer bisherigen Arbeit ab. Entsprechend wurde der Aufenthalt in der Ausbildungsfahrschule verkürzt. Die gesamte Ausbildung dauert zukünftig mindestens zwölf statt wie bisher zehn Monate. Davon finden acht Monate in der Fahrlehrerausbildungsstätte statt und vier Monate in der Ausbildungsfahrschule. Im ersten Monat der Ausbildung absolviert der Teilnehmer eine zweiwöchige Hospitation in einer Ausbildungsfahrschule. Im fünften Monat ist eine einwöchige Hospitation vorgesehen. Insgesamt verkürzt sich die praktische Ausbildungsphase von fünf auf vier Monate.

Stolperstein abgeräumt

Die fahrpraktische Prüfung kann der Teilnehmer zukünftig ab dem ersten Ausbildungsmonat absolvieren. Diese kann auch auf Elektrofahrzeugen beziehungsweise auf Fahrzeugen mit automatischem Getriebe erfolgen. Das Bestehen derselben ist nicht mehr Voraussetzung für die Zulassung zur Fachkundeprüfung im achten Monat. Wiederholungen ohne Sperrfrist Bei dreimaligem Nichtbestehen einer Fahrlehrerprüfung entfällt die bisherige fünfjährige Sperrfrist. Der Teilnehmer kann die Prüfungen im Rahmen einer nochmaligen vollständigen Ausbildung erneut absolvieren.

Kein Berichtsheft

Ein Berichtsheft muss während der praktischen Ausbildung zukünftig nicht mehr geführt werden.

Zum Autor: Bernd Brenner ist Geschäftsführer des Deutschen Verkehrspädagogischen Instituts (DVPI) in Frankfurt und 1. Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fahrlehrerausbildungsstätten (BAGFA e.V.)

 

Der mobilmacher bedankt sich bei Rolf Dautel-Haußmann und Sascha Fiek für die Mitarbeit an dieser Übersicht. In den nächsten Wochen erscheinen die weiteren Folgen zum neuen Fahrlehrergesetz

Folge 2: Fahrlehrer-Pflichten
Folge 3: Fahrschul-Kooperationen
Folge 4: Fahrschul-Überwachung

Fahrschultarife // Führerscheinkosten // DATAPART // Preisspiegel

Leitpreis steigt leicht

Den Preis für eine Übungsfahrt der Führerscheinklasse B ist der wichtigste Indikator. Wenn der Preisspiegel erscheint schauen viele Fahrschulunternehmer zuerst auf die herkömmlich Standardfahrstunde Führerscheinklasse B. Dieser wichtigste Preis ist laut DATAPART Preisspiegel im August leicht gestiegen, während die anderen Tarif nachgegeben haben. Der Auswärtstrend ist weiter intakt. Auch wenn unter Fahrlehrern über Ausmaß und die Deutlichkeit des Trends trefflich diskutiert werden kann.

Fahrschule Werner Helbig // Herten // E-Mobitlität // erste Fahrstunde

„Wir werden von Kunden auf E-Mobilität angesprochen.“

 

Werners Fahrschule in Herten fährt auf E-Mobilität ab. Werner Helbig erklärte kürzlich im WDR die Vorteile für Fahrschüler. Über die vielen Vorzüge, die E-Mobilität für die Fahrschule bringt, sprach er mit dem mobilmacher.

mobilmacher: Herr Helbig, wie lange bieten Sie bereits E-Mobilität in Ihrer Fahrschule an?

Werner Helbig: Den Wagen haben wir im April 2017 angeschafft. Nach einem halben Jahr kann ich bereits feststellen: Das hat sich gelohnt.

mobilmacher: Über wie viele Wagen sprechen wir?

Werner Helbig: Über einen. Für den Anfang ist das völlig ausreichend. Der Wagen besitzt eine Reichweite von ca. 250 Kilometern. Da wir hier in Herten permanent im Stadtverkehr unterwegs sind, reicht die Power für einen ganzen Schulungstag, also zehn Fahrstunden. Nachts wird wieder aufgeladen. Ich habe eine Schnellladestation installiert. Wenn der Wagen leer ist, kann ich ihn in etwas mehr als vier Stunden wieder voll aufladen. Am nächsten Morgen geht es mit vollem Schub weiter.

 

mobilmacher: Wie ist die Akzeptanz bei Ihren künftigen Fahrschülern im Beratungsgespräch?

Werner Helbig: Sehr groß! Gewiß gibt es den Einen oder Anderen, der meint, er würde sowas nicht brauchen. Aber das sind die Wenigsten. Dem überwiegenden Teil muss ich E-Mobilität nicht lange erklären. Dass man sich am Beginn leichter tut, wenn man nicht schalten muss, leuchtet allen ein. Darum entscheiden sich acht von zehn Kunden bei mir für die Gold-Variante mit E-Mobilität und Fahrsimulator.

mobilmacher: Das liegt sicherlich auch an der Art des Beratungsgespräches?

Werner Helbig: Das mag sein. Wir stellen die E-Mobilität als eine moderne Antriebsform als Bestandteil einer zeitgemäßen Fahrausbildung dar. Aus meiner Sicht sollte das tatsächlich selbstverständlich sein.

mobilmacher: Spüren Sie die E-Mobilität auch im Empfehlungsmarketing?

Werner Helbig: Ja, das geht langsam los. Persönlich bin ich schon im Sommer auf Vereinsfesten darauf angesprochen worden – und das, obwohl der Wagen bei uns erst seit April läuft. Die E-Mobilität wird ein wichtiger Faktor für unser Geschäft, da bin ich mir völlig sicher. Das erkennt man nicht zuletzt am WDR-Beitrag. Das interessiert die Menschen.

mobilmacher: Wie geht es weiter?

Werner Helbig: Seit kurzem haben wir neue E-Roller in der Fahrschule. Wir setzen sie nicht nur zu Ausbildung ein, sondern verleihen sie auch. Der Verleih ist sozusagen eine Ausweitung unseres Geschäftsfeldes. Der Verbrauch dieser schönen Roller im Retro-Design ist übrigens sagenhaft niedrig. Sie zahlen auf 100 Kilometer nur 99 Cent. Und vor allem: Die Roller machen richtig Spaß.

Das neue Schulungsfahrzeug: ein Diesel?

„Moin, wisst ihr schon irgendwas über Konsequenzen vom Dieselverbot und Fahrschulen? Von wegen was für ein Ausbildungsfahrzeug man sich anschaffen sollte,“ schrieb uns neulich mobilmacher-Leser Gökhan Usar. Um Auskunft zu diesem Thema zu geben, starteten wir eine Umfrage bei den Herstellern. 

Dazu formulierte der mobilmacher am 24. August zwei konkrete Fragen – und bat sechs der führenden Hersteller um eine Auskunft. Hier die Antworten in der Reihenfolge des Eintreffens. Am schnellsten reagierte man in München.

BMW

1.) Hat der Dieselantrieb in Schulungswagen eine Zukunft?
„Der moderne und effiziente Diesel sorgt für weniger CO2-Ausstoß und leistet damit einen Beitrag für den Umweltschutz. Darüber hinaus ist der Diesel bei mehreren Schadstoffemissionen bereits gleich gut oder besser als der Ottomotor. Das gilt für Feinstaub, Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid. Das heißt: Drei von vier Schadstofffragen des Diesels sind bereits gelöst und haben keinerlei Einfluss mehr auf die Luftqualität. Aus diesem Grund plädiert die BMW Group für eine sachliche und auf Fakten sowie wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Debatte. Mit Blick auf die aktuelle Debatte sagte der Vorsitzende des Vorstands, Harald Krüger: „Seit fast zwei Jahren wird die hochmoderne, effiziente und bei den Kunden beliebte Diesel-Technologie gezielt öffentlich diskreditiert und damit werden Millionen Autofahrer verunsichert. Aber das ist nicht zielführend. Als deutsche Automobilindustrie bleiben wir Garant für Innovationsstärke und werden die Lösungen für die Mobilität der Zukunft liefern.“

Welchen Schulungswagen würden Sie Fahrschulen aktuell empfehlen?
„Mit seiner Präsenz, der guten Übersicht und seiner Funktionalität ist der neue BMW X3 ein ideales Auto für Fahrschulen. Zur Markteinführung des neuen BMW X3 stehen mit dem xDrive20d mit Vierzylinder- und der xDrive30d mit Reihen-Sechszylinder-Dieselmotor zwei attraktive Dieselmodelle zur Verfügung. Beide haben zur Abgasreinigung die BMW BluePerformance Technologie mit Partikelfilter, Oxidations- und NOx-Speicherkatalysator sowie einem SCR-Katalysator mit AdBlue-Einspritzung an Bord und erfüllen damit die neuesten Vorgaben für die Emissionseinstufung EU6. Alle Aggregate des X3 gehören zur jüngsten BMW Triebwerksfamilie und arbeiten noch effizienter als die jeweiligen Vorgänger. So verbraucht der neue BMW X3 xDrive20d lediglich 5,4-5,0 Liter auf 100 Kilometer bei 142-132 CO2 g/km, was ihn auch wegen seiner geringen Unterhaltskosten ideal für Fahrschulen macht. Auch der BMW 2er Active Tourer erfreut sich großer Beliebtheit bei Fahrschulen und Fahrschülern.

VW

1.) Hat der Dieselantrieb in Schulungswagen eine Zukunft?
Die Euro 6-Diesel von Volkswagen schneiden bereits heute auch im neuen, realitätsnahen Prüfverfahren überdurchschnittlich gut ab. Sie sind effizient und sauber. Dazu gibt es bereits zahlreiche Prüfungen externer Institute (ADAC ICCT, Emissions Analytics…) deren Inhalte per Internet öffentlich abrufbar sind. Durch seine niedrigen CO2-Werte wird der Diesel auch zukünftig eine wichtige Rolle beim Thema Klimaschutz spielen

2.) Welchen Schulungswagen würden Sie Fahrschulen aktuell empfehlen?
Da Fahrschulen unserer Erfahrung nach insbesondere den Fokus auf die Gesamtkostenrechnung mit hohen Fahrleistungen legen, sind Sie mit Dieseln bei einer TCO-Betrachtung immer gut aufgestellt. Einige Fahrschulen haben jedoch bereits seit Jahren auch den Vorteil erkannt, mit Erdgasfahren zum einen besonders günstig unterwegs zu sein und zum anderen aber auch den Fahrschülern auf diese Weise besonders umweltfreundliche Alternativmobilität nahezubringen. Im Fahrschulbereich bieten sich hierzu insbesondere der Golf TGI und der Golf Variant TGI an.

VW Golf GL

Audi

1.) Hat der Dieselantrieb in Schulungswagen eine Zukunft?
Die Euro 6-Diesel von Audi schneiden bereits heute auch im neuen, realitätsnahen Prüfverfahren überdurchschnittlich gut ab. Sie sind effizient und sauber. Dazu gibt es bereits zahlreiche Prüfungen externer Institute (ADAC, ICCT, Emissions Analytics…) deren Inhalte per Internet öffentlich und leicht auffindbar sind. Durch seine niedrigen CO2-Werte, aber auch durch seine Fahrleistungen wird der Diesel auch zukünftig eine wichtige Rolle sowohl beim Fahrtraining als auch beim Thema Klimaschutz spielen.

2.) Welchen Schulungswagen würden Sie Fahrschulen aktuell empfehlen?
Da Fahrschulen unserer Erfahrung nach insbesondere den Fokus auf die Gesamtkostenrechnung mit hohen Fahrleistungen legen, sind Sie mit Dieseln bei einer Total Cost of Ownership-Betrachtung immer gut aufgestellt. Einige Fahrschulen haben jedoch bereits seit einiger Zeit den Vorteil erkannt, mit Erdgasfahren zum einen besonders günstig unterwegs zu sein und zum anderen aber auch den Fahrschülern auf diese Weise besonders umweltfreundliche Alternativmobilität nahezubringen. Im Fahrschulbereich bieten sich hierzu insbesondere den Audi A3 g-tron und ganz neu auch die beiden A4-Modelle, A4 Avant g-tron und A5 Sportback g-tron an.

(Anmerkung des mobilmacher: Kein Kopierfehler. Die Antworten von VW und Audi sind in ihren  ersten Sätzen gleichlautend)

Nissan

1.) Hat der Dieselantrieb in Schulungswagen eine Zukunft?
Die Nissan Modellpalette umfasst ein breites Angebot – von Kleinwagen, über Crossover bis hinzu Nutzfahrzeugen. Ebenso breit gefächert sind die Antriebe: Benzin, Diesel und Elektro in den verschiedensten Leistungsstufen. Bei der Entwicklung von Modellen stehen natürlich die Kundenbedürfnisse im Mittelpunkt. Daher sind wir uns sicher, dass wir für jeden Kunden eine Modellvariante anbieten können, die seinem persönlichen Fahrprofil entspricht und seine individuellen Wünsche erfüllt.

2.) Welchen Schulungswagen würden Sie Fahrschulen aktuell empfehlen?
Die beliebtesten Nissan Modelle für den Fahrschuleinsatz sind der Nissan Qashqai und der Pulsar. Der Kompaktwagen ist „Prüfers Liebling“, da er den großzügigsten Platz auf der Rückbank seines Segments bietet.

Nissan Pulsar

Redaktionelle Anmerkung (Stand 11.9)
Aktuell stehen die Antworten von Daimler und Seat noch aus. Sollten aus diesen Häusern Statements eintreffen, werden wir sie an dieser Stelle nachtragen. 

 

 

 

Datapart / Preisspiegel / Fahrschultarif / Fahrschulpreise / Factoring / Indikator / Fahrschulbranche

37-Euro-Marke geknackt

Die Preise steigen weiter. Der DATAPART Preisspiegel, der den Durchschnitt der Tarife über ganz Deutschland hinweg wiedergibt, verzeichnet erneut einen leichten Anstieg. Der Indikatorpreis für eine Fahrstunde der Führerscheinklasse B steigt den dritten Monat in Folge und überspringt die 37-Euro-Marke.

Zum Sommer steigen die Preise

In den Kommentaren der Fahrlehrer zum letzten DATAPART Preisspiegel wurde deutlich: Die meisten Fahrschulunternehmer halten steigende Preise nicht nur gerechtfertigt, sondern auch für dringend notwendig, damit die Branche weiter gesund wirtschaften kann. Tatsächlich steigen die Preise weiter, wenn auch nur in Schritten, die viele Experten als deutlich zu klein erachten.

Dennoch stößt der Durchschnittspreis der in Deutschland für eine Fahrstunde der Führerscheinklasse B verlangt wird, von unten an die 37-Euro-Marke. Mit Ausnahme des Grundbetrages verzeichnen in diesem Monat alle Preise in positives Vorzeichen. Der Preisanstieg mag noch zu gering ausfallen, doch er scheint sich auf breiter Front zu bestätigen.

Ist die deutsche Fahrausbildung noch zeitgemäß?

„Nach der Reform ist vor der Reform“, kommentierte Fahrlehrer und Vordenker Sascha Fiek die Reform des Fahrlehrergesetzes. In seinem aktuellen Beitrag macht er deutlich, was er damit meint. Seine wertvollen Gedanken hat mobilmacher-news mit freundlicher Genehmigung von Sascha Fiek aus seinem Blog www.fahrlehrerwelt.de  übernommen.

Am 24. September wählen wir ein neues Parlament, das dann die politischen Geschicke für die nächsten vier Jahre bestimmen wird. Wenn die Fahrausbildung explizit im neuen Koalitionsvertrag auftaucht, besteht die Chance auf  eine Reform unserer heutigen Art der Fahrausbildung. Daher wird es Zeit, dass wir uns als Fahrlehrer darüber Gedanken machen, ob und was wie zu ändern ist, damit wir der neuen Regierung etwas in deren Pflichtenheft schreiben können. Dieser Artikel soll keine abschließenden Lösungen präsentieren, sondern mögliche Felder identifizieren und als Diskussionsanregung dienen, um Vorschläge aus unserer Fahrlehrerschaft zu sammeln.

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