Kategorie-Archiv: Fahrlehrermangel

Wir brauchen jede gute Fahrschule in Deutschland

In unserer Branche ist die Stimmung und auch die Lage mehr als gut. Das war bekanntlich nicht immer so. Erst mit dem Blick zurück in die Vergangenheit wird uns bewusst, wie gut es uns geht und dass die Herausforderungen der Fahrschulbetriebe und ihrer Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer, heute und vor allem in der Zukunft ganz andere sind bzw. sein werden.
An dieser Stelle möchte ich nur auf den Punkt der Ausbildungskapazitäten eingehen. In einer aktuellen und repräsentativen Umfrage der Moving Road Saftey Association gaben bereits rund 30 Prozent der Fahrschulen an, dass sie auf Grund des Personalmangels Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Ein noch wesentlich höherer Prozentsatz sieht im Fahrlehrermangel die derzeit größte Herausforderung unserer Branche.
Sehr viele Fahrschulen und somit nicht nur die großen Betriebe fahren im wahrsten Sinne des Wortes an der Grenze ihrer Ausbildungskapazität. Wir brauchen deshalb alle guten Fahrschulen um die Erwartungen unserer Kunden, den Fahrschülern, zu erfüllen.
Natürlich wird sich unsere Branchenstruktur nachhaltig verändern. Warum auch nicht, denn in Kooperationen und Gemeinschaften liegen vor allem für kleinere Fahrschulbetriebe klare Zukunftschancen. Diese gilt es zu nutzen. Voraussetzung dafür ist, dass sich gegenseitiges Vertrauen entwickelt. Kollegialität muss wieder in den Mittelpunkt rücken, denn wir brauchen jede gute Fahrschule in Deutschland.
FahrlG / Reform /

Neues FahrlG (Folge 2): Fahrlehrer-Pflichten

Die Reform steckt im Detail. Die gute Nachricht zuerst: Die Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten für Fahrschulen wurden ein wenig gelockert. Doch bei genauer Betrachtung entpuppt sich die Abschaffung des Tagesnachweises als Mogelpackung. Wie bei vielen Regelungen des neuen Fahrlehrergesetzes muss man genau hinschauen. So erhält der neu gestaltete Ausbildungsnachweis ab Januar 2018 eine eigene Spalte für die Uhrzeit einer jeden Fahrstunde. Viele weitere Kleinigkeiten sind in der Reform verankert, wobei man nicht nur im Gesetz nachlesen sollte, sondern auch in den entsprechenden Verordnungen.

Fahrlehrer ist kein Job wie jeder andere. Der Gesetzgeber sieht in der Ausübung der fahrpädagogischen Tätigkeit eine besondere Verantwortung. Anderen, meist jungen Menschen das Fahren beizubringen, erfordert spezielle Eignung, ausdauernde Geistesgegenwart und permanente Fortbildung. Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer werden dafür entlohnt. Auf der anderen Seite will der Gesetzgeber sichergestellt wissen, dass Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer in jeder Sekunde ihrer Verantwortung gerecht werden. Vom Grundsatz her erscheint das verständlich. Aber im Alltag der Fahrlehrer bedeutet dies auch nach der Reform: Die meisten Regeln, die manche Kollegen unter dem Stichwort Bürokratieabbau abgeschafft sehen wollten, bleiben erhalten. Ein Blick auf die Details lohnt.

ARBEITSZEIT

Im ersten Gesetzesentwurf zur Reform des Fahrlehrergesetzes war die seit 1976 geltende Arbeitszeitregelung noch komplett gestrichen worden. Die Argumentation lief letztlich darauf hinaus, dass angestellte Fahrlehrer bereits durch das Arbeitszeitgesetz geschützt seien und Fahrschulunternehmer, wie andere Unternehmer mit ähnlich verantwortungsvollen Tätigkeiten (z. B. Ärzte) ihre Arbeitszeit auch selbst verantwortungsvoll bestimmen können. In der endgültigen Fassung des neuen Fahrlehrergesetzes tauchte die Regelung wieder auf, da es anscheinend doch zu viele Bedenken gab. Weiterlesen

Sascha Fiek // Fahrschulen / Fahrschulunternehmer / Mobilität / MOVING

Ausbildungsqualität in Zeiten des Fahrlehrermangels

Auf dem BDFU Unternehmertag verblüffte Sascha Fiek mit erstaunlichen Thesen. Sein Beitrag zum Thema „Zukunft der Fahrschulen“ wurde heiß diskutiert.

Die Fahrschule, die Sascha Fiek gemeinsam mit seiner Mutter in Freiburg betreibt, unterhält mehrere Betriebsstätten und weist eine vergleichsweise stattliche Größe auf. Gemäß den Kriterien des Fahrschul-Klima-Index der MOVING Road Safety Association e.V. gehört die Fahrschule zu denen, die entspannt in die Zukunft blicken sollten. Ob die Perspektiven wirklich so glänzend sind wie vom MOVING Klima-Index gemessen – dahinter setzte Fiek jedoch ein Fragezeichen.

Auf dem BDFU Unternehmertag referierte der Freiburger Fahrlehrer über die großen Herausforderungen, die inzwischen die gesamte Branche erfasst haben. Seine Sorge galt dabei weniger der fehlenden Auslastung, sondern mehr den mangelnden Kapazitäten. Fiek stellte fest: Der Fahrlehrermangel bedroht die Ausbildungsqualität, steigert die Ausbildungsdauer und erhöht schlussendlich auch die Kosten. Weiterlesen

Fahrlehrerverband // Baden-Württemberg // Runder Tisch // Nachwuchsmangel

Positive Botschaften gegen den Fahrlehrermangel

Die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. und der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e. v. baten Fahrlehrer/innen und Fahrschulexperten aus ganz Deutschland an den runden Tisch. Der Tag galt nur einem Thema: Wie kann dem Mangel an Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern, unter dem die Branche zunehmend leidet, wirksam begegnet werden? Dabei wurde deutlich: Patentlösungen gibt es nicht. Dennoch brachte die Runde zahlreiche Impulse und wertvolle Hilfen.

„Wir müssen mehr und positiver über unseren Beruf reden.“ Jochen Klima, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., nutzte sein Schlusswort für einen Appell an die Branche. Doch die geladenen Experten waren sich nicht nur in diesem Punkt einig. Vom runden Tisch in Pforzheim ging die klare Botschaft ins Land: Um dem Fahrlehrermangel Herr zu werden, ist vor allem Zusammenhalt gefordert. Der Beitrag jedes Einzelnen zählt. Der Fahrlehrerberuf braucht dringend ein besseres, moderneres Image, um wieder für mehr junge Menschen interessant zu werden.

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Die wichtigsten Impulse vom runden Tisch

Jochen Klima (Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V.)

Jochen Klima, Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V.

zum autonomen Fahren:
„Solange am Auto noch ein Abschaltknopf zu finden ist, so lange braucht man auch Fahrlehrer.“

zur Zukunft des Fahrlehrerberufs:
„Auf Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer kommen tolle Zukunftsaufgaben zu: neben der klassischen Fahrausbildung können wir die Wege zum teilautonomen Fahren kompetent begleiten und neue moderne Lernmethoden in den Unterricht integrieren.“

zur Werbung für den Fahrlehrerberuf
„Wir müssen verstärkt auch die emotionale Ebene ins Spiel bringen, um Menschen an den Fahrlehrerberuf heranzuführen.“

Gerhard von Bressensdorf (Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.)

Gerhard von Bressensdorf, Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.

Zu dem, was ihn besorgt:
„Die Altersstruktur der Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer macht mir große Sorge. Wir haben aktuell einen Altersdurchschnitt von über 50 Jahren.“

Zur Qualifikation von guten Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern:
„Neben der pädagogischen Qualität ist für mich die sprachliche Qualität besonders wichtig. Gute Fahrlehrer müssen das Wissen in einer Sprache vermitteln, die die Fahrschüler verstehen können.“

Zu attraktiven Arbeitsbedingungen in den Fahrschulen:
„Die Fahrschule als Arbeitgeber muss die richtigen Voraussetzungen schaffen. Da kommt es auch auf die Work-Life-Balance an.“ Weiterlesen

BDFU-Unternehmertag: Gute Zeiten für innovative Fahrschulen

Die Reform des Fahrlehrergesetzes kommt. Auf Einladung des Bundesverbandes deutscher Fahrschulunternehmen (BDFU) traf sich jetzt die Branche in Esslingen. Man diskutierte über Verordnungen und Rahmenbedingungen, über neue Herausforderungen und Chancen und darüber, wie sich Fahrschulen in naher Zukunft verändern werden. Der mobilmacher protokolliert einen interessanten Tag.

Aus ganz Deutschland waren Fahrschulunternehmer nach Esslingen gereist. Sie wurden begrüßt von Rainer Zeltwanger, dem Fahrlehrer, der vielleicht die beste Ausdauer aller deutschen Kollegen besitzt. Tatsächlich war es Zeltwanger selbst, der bereits im Jahr 2001 den ersten Entwurf eines Positionspapiers formuliert hatte. Damals hatte er sich eine Pause vom Fahrlehrerberuf genommen und arbeitete als Referent für den damaligen grünen Fraktionsvorsitzenden Rezzo Schlauch, der später als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium tätig war. Doch seine erste Initiative zum neuen Branchengesetz versickerte zwischen den politischen Strömungen. Fast ein Jahrzehnt später sah er in einer anderen Konstellation wieder die Chance sah, die überfällige Reform anzugehen. Die Idee eines neue Gesetzes war sogar ein wichtiger Gründungsimpuls für den BDFU. Insofern war der 27. Oktober 2017 für den Verbandspräsidenten ein ganz besonderer Tag.

Zeltwanger // BDFU // Unternehmertag // Fahrlehrer // Esslingen // Verband

Rainer Zeltwanger (BDFU) begrüßt die Teilnehmer

Zeltwanger begann die Veranstaltung mit der Festellstellung „Der neue Fahrlehrergesetz kommt“, was er nach dieser Vorgeschichte und den langen Diskussionen mit besonderem Nachdruck betonte. Passend dazu hatte Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, eine Videogrußbotschaft nach Esslingen gerichtet. In seinem Verkehrsministerium hat man das Gesetz kräftig angeschoben. Kretschmann versprach in seiner Botschaft: „Das neue Fahrlehrergesetz wird überflüssige Bürokratie abbauen und den pädagogischen Teil der Ausbildung verbessern.“

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Fahrstundenpreise steigen leicht

„Nur leicht?“ werden manche Fahrschulunternehmer fragen – und das nicht zu unrecht. Die Branche leidet unter Fahrlehrermangel. Weil gute Arbeit auch gut entlohnt werden sollte, haben viele ein starkes Interesse an steigenden Preisen. Auch die Mehrzahl der Kommentare, die beim mobilmacher unter die Meldungen des monatlichen DATAPART Preisspiegels gepostet wurden, deuten in diese Richtung. Der Wunsch, die Fahrstundenpreise mögen deutlicher steigen, wird vielfach in der Branche geteilt. Im September ging der Leitpreis für eine Fahrstunde der Führerscheinklasse B im Bundesdurchschnitt um 0,56% nach oben.

„Der Fahrlehrermangel ist unser größtes Problem.“

Das Geschäft läuft in der Fahrschulbranche – so lautet die vielleicht wichtigste Erkenntnis des 3. MOVING-Expertenforums in Berlin. Die Fahrschulen im Land sind zufrieden. Doch ein Problem trübt die ansonsten gute Laune: Der Nachwuchsmangel macht Sorgen.

Gero Storjohann, verkehrspolitischer Experte in der CDU Bundestagsfraktion, ließ es sich nicht nehmen, nochmals auf die Reform des Fahrlehrergesetzes einzugehen. Es war der einzige Blick zurück an diesem hochinteressanten Tag. Denn es ging um Gegenwart und Zukunft der Fahrschulen im Land.

Gastgeber Jörg-Michael Satz (links) und Sascha Fiek (rechts)

Wie es den Fahrschulen aktuell geht, das wusste Jörg-Michael Satz, Präsident der MOVING International Road Safety Association e.V. genau. Satz stellte die aktuellen Ergebnisse des repräsentativen MOVING Klima-Index vor, in dem eine Mehrzahl der Fahrschulunternehmer angegeben hatte, optimistisch in die Zukunft zu schauen. Demnach sind vor allem große Fahrschulen in der Stadt positiv gestimmt, wobei kleinen Fahrschulen auf dem platten Land deutlich zurückhaltender antworteten.

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Kosten // Fahrlehrer-Ausbildung // Fahrlehrer // Fahrlehrergesetz // FahrlG

Fahrlehrer-Ausbildung: Kosten ungefähr konstant

Kleiner Nachtrag zur Folge 1 unserer Serie über das neue Fahrlehrer-Gesetz.

Die Gesamtkosten einer Fahrlehrerausbildung sind bei der Suche nach Nachwuchs ein entscheidender Faktor. Viele Fahrschulen beteiligen sich oder übernehmen sie vollständig.

Die oben aufgeführte Vergleichstabelle macht deutlich: Die Gesamtkosten der Fahrlehrerausbildung Klasse BE sind nicht zwangsläufig für jeden gestiegen. Der Grund: Das Aufstiegs-BaFöG (umgangssprachlich als Meister-BaFöG bekannt) kann effektiver eingesetzt werden, weil der Erwerb der Führerscheine A2 und CE als Zugangsvoraussetzungen weggefallen ist.

Wenn man diese Kosten in die Vergleichsrechnung einbezieht, wird die Ausbildung sogar günstiger. Diese Rechnung ist natürlich nur für all diejenigen aufgemacht, die nicht schon vorher die Führerscheine A2 und CE erworben haben.

Warum werden Sie Fahrlehrerin, Alexa Röhm?

Wie lauten die Argumente, die junge Menschen überzeugen, Fahrlehrerin oder Fahrlehrer zu werden? Ein Interview mit einer, die es wissen müsste: Alexa Röhm (FLA) lernt auf der vpa Verkehrsfachschule GmbH Kirchheim/Teck und beim Ausbildungsbetrieb Waldi’s Fahrschule, Kusterdingen.

Alexa Röhm / Fahrlehrerin / FLA / Waldi's Fahrschule / Beruf Fahrlehrerin

Alexa Röhm

Möglicherweise trägt das neue Fahrlehrergesetz dazu bei, den Beruf attraktiver zu machen. Doch Fahrschulen sollten sich nicht darauf verlassen. Dass die Bewerber plötzlich die Türen der Fahrschulen einrennen, damit ist auch nach der Reform nicht zu rechnen. Wie bei vielen Stellenbesetzungen in anderen Berufen, ist eine der erfolgreichsten Strategien, jemanden aus dem erweiterten Umfeld des Betriebes zu kennen, der sich für den schönen Beruf interessiert. Das ist nicht unbedingt Glückssache, sondern eine Frage der aktiven und wachen Kommunikation.

Darum gilt erstens: Sprechen Sie aufgeschlossene junge Menschen darauf an, ob Sie vielleicht Interesse am Fahrlehrerberuf haben, oder gegebenenfalls jemanden kennen, der sich dafür interessieren würde. Zweitens: Argumentieren Sie im Gespräch treffend und vermitteln Sie die Begeisterung, die Sie selbst an diesem schönen Beruf haben.

Als kleine Hilfestellung hat sich der mobilmacher bei einer Fahrlehrer-Anwärterin erkundigt. Wir wollten wissen: Warum haben sie sich für den Beruf entschieden? Was gab den Ausschlag? Was ist es genau, das den Beruf so attraktiv macht?

mobilmacher: Alexa Röhm, warum haben Sie sich entschieden, Fahrlehrerin zu werden?

Alexa Röhm: Wenn ich hier in der Fahrschule bin, fühlt sich das nicht nach Arbeit an. Hier kommt man mit vielen jungen Leuten in Kontakt und kann ihnen konkret weiter helfen. Das ist ein sehr gutes Gefühl.

Was haben Sie zuvor gemacht?

Ich habe Bürokauffrau gelernt, übrigens in einer Fahrschule. Danach habe ich einige Zeit in einem anderen Betrieb im Büro gearbeitet. Die Kolleginnen und Kollegen dort waren zwar alle freundlich, aber es hat etwas gefehlt. Manchmal war es wirklich eintönig. Außerdem hatte ich keinen Bezug zu den Produkten gefunden. In der Fahrschule ist das ganz anders. Das Umfeld und die jungen Leute motivieren mich. Ich kann etwas Sinnvolles tun. Hier macht es Spaß. Ich bin wirklich froh, dass ich nicht mehr am Schreibtisch fest getackert bin.

Wie sind Sie auf die Idee kommen, Fahrlehrerin zu werden?

Ich hatte natürlich noch meine Zeit in der Fahrschule im Sinn. Dorthin wollte ich wieder. Der Auslöser war dann, als ich meiner Schwester auf dem Verkehrsübungsplatz gezeigt habe, wie man schaltet und ihr die ersten Dinge beigebracht habe. Bei dieser Gelegenheit habe ich gemerkt, dass ich wohl das Talent habe, das man als Fahrlehrerin braucht. Obwohl es manchmal bei denen am schwersten ist, die man besonders gut kennt. Aber sie hat alles schnell verstanden. Ist ja auch meine Schwester.

Keine Bange vor den ungewöhnlichen Arbeitszeiten?

Überhaupt nicht. Das kommt mir sogar entgegen. Man ist deutlich flexibler als in anderen Berufen. Für mich passt es optimal: Der Morgen ist nicht unbedingt meine Tageszeit. Später bin ich produktiver. Ich hab auch kein Problem, wenn es mal länger geht. Schließlich bin ich unter Leuten. Diejenigen, die mich kennen, behaupten sowieso, ich hätte Hummeln im Po. Insofern passt der Beruf hervorragend zu mir. Ich bin dauernd unterwegs.

Und die Theorie: Freuen Sie sich darauf, den ersten Unterricht selbst zu halten?

Ja, tatsächlich. Im Moment schaue ich noch interessiert zu, wie es die Anderen anpacken. Aber wenn ich fachlich voll fit bin, dann geht’s los. Da kann man seinen eigenen Stil entwickeln und sich selbst einbringen. Muss man ja auch. Schließlich sollte der Funke überspringen, dann lernt sich’s leichter.

Wie klappt’s mit dem eigenen Lernen?

Das ist sogar ziemlich interessant. Weit spannender als ich zuvor vermutet hatte. Was man im Pädagogik-Unterricht lernt, kann man praktisch anwenden. Übrigens nicht nur im Beruf. Man kann vieles fürs Privatleben rausziehen. Vielleicht liegt’s auch daran, dass es die Dozenten bei der vpa in Kirchheim so gut rüber bringen.

Kurze Antwort zum Schluß bitte: Was ist das Schönste an diesem Beruf?

Ich glaube, es ist der Moment, wenn die Schüler fahren wie die jungen Götter und man denkt im Stillen: „Ich wars, der denen das beigebracht hat.“

Vielen Dank, Frau Röhm. Toi, toi, toi für alles Weitere.