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Neues FahrlG (Folge 2): Fahrlehrer-Pflichten

Die Reform steckt im Detail. Die gute Nachricht zuerst: Die Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten für Fahrschulen wurden ein wenig gelockert. Doch bei genauer Betrachtung entpuppt sich die Abschaffung des Tagesnachweises als Mogelpackung. Wie bei vielen Regelungen des neuen Fahrlehrergesetzes muss man genau hinschauen. So erhält der neu gestaltete Ausbildungsnachweis ab Januar 2018 eine eigene Spalte für die Uhrzeit einer jeden Fahrstunde. Viele weitere Kleinigkeiten sind in der Reform verankert, wobei man nicht nur im Gesetz nachlesen sollte, sondern auch in den entsprechenden Verordnungen.

Fahrlehrer ist kein Job wie jeder andere. Der Gesetzgeber sieht in der Ausübung der fahrpädagogischen Tätigkeit eine besondere Verantwortung. Anderen, meist jungen Menschen das Fahren beizubringen, erfordert spezielle Eignung, ausdauernde Geistesgegenwart und permanente Fortbildung. Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer werden dafür entlohnt. Auf der anderen Seite will der Gesetzgeber sichergestellt wissen, dass Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer in jeder Sekunde ihrer Verantwortung gerecht werden. Vom Grundsatz her erscheint das verständlich. Aber im Alltag der Fahrlehrer bedeutet dies auch nach der Reform: Die meisten Regeln, die manche Kollegen unter dem Stichwort Bürokratieabbau abgeschafft sehen wollten, bleiben erhalten. Ein Blick auf die Details lohnt.

ARBEITSZEIT

Im ersten Gesetzesentwurf zur Reform des Fahrlehrergesetzes war die seit 1976 geltende Arbeitszeitregelung noch komplett gestrichen worden. Die Argumentation lief letztlich darauf hinaus, dass angestellte Fahrlehrer bereits durch das Arbeitszeitgesetz geschützt seien und Fahrschulunternehmer, wie andere Unternehmer mit ähnlich verantwortungsvollen Tätigkeiten (z. B. Ärzte) ihre Arbeitszeit auch selbst verantwortungsvoll bestimmen können. In der endgültigen Fassung des neuen Fahrlehrergesetzes tauchte die Regelung wieder auf, da es anscheinend doch zu viele Bedenken gab. Weiterlesen

Sascha Fiek // Fahrschulen / Fahrschulunternehmer / Mobilität / MOVING

Ausbildungsqualität in Zeiten des Fahrlehrermangels

Auf dem BDFU Unternehmertag verblüffte Sascha Fiek mit erstaunlichen Thesen. Sein Beitrag zum Thema „Zukunft der Fahrschulen“ wurde heiß diskutiert.

Die Fahrschule, die Sascha Fiek gemeinsam mit seiner Mutter in Freiburg betreibt, unterhält mehrere Betriebsstätten und weist eine vergleichsweise stattliche Größe auf. Gemäß den Kriterien des Fahrschul-Klima-Index der MOVING Road Safety Association e.V. gehört die Fahrschule zu denen, die entspannt in die Zukunft blicken sollten. Ob die Perspektiven wirklich so glänzend sind wie vom MOVING Klima-Index gemessen – dahinter setzte Fiek jedoch ein Fragezeichen.

Auf dem BDFU Unternehmertag referierte der Freiburger Fahrlehrer über die großen Herausforderungen, die inzwischen die gesamte Branche erfasst haben. Seine Sorge galt dabei weniger der fehlenden Auslastung, sondern mehr den mangelnden Kapazitäten. Fiek stellte fest: Der Fahrlehrermangel bedroht die Ausbildungsqualität, steigert die Ausbildungsdauer und erhöht schlussendlich auch die Kosten. Weiterlesen

Fahrlehrerverband // Baden-Württemberg // Runder Tisch // Nachwuchsmangel

Positive Botschaften gegen den Fahrlehrermangel

Die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. und der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e. v. baten Fahrlehrer/innen und Fahrschulexperten aus ganz Deutschland an den runden Tisch. Der Tag galt nur einem Thema: Wie kann dem Mangel an Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern, unter dem die Branche zunehmend leidet, wirksam begegnet werden? Dabei wurde deutlich: Patentlösungen gibt es nicht. Dennoch brachte die Runde zahlreiche Impulse und wertvolle Hilfen.

„Wir müssen mehr und positiver über unseren Beruf reden.“ Jochen Klima, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., nutzte sein Schlusswort für einen Appell an die Branche. Doch die geladenen Experten waren sich nicht nur in diesem Punkt einig. Vom runden Tisch in Pforzheim ging die klare Botschaft ins Land: Um dem Fahrlehrermangel Herr zu werden, ist vor allem Zusammenhalt gefordert. Der Beitrag jedes Einzelnen zählt. Der Fahrlehrerberuf braucht dringend ein besseres, moderneres Image, um wieder für mehr junge Menschen interessant zu werden.

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Die wichtigsten Impulse vom runden Tisch

Jochen Klima (Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V.)

Jochen Klima, Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V.

zum autonomen Fahren:
„Solange am Auto noch ein Abschaltknopf zu finden ist, so lange braucht man auch Fahrlehrer.“

zur Zukunft des Fahrlehrerberufs:
„Auf Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer kommen tolle Zukunftsaufgaben zu: neben der klassischen Fahrausbildung können wir die Wege zum teilautonomen Fahren kompetent begleiten und neue moderne Lernmethoden in den Unterricht integrieren.“

zur Werbung für den Fahrlehrerberuf
„Wir müssen verstärkt auch die emotionale Ebene ins Spiel bringen, um Menschen an den Fahrlehrerberuf heranzuführen.“

Gerhard von Bressensdorf (Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.)

Gerhard von Bressensdorf, Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.

Zu dem, was ihn besorgt:
„Die Altersstruktur der Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer macht mir große Sorge. Wir haben aktuell einen Altersdurchschnitt von über 50 Jahren.“

Zur Qualifikation von guten Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern:
„Neben der pädagogischen Qualität ist für mich die sprachliche Qualität besonders wichtig. Gute Fahrlehrer müssen das Wissen in einer Sprache vermitteln, die die Fahrschüler verstehen können.“

Zu attraktiven Arbeitsbedingungen in den Fahrschulen:
„Die Fahrschule als Arbeitgeber muss die richtigen Voraussetzungen schaffen. Da kommt es auch auf die Work-Life-Balance an.“ Weiterlesen

BDFU-Unternehmertag: Gute Zeiten für innovative Fahrschulen

Die Reform des Fahrlehrergesetzes kommt. Auf Einladung des Bundesverbandes deutscher Fahrschulunternehmen (BDFU) traf sich jetzt die Branche in Esslingen. Man diskutierte über Verordnungen und Rahmenbedingungen, über neue Herausforderungen und Chancen und darüber, wie sich Fahrschulen in naher Zukunft verändern werden. Der mobilmacher protokolliert einen interessanten Tag.

Aus ganz Deutschland waren Fahrschulunternehmer nach Esslingen gereist. Sie wurden begrüßt von Rainer Zeltwanger, dem Fahrlehrer, der vielleicht die beste Ausdauer aller deutschen Kollegen besitzt. Tatsächlich war es Zeltwanger selbst, der bereits im Jahr 2001 den ersten Entwurf eines Positionspapiers formuliert hatte. Damals hatte er sich eine Pause vom Fahrlehrerberuf genommen und arbeitete als Referent für den damaligen grünen Fraktionsvorsitzenden Rezzo Schlauch, der später als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium tätig war. Doch seine erste Initiative zum neuen Branchengesetz versickerte zwischen den politischen Strömungen. Fast ein Jahrzehnt später sah er in einer anderen Konstellation wieder die Chance sah, die überfällige Reform anzugehen. Die Idee eines neue Gesetzes war sogar ein wichtiger Gründungsimpuls für den BDFU. Insofern war der 27. Oktober 2017 für den Verbandspräsidenten ein ganz besonderer Tag.

Zeltwanger // BDFU // Unternehmertag // Fahrlehrer // Esslingen // Verband

Rainer Zeltwanger (BDFU) begrüßt die Teilnehmer

Zeltwanger begann die Veranstaltung mit der Festellstellung „Der neue Fahrlehrergesetz kommt“, was er nach dieser Vorgeschichte und den langen Diskussionen mit besonderem Nachdruck betonte. Passend dazu hatte Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, eine Videogrußbotschaft nach Esslingen gerichtet. In seinem Verkehrsministerium hat man das Gesetz kräftig angeschoben. Kretschmann versprach in seiner Botschaft: „Das neue Fahrlehrergesetz wird überflüssige Bürokratie abbauen und den pädagogischen Teil der Ausbildung verbessern.“

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Kosten // Fahrlehrer-Ausbildung // Fahrlehrer // Fahrlehrergesetz // FahrlG

Fahrlehrer-Ausbildung: Kosten ungefähr konstant

Kleiner Nachtrag zur Folge 1 unserer Serie über das neue Fahrlehrer-Gesetz.

Die Gesamtkosten einer Fahrlehrerausbildung sind bei der Suche nach Nachwuchs ein entscheidender Faktor. Viele Fahrschulen beteiligen sich oder übernehmen sie vollständig.

Die oben aufgeführte Vergleichstabelle macht deutlich: Die Gesamtkosten der Fahrlehrerausbildung Klasse BE sind nicht zwangsläufig für jeden gestiegen. Der Grund: Das Aufstiegs-BaFöG (umgangssprachlich als Meister-BaFöG bekannt) kann effektiver eingesetzt werden, weil der Erwerb der Führerscheine A2 und CE als Zugangsvoraussetzungen weggefallen ist.

Wenn man diese Kosten in die Vergleichsrechnung einbezieht, wird die Ausbildung sogar günstiger. Diese Rechnung ist natürlich nur für all diejenigen aufgemacht, die nicht schon vorher die Führerscheine A2 und CE erworben haben.

Zur Reform des Fahrlehrergesetzes: Fünf Fragen an Gerhard von Bressensdorf

Es hat gedauert, aber das Finale ist nah. Kurz bevor die Parteien in Wahlkampfmodus schalten, konnten die Ampeln für die Reform des Fahrlehrergesetzes auf grün geschalten werden. Sie war unter den letzten Gesetzespaketen, die die große Koalition im aktuellen Zustand auf dem Weg brachte. Allgemein wird erwartet, dass das Gesetz den Bundesrat passiert und am 1. Januar 2018 in Kraft tritt. Gerhard von Bressensdorf ist Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. Er hat ausführlich zu den Fragen des mobilmacher Stellung genommen.

mobilmacher: Herr von Bressensdorf, ein langer Prozess scheint zu einem Ende zu kommen. Ein gutes Ende?

Gerhard von Bressensdorf: Ein viel zu langer Prozess ist endlich zu Ende gegangen. Wie häufig steht am Ende eines langen Prozesses ein Kompromiss, bei dem jeder Beteiligte auch Federn lassen muss. Ein abschließendes Urteil kann noch nicht getroffen werden, da wir noch gespannt auf die Rechtsverordnungen zum Fahrlehrergesetz warten müssen, die uns letztendlich erst die Sicherheit darüber geben, wie das komplette Gesetzeswerk in der Praxis umgesetzt und vollzogen werden soll. Dies wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Fahrlehrerverbände / BVF / Bundesverband / Fahrschulen

Gerhard von Bressensdorf, Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. (BVF)

mobilmacher: Finden sich die Interessen ihrer Mitglieder im neuen Gesetz wieder? Unter anderem bleibt die 495-Minuten-Regelung erhalten.

Gerhard von Bressensdorf: In einem großen Teil der neuen Regelung werden sich unsere Mitglieder ganz sicher wiederfinden. Aber nicht nur für unsere Mitglieder, sondern auch aus Sicht der Verkehrssicherheit, ist das klare Bekenntnis zur professionellen Ausbildung in Deutschland ein großer Gewinn und keinesfalls eine Selbstverständlichkeit, wie viele meinen könnten. Hierbei ist die 495-Minuten-Regelung nur ein kleiner, wenn auch notwendiger Teil. Eine Arbeitszeitregelung für Fahrlehrer sollte eben durch 45 teilbar sein.
Wir sehen viele unserer Forderungen und Wünsche als erfüllt, mindestens als teilweise erfüllt an. Ob es sich hierbei um die inhaltliche und zeitliche Erweiterung der Fahrlehrerausbildung handelt, der Einbeziehung von Fahrerassistenzsystemen und des hochautomatisierten Fahrens in die Fahrlehrerausbildung sowie dem beginnenden Übergang zur Elektromobilität, der neuen ausgewogenen Regelung (in organisatorischer, inhaltlicher und finanziell verträglicher Weise) über die künftige Fortbildungspflicht für Fahrlehrer, den Kooperationsmöglichkeiten zwischen Fahrschulen, der nur in Ansätzen geglückten Entbürokratisierung von Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten sowie der Klarstellung bezüglich der Kenntlichmachung von Unterrichtsentgelten in der Fahrschule, wie in der Werbung.

mobilmacher: Sind sie uneingeschränkt zufrieden? Oder haben sie Kritikpunkte? Weiterlesen

Rolf Dautel-Haußmann 
zur Reform des Fahrlehrergesetzes: 
“Es hätte mehr sein dürfen“

Das neue Fahrlehrerrecht nimmt konkrete Formen an. Im Gesetzgebungsprozess war Rolf Dautel-Haußmann von der vpa Verkehrsfachschule in Kirchheim/Teck immer dann beteiligt, wenn es um fachliche Details ging. Als Mitglied des erweiterten Vorstandes von BAGFA und BDFU war er wichtiger Ansprechpartner für das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI). 

mobilmacher: Man hat viel und lange diskutiert. Nicht nur in Berlin, sondern in unserer gesamten Branche. Wie beurteilen Sie das Ergebnis, welches sich jetzt abzeichnet?

Rolf Dautel-Haußmann: Viele Punkte, die jetzt im Gesetzentwurf stehen, waren ja schon bekannt, zum Beispiel der Wegfall der Zugangsvoraussetzungen A2/CE. Es ist sicherlich gut, dass wir daran nun einen Haken machen dürfen. Trotzdem muss man sagen: Auf der Zielgerade haben offenbar Leute aus der Praxis gefehlt. Die Fachkenntnis des Parlaments scheint mir in manchen Punkten nicht ausreichend gewesen zu sein. Im Schwäbischen sagt man bei solchen Gelegenheiten sinngemäß: ‚Es war gut und viel. Aber es hätte besser und mehr sein dürfen.‘ “

vpa Kirchheim, Rolf Dautel-Haußmann / BAGFA / BDFU / Fahrlehrergesetz / Fahrlehrerrecht

Rolf Dautel-Haußmann von der vpa Kirchheim war als Experte am Gesetzgebungsprozess beteiligt

mobilmacher: Welche Punkte meinen Sie damit?

Rolf Dautel-Haußmann: Allen voran, dass die 495-Minuten-Regel am Ende eben doch wieder im Gesetz aufgetaucht ist. Das widerspricht den ursprünglichen Zielen. Es ist bedauerlich, dass man so wenig Vertrauen in die Seriosität des Berufsstandes setzt. Wir wollten weniger Bürokratie und finanzielle Entlastung. Nun droht die Rückkehr des Tagesnachweises. Und damit könnte auch im Überwachungsbereich alles beim Alten bleiben.“

mobilmacher: Was bedeutet es für Sie als Fahrlehrer-Ausbildungsstätte, wenn nun die Möglichkeit besteht, den Fahrlehrerberuf in Teilzeit zu erlernen? Weiterlesen

Zur Reform des Fahrlehrergesetzes: Fünf Fragen an Bernd Brenner

Die Reform des Fahrlehrerrechts gilt unter Experten als beschlossene Sache. Der Gesetzentwurf hat den Verkehrausschuss passiert. Bernd Brenner, der als Vorsitzender der BAGFA (Bundesarbeitsgemeinschaft der Fahrlehrerausbildungsstätten e.V.) als Sachverständiger am Gesetzgebungsprozess beteiligt war, ist vorsichtig optimistisch. Er verweist unter anderem darauf, dass die Details noch in den Verordnungen umsetzt werden müssen.

mobilmacher: Herr Brenner, ein langer Prozess scheint zu einem Ende zu kommen. Ein gutes Ende?

Bernd Brenner, BAGFA, Fahrlehrerausbildungsstätten

Bernd Brenner, Vorsitzender der BAGFA (Bundesarbeitsgemeinschaft der Fahrlehrerausbildungsstätten e.V.)

Bernd Brenner: Das Ende ist ja noch nicht ganz erreicht, aber so wie sich die Reform jetzt abzeichnet, können alle Interessenvertreter, die am Reformprozess beteiligt waren und natürlich auch der Berufsstand mit ihr zufrieden sein. Dass nicht alle Wünsche und Forderungen erfüllt wurden, liegt nach meiner Überzeugung in der Natur der Sache.

mobilmacher: Vor allem die Umstrukturierung der Fahrlehrerausbildung war ein Wunsch der BAGFA. Finden sich Ihre Interessen im neuen Gesetz wieder? Weiterlesen

Zur Reform des Fahrlehrergesetzes: Fünf Fragen an Rainer Zeltwanger

Das Fahrlehrergesetz ist auf der Zielgerade. Allen, die hautnah dabei waren, ist ein Stein vom Herzen gefallen, als der Verkehrsausschuss dem aktuell vorliegenden Gesetzesentwurf zugestimmt hat. Die 2. und 3. Lesung im Bundestag steht unmittelbar bevor. Auch der Bundesrat muss noch zustimmen. Unter Experten gelten diese nächsten Schritte  als Formsache. Die vorliegende Fassung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die endgültige Fassung des Gesetzes, das zum 1.1.2018 in Kraft treten wird. Rainer Zeltwanger, der Vorsitzende des BDFU (Bund Deutscher Fahrschulunternehmer e.V.) war einer der treibenden Kräfte im jahrelangen Reformprozess.

mobilmacher: Rainer Zeltwanger, ein langer Prozess scheint zu einem Ende zu kommen. Ein gutes Ende?

Rainer Zeltwanger / Fahrschule ACADEMY / Vorsitzender / BDFU / Fahrlehrergesetz

Rainer Zeltwanger, 1. Vorsitzender des BDFU (Bundesverband Deutscher Fahrschulunternehmen e. V.)

Rainer Zeltwanger: Auf jeden Fall! Die Branche hat über 40 Jahre auf die Reform gewartet. Ich selbst habe mich viele Jahre mit großem Zeitaufwand für sie eingesetzt. Ich fasse es noch gar nicht richtig, dass ich das Thema jetzt tatsächlich abhaken kann!

Es war enorm wichtig, dass sich mehrere Verbände in den Reformprozess eingebracht haben. Sonst hätten wir heute lediglich eine Verlängerung der Fahrlehrerausbildung auf 24 Monate und alles andere wäre beim Alten geblieben. Der BDFU hat gute Arbeit geleistet. Wir konnten mit einem Großteil unserer Vorschläge überzeugen. Am 1. Januar 2018 wird ein gutes Fahrlehrergesetz in Kraft treten. Wer will, hat dann endlich die Spielräume, sein Unternehmen zukunftsfähig zu machen, die uns bisher immer verwehrt wurden.

Klar, ein Gesetzgebungsverfahren ist kein Wunschkonzert. Am Ende geht es immer darum, aus konträren Vorschlägen bestmögliche Kompromisse zu erzielen. Ich begrüße vor allem, dass die Fahrlehrerausbildung an die heutigen Anforderungen angepasst wurde. Nun kann man im Vorpraktikum den Alltag, die Arbeitszeiten und die Anforderungen seines künftigen Berufs kennenlernen und sich erst danach für die teure Ausbildung entscheiden. In der Ausbildung selbst wurden Methodik und Didaktik deutlich aufgewertet. Die Anwärterinnen und Anwärter lernen also, wie man einen guten theoretischen und praktischen Unterricht macht. Außerdem freut mich, dass die E-Mobilität und das teilautonome Fahren verbindlicher Inhalt der Fahrlehrerausbildung werden.

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