Kategorie-Archiv: Fahrschule

Kassenprüfung // Betriebführung // Kassenbuch // Kassennachschau // Peter Pinkepank

„Gegen die Kassen-Nachschau kann sich keine Fahrschule wehren.“

In Teil 1 des Interview hat Fahrschul-Steuerexperte Peter Pinkepank erklärt, welche Richtlinien für die korrekte Führung des Kassenbuches gelten. Im zweiten Teil blickt er ins Jahr 2018 – und erläutert, mit welchen Mitteln der Gesetzgeber den Druck noch zusätzlich erhöht hat.

mobilmacher: Die Bargeldkasse gilt als kritischer Punkt bei jeder Prüfung. Warum ist das Risiko so groß?

Peter Pinkepank: Wenn Mängel in der Kassenführung festgestellt werden, haben die Finanzämter die Pflicht, die Einnahmen zu schätzen. Die Beamten sind in diesen Fällen angehalten, einen Sicherheitsaufschlag vorzunehmen. Das sollte man als Fahrschulunternehmer unbedingt vermeiden, um sich vor übertriebenen Schätzungen zu schützen. Ich habe von einem Fall gehört, da ging es nicht um die Beträge, sondern nur um eine Kasse, die nicht vollständig einwandfrei geführt war. Die Konsequenzen waren völlig unverhältnismäßig. Es wurde eine Steuernachzahlung festgesetzt, die absolut willkürlich erschien.

Gilt das auch für kleine Fahrschulen?

Bei allen Unternehmen – ob klein oder groß –, die Ihren Gewinn mit einer Einnahmenüberschussrechnung ermitteln, besteht im Grunde keine Pflicht zur Führung eines Kassenbuches. Das hat der Bundesfinanzhof kürzlich in einem Urteil bestätigt. Betriebswirtschaftlich sinnvoll ist das Kassenbuch trotzdem. Und ich betone: Wer ein Kassenbuch führt, muss es auch korrekt führen.

2018 erhält das Finanzamt zusätzliche Befugnisse. Womit müssen Fahrschulen rechnen?

Es gibt ein neues Gesetz: das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen. Damit verbunden ist eine weitere Ausweitung der Prüfrechte der Behörden. Den Finanzbeamten steht bald ein neues Instrument zur Verfügung: die Kassen-Nachschau.

Was passiert bei einer Kassen-Nachschau?

Finanzbeamte können jederzeit auftauchen und eine Prüfung von Kasse und Kassenbuch verlangen – und zwar zu den üblichen Geschäftszeiten ohne jede Voranmeldung. Im Augenblick werden zahlreiche Finanzbeamte für diese Kassen-Nachschauen geschult. Am 2. Januar 2018 tritt die Regelung in Kraft. Genau an diesem Zeitpunkt werden die Beamten auf die Unternehmen losgelassen.

Wie kann man sich dagegen schützen?

Gegen die Kassen-Nachschau selbst können Sie sich nicht wehren. Die einzige Möglichkeit, die Ihnen bleibt: Kassenbuch täglich korrekt führen. Die Finanzbeamten haben die Maßgabe, bei Mängeln die Einnahmen zu schätzen. Und es besteht kein Zweifel: Sie wollen schätzen! Ob diese Haltung moralisch vertretbar ist oder nicht, darüber müssen wir nicht diskutieren. Die Kassen-Nachschau ist Gesetz. Ab 2018 werden die Finanzämter von ihrem neuen Instrument Gebrauch machen.

Sie haben sich auf Fahrschulen spezialisiert. Was raten Sie Ihren Kunden?

Soweit nicht schon geschehen, sollten Fahrschulen prüfen, ob ihre Software so arbeitet wie vom Finanzamt gefordert. Leider ist das nicht bei allen Systemen der Fall, die im Moment zur Verfügung stehen. Der kritische Punkt ist die nachträgliche Veränderbarkeit. Wenn es Ihre Software erlaubt, Beträge nachträglich zu verändern, sollten Sie als Fahrschulunternehmer handeln. Wer sich in diesem Punkt unsicher ist, dem empfehle ich, gemeinsam mit dem Steuerberater darüber zu sprechen.

Alles nur eine Frage des Systems?

Nein, gewiß nicht. Ich empfehle meinen Kunden seit Jahren, den Bargeldverkehr so weit wie möglich einzudämmen. Aus steuerlicher Sicht ist es die beste Lösung, weil zahlreiche Fehlerquellen ausgeschlossen werden, die das Finanzamt beanstanden würde. Auch aus unternehmerischer Sicht rate ich dazu. Bargeld gehört aus dem Schulungswagen sowieso verbannt. Das Abkassieren sollte via Rechnung und Überweisung funktionieren – oder mit einem Abrechnungsservice, auch Factoring genannt. Für die Ausgaben stellen Sie eine EC-Karte zur Verfügung, mit der ab sofort eingekauft wird. Bei Tankstellen gibt es ja auch entsprechende Karten-Angebote. Wichtig bei der Bezahlung mit den Karten ist allein, dass Sie damit automatisch alles sicher dokumentiert haben.

Und wenn jemand im Supermarkt Kaffee holen muss?

Sie müssen nicht jedem Mitarbeiter die Karte der Fahrschule aushändigen. Im Supermarkt wird bar einkauft. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter geben Ihnen danach den Beleg – und Sie überweisen den Betrag an die betreffende Person.

Wie reagieren die von Ihnen betreuten Fahrschulen auf Ihren Ratschlag?

Meine Fahrschul-Kunden haben sich früher oder später alle dieser Vorgehensweise angeschlossen. Übrigens: Neulich hat einer meiner Kunden sogar komplett auf bargeldlose Fahrschule umgestellt. Das geht tatsächlich! Eine radikale, aber überaus weitsichtige Lösung, wenn Sie mich fragen.

Herzlichen Dank für dieses Gespräch.

Teil 1 des Interviews lesen Sie hier

Veranstaltungshinweis: Auf dem Unternehmertag des BDFU in Esslingen wird Peter Pinkepank wird zu aktuellen steuerrechtlichen Themen Stellung beziehen. Titel des seines Vortrags: „Von Steuerfragen bis zur Buchhaltung als Grundlage für die Unternehmensplanung“. Zur Einladung zur BDFU-Veranstaltung in Esslingen geht es hier.

Fahrschul // Steuerexperte // Steuerrecht /// Steuerberater // Castrop-Rauxel

Über Peter Pinkepank: Der Steuerberater aus Castrop-Rauxel hat sich auf Fahrschulen fokussiert. Er ist mit den Besonderheiten der Branche seit vielen Jahren vertraut. Viele Fahrschulunternehmer kennen ihn aus den zahlreichen Schulungen und Seminaren. Auf die angenehm handfesten Empfehlungen des Steuerexperten wollen sie nicht mehr verzichten.

„Der Fahrlehrermangel ist unser größtes Problem.“

Das Geschäft läuft in der Fahrschulbranche – so lautet die vielleicht wichtigste Erkenntnis des 3. MOVING-Expertenforums in Berlin. Die Fahrschulen im Land sind zufrieden. Doch ein Problem trübt die ansonsten gute Laune: Der Nachwuchsmangel macht Sorgen.

Gero Storjohann, verkehrspolitischer Experte in der CDU Bundestagsfraktion, ließ es sich nicht nehmen, nochmals auf die Reform des Fahrlehrergesetzes einzugehen. Es war der einzige Blick zurück an diesem hochinteressanten Tag. Denn es ging um Gegenwart und Zukunft der Fahrschulen im Land.

Gastgeber Jörg-Michael Satz (links) und Sascha Fiek (rechts)

Wie es den Fahrschulen aktuell geht, das wusste Jörg-Michael Satz, Präsident der MOVING International Road Safety Association e.V. genau. Satz stellte die aktuellen Ergebnisse des repräsentativen MOVING Klima-Index vor, in dem eine Mehrzahl der Fahrschulunternehmer angegeben hatte, optimistisch in die Zukunft zu schauen. Demnach sind vor allem große Fahrschulen in der Stadt positiv gestimmt, wobei kleinen Fahrschulen auf dem platten Land deutlich zurückhaltender antworteten.

Die Skepsis der kleinen Betriebe hat gute Gründe, auch das konnte man den spannenden Diskussionen entnehmen. Besonders interessant waren dabei die Ausführungen von Dr. Karlheinz Steinmüller, Dozent für Zukunftsforschung an der FU Berlin. Er brachte die Megatrends auf den Punkt. In dem er auf gesellschaftliche Entwicklungen, Digitalisierung, veränderte Kundenbedürfnisse und demografischen Wandel einging, wurde klar: Fahrschulen stehen vor großen Herausforderungen. Sie müssen sich wandeln. Dr. Steinmüller stellte klar: „Fahrschulen sind eine spannende Branche, weil sie in einer zunehmend multimobilen Welt Wegbereiter einer neuen Fortbewegungskultur sein werden.“ Die Schlussfolgerung des Zukunftsforschers: „Wer neue Lernformen und neue Angebot im Markt etablieren kann, wird als Fahrschule auch in der Zukunft stabile Geschäfte haben.

Zukunftsforscher Dr. Karlheinz Steinmüller

Allerdings: Auf die Frage, ob er seinen eigenen Kindern den Beruf des Fahrlehrers nahe legen würde, zögerte der Zukunftsforscher . „Ich würde den Beruf meiner Tochter vielleicht eher empfehlen als meinen Söhnen“, sagte er dann. Gastgeber Jörg-Michael Satz nickte dabei deutlich. Aus seinen Erhebungen geht schon längst hervor, dass die Fahrlehrerbranche beim weiblichen Personal einen deutlichen Nachholbedarf hat.

Fahrschul // Steuerexperte // Steuerrecht /// Steuerberater // Castrop-Rauxel

„Achtung! Finanzämter schauen scharf in die Kassen.“

 

Peter Pinkepank, Fahrschul-Steuerexperte aus Castrop-Rauxel, kennt viele Unternehmen von innen. In Teil 1 unseres Interviews erklärt er, warum man als Fahrschule unbedingt auf die Kassenführung achten sollte.

mobilmacher: Als Steuerberater nehmen Sie die Kassen Ihrer Fahrschulkunden genau unter die Lupe. Warum?

Peter Pinkepank: Es geht vor allem um die Art und Weise, wie die Kasse und das Kassenbuch geführt werden. Mit Jahresbeginn 2015 haben die Finanzämter diese Angriffspunkte ins Visier genommen. Inzwischen wissen alle: Wer beim Bargeld schlampig arbeitet, geht ein hohes Risiko ein. Selbst bei kleinen Beträgen: Wenn das Kassenbuch nicht richtig geführt ist, kann ein wirtschaftlicher Schaden entstehen, den Sie gar nicht absehen können. Mitunter geht das an die Substanz der Fahrschule.

Was droht genau?

Wenn die Aufzeichnungen nicht mängelfrei geführt werden, hat das Finanzamt die Pflicht, die Einnahmen zu schätzen. Dies geschieht in aller Regel inklusive eines Sicherheitsaufschlags, der mitunter extrem deutlich ausfällt. Gegen diese Schätzung können Sie nur schwer etwas unternehmen, selbst wenn die Höhe des geschätzten Betrages jeder Grundlage entbehrt. Obendrein wird gegen den Unternehmer ein Steuerstraf- und Bußgeldverfahren eröffnet. Da kann es sogar mit der Fahrschulerlaubnis kritisch werden.

Wie führt man eine Kasse richtig?

Auf den ersten Blick sind die Richtlinien der korrekten Kassenführung leicht nachvollziehbar. Sie müssen folgende sechs Punkte berücksichtigen: Die Kassenbelege müssen einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht, geordnet und unveränderbar im Kassenbuch eingetragen sein. So ist jeder Vorgang entsprechend zu dokumentieren. Die Regeln stehen in der GOBD. Aber bei der GOBD steckt der Teufel im Detail.

Erklären Sie doch bitte zunächst die Abkürzung GOBD.

In der GOBD hat der Gesetzgeber „die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“ geregelt. Diese Verordnung gilt seit 1. Januar 2015. Seit diesem Zeitpunkt hat sich die Situation für jeden Unternehmer verschärft.

Worauf muss man achten?

Nehmen wir beispielsweise den ersten der sechs Punkte aus der GOBD: einzeln. Das bedeutet, dass zu jedem Vorgang auf einem einzelnen Nachweis Name und Anschrift, Geschäftsvorfall sowie Betrag festgehalten werden müssen.

Das sollte man doch verlangen können, oder?

Durchaus. Acht geben sollte man beispielsweise bei Punkt 4. Hier fordert die GOBD: zeitgerecht. Damit ist gemeint, dass das Kassenbuch täglich aktuell sein muss. Früher war es eine gängige Praxis, dass am Ende des Monats Einnahmen und Ausgaben verglichen wurden, und erst dann die Vorgänge entsprechend protokolliert wurden. Das war schon immer falsch. Das Kassenbuch muss täglich aktuell sein.

Also jeden Abend?

Ganz genau. Dabei sind die Punkte 5 und 6 der GOBD ebenfalls zu beachten: Geordnet und unveränderbar. Geordnet bedeutet, dass jeder Beleg sofort aufzufinden ist – und das noch zehn Jahre später. Lesbar muss er natürlich auch sein, was keine Selbstverständlichkeit ist angesichts der vielen Thermobelege, die heute ausgegeben werden. Und schließlich Punkt 6: Unveränderbar. Dieser Punkt stellt hohe Anforderungen – und die Frage nach der richtigen Software.

Worauf muss man achten?

GOBD-konforme Software ist so ausgelegt, dass sie nachträgliche Veränderungen oder gar Manipulationen unmöglich macht. Ich erwarte, dass die Prüfer vom Finanzamt genau darauf achten, ob ein geeignetes Programm benutzt wird. Ich empfehle jeder Fahrschule, diesen Punkt zu hinterfragen – gemeinsam mit ihrem Steuerberater oder mit den Software-Lieferanten oder vielleicht am besten: mit beiden. Es muss sicher gestellt sein, dass die Belege täglich festgeschrieben werden.

Die geeignete Software ist das eine – welche weiteren Empfehlungen können Sie geben?

Seit geraumer Zeit berate ich meine Kunden dahingehend, den Bargeldverkehr so weit wie möglich einzuschränken. Die Logik ist vergleichsweise simpel: Wo kein Bargeld verwendet wird, können beim Kassenbuch keine Fehler unterlaufen. Das Bargeld gehört sowieso aus dem Schulungsfahrzeug verbannt. Heutzutage kassiert man bargeldlos mit Rechnung und Überweisung – oder man beauftragt einen Abrechnungsservice.

Und bei den Ausgaben?

Heute ist es längst normal mit Karten zu bezahlen – zum Beispiel Tankkarten für den Sprit und EC-Karten bei anderen Ausgaben. Im Unternehmen ist das sowieso sehr praktisch, weil damit sichergestellt ist, dass für jeden Vorgang einen Beleg existiert.

In Teil 2 des Interviews erklärt Peter Pinkepank, was den Fahrschulen ab nächstes Jahr bevorsteht, wenn die Prüfrechte der Finanzämter ausgeweitet werden. In Kürze hier auf www.mobilmacher-news.de

Veranstaltungshinweis: Auf dem Unternehmertag des BDFU in Esslingen wird Peter Pinkepank wird zu aktuellen steuerrechtlichen Themen Stellung beziehen. Titel des seines Vortrags: „Von Steuerfragen bis zur Buchhaltung als Grundlage für die Unternehmensplanung“. Zur Einladung zur BDFU-Veranstaltung in Esslingen geht es hier.

Fahrschul // Steuerexperte // Steuerrecht /// Steuerberater // Castrop-Rauxel

Über Peter Pinkepank: Der Steuerberater aus Castrop-Rauxel hat sich auf Fahrschulen fokussiert. Er ist mit den Besonderheiten der Branche seit vielen Jahren vertraut. Viele Fahrschulunternehmer kennen ihn aus den zahlreichen Schulungen und Seminaren. Auf die angenehm handfesten Empfehlungen des Steuerexperten wollen sie nicht mehr verzichten.

 

Fahrschultarife // Führerscheinkosten // DATAPART // Preisspiegel

Leitpreis steigt leicht

Den Preis für eine Übungsfahrt der Führerscheinklasse B ist der wichtigste Indikator. Wenn der Preisspiegel erscheint schauen viele Fahrschulunternehmer zuerst auf die herkömmlich Standardfahrstunde Führerscheinklasse B. Dieser wichtigste Preis ist laut DATAPART Preisspiegel im August leicht gestiegen, während die anderen Tarif nachgegeben haben. Der Auswärtstrend ist weiter intakt. Auch wenn unter Fahrlehrern über Ausmaß und die Deutlichkeit des Trends trefflich diskutiert werden kann.

Fahrschule Werner Helbig // Herten // E-Mobitlität // erste Fahrstunde

„Wir werden von Kunden auf E-Mobilität angesprochen.“

 

Werners Fahrschule in Herten fährt auf E-Mobilität ab. Werner Helbig erklärte kürzlich im WDR die Vorteile für Fahrschüler. Über die vielen Vorzüge, die E-Mobilität für die Fahrschule bringt, sprach er mit dem mobilmacher.

mobilmacher: Herr Helbig, wie lange bieten Sie bereits E-Mobilität in Ihrer Fahrschule an?

Werner Helbig: Den Wagen haben wir im April 2017 angeschafft. Nach einem halben Jahr kann ich bereits feststellen: Das hat sich gelohnt.

mobilmacher: Über wie viele Wagen sprechen wir?

Werner Helbig: Über einen. Für den Anfang ist das völlig ausreichend. Der Wagen besitzt eine Reichweite von ca. 250 Kilometern. Da wir hier in Herten permanent im Stadtverkehr unterwegs sind, reicht die Power für einen ganzen Schulungstag, also zehn Fahrstunden. Nachts wird wieder aufgeladen. Ich habe eine Schnellladestation installiert. Wenn der Wagen leer ist, kann ich ihn in etwas mehr als vier Stunden wieder voll aufladen. Am nächsten Morgen geht es mit vollem Schub weiter.

 

mobilmacher: Wie ist die Akzeptanz bei Ihren künftigen Fahrschülern im Beratungsgespräch?

Werner Helbig: Sehr groß! Gewiß gibt es den Einen oder Anderen, der meint, er würde sowas nicht brauchen. Aber das sind die Wenigsten. Dem überwiegenden Teil muss ich E-Mobilität nicht lange erklären. Dass man sich am Beginn leichter tut, wenn man nicht schalten muss, leuchtet allen ein. Darum entscheiden sich acht von zehn Kunden bei mir für die Gold-Variante mit E-Mobilität und Fahrsimulator.

mobilmacher: Das liegt sicherlich auch an der Art des Beratungsgespräches?

Werner Helbig: Das mag sein. Wir stellen die E-Mobilität als eine moderne Antriebsform als Bestandteil einer zeitgemäßen Fahrausbildung dar. Aus meiner Sicht sollte das tatsächlich selbstverständlich sein.

mobilmacher: Spüren Sie die E-Mobilität auch im Empfehlungsmarketing?

Werner Helbig: Ja, das geht langsam los. Persönlich bin ich schon im Sommer auf Vereinsfesten darauf angesprochen worden – und das, obwohl der Wagen bei uns erst seit April läuft. Die E-Mobilität wird ein wichtiger Faktor für unser Geschäft, da bin ich mir völlig sicher. Das erkennt man nicht zuletzt am WDR-Beitrag. Das interessiert die Menschen.

mobilmacher: Wie geht es weiter?

Werner Helbig: Seit kurzem haben wir neue E-Roller in der Fahrschule. Wir setzen sie nicht nur zu Ausbildung ein, sondern verleihen sie auch. Der Verleih ist sozusagen eine Ausweitung unseres Geschäftsfeldes. Der Verbrauch dieser schönen Roller im Retro-Design ist übrigens sagenhaft niedrig. Sie zahlen auf 100 Kilometer nur 99 Cent. Und vor allem: Die Roller machen richtig Spaß.

Das neue Schulungsfahrzeug: ein Diesel?

„Moin, wisst ihr schon irgendwas über Konsequenzen vom Dieselverbot und Fahrschulen? Von wegen was für ein Ausbildungsfahrzeug man sich anschaffen sollte,“ schrieb uns neulich mobilmacher-Leser Gökhan Usar. Um Auskunft zu diesem Thema zu geben, starteten wir eine Umfrage bei den Herstellern. 

Dazu formulierte der mobilmacher am 24. August zwei konkrete Fragen – und bat sechs der führenden Hersteller um eine Auskunft. Hier die Antworten in der Reihenfolge des Eintreffens. Am schnellsten reagierte man in München.

BMW

1.) Hat der Dieselantrieb in Schulungswagen eine Zukunft?
„Der moderne und effiziente Diesel sorgt für weniger CO2-Ausstoß und leistet damit einen Beitrag für den Umweltschutz. Darüber hinaus ist der Diesel bei mehreren Schadstoffemissionen bereits gleich gut oder besser als der Ottomotor. Das gilt für Feinstaub, Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid. Das heißt: Drei von vier Schadstofffragen des Diesels sind bereits gelöst und haben keinerlei Einfluss mehr auf die Luftqualität. Aus diesem Grund plädiert die BMW Group für eine sachliche und auf Fakten sowie wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Debatte. Mit Blick auf die aktuelle Debatte sagte der Vorsitzende des Vorstands, Harald Krüger: „Seit fast zwei Jahren wird die hochmoderne, effiziente und bei den Kunden beliebte Diesel-Technologie gezielt öffentlich diskreditiert und damit werden Millionen Autofahrer verunsichert. Aber das ist nicht zielführend. Als deutsche Automobilindustrie bleiben wir Garant für Innovationsstärke und werden die Lösungen für die Mobilität der Zukunft liefern.“

Welchen Schulungswagen würden Sie Fahrschulen aktuell empfehlen?
„Mit seiner Präsenz, der guten Übersicht und seiner Funktionalität ist der neue BMW X3 ein ideales Auto für Fahrschulen. Zur Markteinführung des neuen BMW X3 stehen mit dem xDrive20d mit Vierzylinder- und der xDrive30d mit Reihen-Sechszylinder-Dieselmotor zwei attraktive Dieselmodelle zur Verfügung. Beide haben zur Abgasreinigung die BMW BluePerformance Technologie mit Partikelfilter, Oxidations- und NOx-Speicherkatalysator sowie einem SCR-Katalysator mit AdBlue-Einspritzung an Bord und erfüllen damit die neuesten Vorgaben für die Emissionseinstufung EU6. Alle Aggregate des X3 gehören zur jüngsten BMW Triebwerksfamilie und arbeiten noch effizienter als die jeweiligen Vorgänger. So verbraucht der neue BMW X3 xDrive20d lediglich 5,4-5,0 Liter auf 100 Kilometer bei 142-132 CO2 g/km, was ihn auch wegen seiner geringen Unterhaltskosten ideal für Fahrschulen macht. Auch der BMW 2er Active Tourer erfreut sich großer Beliebtheit bei Fahrschulen und Fahrschülern.

VW

1.) Hat der Dieselantrieb in Schulungswagen eine Zukunft?
Die Euro 6-Diesel von Volkswagen schneiden bereits heute auch im neuen, realitätsnahen Prüfverfahren überdurchschnittlich gut ab. Sie sind effizient und sauber. Dazu gibt es bereits zahlreiche Prüfungen externer Institute (ADAC ICCT, Emissions Analytics…) deren Inhalte per Internet öffentlich abrufbar sind. Durch seine niedrigen CO2-Werte wird der Diesel auch zukünftig eine wichtige Rolle beim Thema Klimaschutz spielen

2.) Welchen Schulungswagen würden Sie Fahrschulen aktuell empfehlen?
Da Fahrschulen unserer Erfahrung nach insbesondere den Fokus auf die Gesamtkostenrechnung mit hohen Fahrleistungen legen, sind Sie mit Dieseln bei einer TCO-Betrachtung immer gut aufgestellt. Einige Fahrschulen haben jedoch bereits seit Jahren auch den Vorteil erkannt, mit Erdgasfahren zum einen besonders günstig unterwegs zu sein und zum anderen aber auch den Fahrschülern auf diese Weise besonders umweltfreundliche Alternativmobilität nahezubringen. Im Fahrschulbereich bieten sich hierzu insbesondere der Golf TGI und der Golf Variant TGI an.

VW Golf GL

Audi

1.) Hat der Dieselantrieb in Schulungswagen eine Zukunft?
Die Euro 6-Diesel von Audi schneiden bereits heute auch im neuen, realitätsnahen Prüfverfahren überdurchschnittlich gut ab. Sie sind effizient und sauber. Dazu gibt es bereits zahlreiche Prüfungen externer Institute (ADAC, ICCT, Emissions Analytics…) deren Inhalte per Internet öffentlich und leicht auffindbar sind. Durch seine niedrigen CO2-Werte, aber auch durch seine Fahrleistungen wird der Diesel auch zukünftig eine wichtige Rolle sowohl beim Fahrtraining als auch beim Thema Klimaschutz spielen.

2.) Welchen Schulungswagen würden Sie Fahrschulen aktuell empfehlen?
Da Fahrschulen unserer Erfahrung nach insbesondere den Fokus auf die Gesamtkostenrechnung mit hohen Fahrleistungen legen, sind Sie mit Dieseln bei einer Total Cost of Ownership-Betrachtung immer gut aufgestellt. Einige Fahrschulen haben jedoch bereits seit einiger Zeit den Vorteil erkannt, mit Erdgasfahren zum einen besonders günstig unterwegs zu sein und zum anderen aber auch den Fahrschülern auf diese Weise besonders umweltfreundliche Alternativmobilität nahezubringen. Im Fahrschulbereich bieten sich hierzu insbesondere den Audi A3 g-tron und ganz neu auch die beiden A4-Modelle, A4 Avant g-tron und A5 Sportback g-tron an.

(Anmerkung des mobilmacher: Kein Kopierfehler. Die Antworten von VW und Audi sind in ihren  ersten Sätzen gleichlautend)

Nissan

1.) Hat der Dieselantrieb in Schulungswagen eine Zukunft?
Die Nissan Modellpalette umfasst ein breites Angebot – von Kleinwagen, über Crossover bis hinzu Nutzfahrzeugen. Ebenso breit gefächert sind die Antriebe: Benzin, Diesel und Elektro in den verschiedensten Leistungsstufen. Bei der Entwicklung von Modellen stehen natürlich die Kundenbedürfnisse im Mittelpunkt. Daher sind wir uns sicher, dass wir für jeden Kunden eine Modellvariante anbieten können, die seinem persönlichen Fahrprofil entspricht und seine individuellen Wünsche erfüllt.

2.) Welchen Schulungswagen würden Sie Fahrschulen aktuell empfehlen?
Die beliebtesten Nissan Modelle für den Fahrschuleinsatz sind der Nissan Qashqai und der Pulsar. Der Kompaktwagen ist „Prüfers Liebling“, da er den großzügigsten Platz auf der Rückbank seines Segments bietet.

Nissan Pulsar

Redaktionelle Anmerkung (Stand 11.9)
Aktuell stehen die Antworten von Daimler und Seat noch aus. Sollten aus diesen Häusern Statements eintreffen, werden wir sie an dieser Stelle nachtragen. 

 

 

 

Zum Sommer steigen die Preise

In den Kommentaren der Fahrlehrer zum letzten DATAPART Preisspiegel wurde deutlich: Die meisten Fahrschulunternehmer halten steigende Preise nicht nur gerechtfertigt, sondern auch für dringend notwendig, damit die Branche weiter gesund wirtschaften kann. Tatsächlich steigen die Preise weiter, wenn auch nur in Schritten, die viele Experten als deutlich zu klein erachten.

Dennoch stößt der Durchschnittspreis der in Deutschland für eine Fahrstunde der Führerscheinklasse B verlangt wird, von unten an die 37-Euro-Marke. Mit Ausnahme des Grundbetrages verzeichnen in diesem Monat alle Preise in positives Vorzeichen. Der Preisanstieg mag noch zu gering ausfallen, doch er scheint sich auf breiter Front zu bestätigen.

Steigende Preise bei Fahrschulen

Der monatliche Preisspiegel von DATAPART Factoring meldet, dass die Fahrschulpreise weiter steigen. Nach einer kurzen Erholung gehen die Preise des wichtigsten Indikators, des Tarifes für eine Fahrstunde der Führerscheinklasse, wieder nach oben. Sie halten Ende Mai bei 36,72 Euro als Durchschnittspreis über das gesamte Bundesgebiet. Allerdings sind die regionalen Unterschiede beträchtlich. Trotzdem bedeutet ein Anstieg des allgemeinen Preisniveaus auch eine Bestätigung für alle Fahrschulen, die wissen, was Ihre Leistungen wert sind.

Preisanstieg macht Pause

Laut DATAPART Preisspiegel haben die Preise im abgelaufenen Monat nachgegeben. Damit legt der Preisanstieg zum ersten Mal seit langem eine kleine Pause ein. Doch der aktuelle Rückgang sollte trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Trend nach oben nach wie vor intakt ist.

Fahrschule / Umsatzsteuer / Umsatzsteuerpflicht / Mehrwertsteuer / Mehrwertsteuerpflicht / USt / MwSt

Umsatzsteuerbefreiung für Fahrschulunterricht?

„Fahrschulen nicht länger mehrwertsteuerpflichtig?“ So lautete die Überschrift eines Artikels der Online Ausgabe der „Fahrschule“ am 4. Dezember 2015. Umsatzsteuerbefreiung von Fahrunterricht, ein Thema, das seit diesem Tag die Fahrlehrerschaft bewegt hat – und weiter bewegen wird. Von Christian Friedrich.

Nach Ansicht der Richter des Finanzgerichts Berlin Brandenburg bestehen „ernstliche Zweifel“ an der Umsatzsteuerpflicht von Fahrunterricht. Das geht aus einem Beschluss des Jahres 2015 hervor. Neben dem Sächsischen Finanzgericht (Beschluss aus April 2016) schloss sich unlängst das Finanzgericht Baden-Württemberg in einem Beschluss vom 8. Februar 2017 dieser Auffassung an.

Was bedeutet das für die Fahrschulen in Deutschland? Zunächst nur eine Tendenz, also eine Richtung, in die eine endgültige richterliche Entscheidung gehen könnte. Denn es handelt sich in den oben erwähnten Fällen um eine vorläufige Entscheidung. Vor allem aber handelt es sich hier lediglich um drei konkrete Fälle, nämlich drei Fahrschulen, die ihre Leistungen gegenüber dem Finanzamt als umsatzsteuerfrei erklärt haben. Die zuständigen Finanzämter teilten die Auffassung der Fahrschulen nicht, so dass die Fahrschulen Klage bei den zuständigen Finanzgerichten erhoben haben. Sowohl der Beschluss als auch ein Urteil in der Sache haben grundsätzlich nur rechtliche Bindung in der verhandelten Rechtsache, eine für alle Fahrschulen verbindliche Rechtsfolge entsteht durch ein Urteil grundsätzlich nicht.

Welches Verhalten ist jetzt richtig? Und wie wird es weitergehen? Für den deutschen Fahrschulunternehmer entwickelte sich das Thema in den letzten fünfzehn Monaten zum Dauerbrenner. Und die Unsicherheit wuchs ständig mit. Weiterlesen