Kategorie-Archiv: Lohnsteuer

Das Finanzamt kann kommen

„Willkommen in unserer Fahrschule“, sagt man in herzlichem Ton, wenn neue Fahrschüler die Räume betreten. Wenn die Finanzbeamten unangekündigt kommen, ist die Herzlichkeit meist etwas gedämpft. Was passiert eigentlich bei diesen Besuchen?

Wenn man weiß, was kommen kann, ist es hinterher meist halb so schlimm. Das gilt auch für unangekündigte Besuche von Finanzbeamten. Wenn sie erscheinen, kommen sie ungebeten und irgendwie auch immer ungelegen. Deshalb sollten Fahrschulen ständig darauf eingerichtet sein. Weiterlesen

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Wissenswertes über Betriebsprüfungen

Eine Betriebsprüfung im Haus zu haben, stellt für viele Fahrschulen eine Belastung dar. Vermeiden kann man sie nicht. Trotzdem kann Insider-Wissen dazu beitragen, den Schrecken zu mindern und unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Der mobilmacher hat den Experten Jörg-Michael Satz um einige Antworten gebeten.

mobilmacher: Herr Satz, wie oft werden Betriebsprüfungen durchgeführt?

Jörg-Michael Satz: Grundsätzlich kann jedes Unternehmen und jede Privatperson betroffen sein. Wie oft ein Unternehmen geprüft wird, hängt in erster Linie von der Umsatzhöhe und dem steuerlichen Gewinn ab.

mobilmacher: Stimmt es, dass die Kleinen öfter dran kommen?

Jörg-Michael Satz: Nein, glücklicherweise verhält es sich sogar umgekehrt: Als kleines Unternehmen ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass eine Betriebsprüfung durchgeführt wird. Es wird in Groß-, Mittel- und Kleinbetriebe unterschieden. Aus der Betriebsprüfungsstatistik des Jahres 2012 ergibt Weiterlesen

Wo das Finanzamt genau hinschaut

Zur Überprüfung der Einnahmenseite geht das Finanzamt wie folgt vor:

  1. Abgleich der Ausbildungs- und Tagesnachweise der Fahrschule mit den entsprechenden Listen des TÜVs . Der TÜV ist verpflichtet, die Listen für einen Zeitraum von 10 Jahren auf zu bewahren.
  2. Im Rahmen der Überprüfung der Tagesnachweise kann über einen Vergleich der erteilten mit den bezahlten Stunden die Vollständigkeit der Erlöse überprüft werden. Fehlen für einen Fahrlehrer beispielsweise außerhalb des ihm zustehenden Urlaubs einzelne Tage oder ist der Leerlauf ungewöhnlich hoch, entsteht hier Zweifel an der Vollständigkeit der Aufzeichnungen und damit an der vollständigen Versteuerung der Umsätze.
  3. Abgleich mit der Liste des Straßenverkehrsamts über eingereichte Fahrerlaubnisanträge.
  4. Der Betriebsprüfer kann auch die Umsätze mit den gefahrenen Kilometern der Fahrschulwagen verproben. Anhand der TÜV-Listen kann der Prüfer die Anzahl der Fahrschüler feststellen und mit den ermittelten durchschnittlichen Kilometern pro Fahrstunde multiplizieren.  Liegt die so ermittelte Kilometerleistung der Fahrzeuge unter der tatsächlichen Kilometerleistung der Fahrzeuge, ist dies ein Indiz für nicht erklärte Einnahmen.
  5. In der Regel wird Lehrmaterial von der Schülern in der Fahrschule gekauft. Ist der Einkauf des Lehrmaterials ungleich höher als die Bestände und die Anzahl des verkauften Lehrmaterials, besteht der Verdacht, dass die Einnahmen unvollständig erklärt wurden.
  6. Auch die Höhe der in der Buchhaltung erfassten Pkw-Kosten können Anlass zu Zweifel an der vollständigen Versteuerung der Einnahmen begründen. Dem Finanzamt ist bekannt, welchen prozentualen Anteil die Pkw-Kosten im Verhältnis zu den Umsätzen haben. Liegen ihre Werte hier deutlich über denen des Finanzamts, wird das Finanzamt hier verstärkt einsteigen.
  7. Das Finanzamt verfügt über sogenannte Richtwertsätze für sehr viele Branchen. Die so ermittelten Werte basieren u. a. auf festgestellte Werte. Hiermit kann das Finanzamt hervorragend ihren Fahrschulbetrieb mit externen Werten vergleichen und nach Ungereimtheiten suchen. Dem Finanzamt liegen auch die Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes vor. Auch hier ist eine Vergleichsmöglichkeit gegeben.
  8. Zur Überprüfung der Anzahl der Teilnehmer an einem Aufbauseminar hat das Finanzamt grundsätzlich die Möglichkeit beim Straßenverkehrsamt nach zu fragen.
  9. Oftmals werden die Fahrstunden noch in bar bezahlt. Der Betriebsprüfer wird die Aufzeichnungen der Bareinnahmen sich kritisch ansehen. Liegen kein schlüssigen Aufzeichnungen vor, kann die Überprüfung der Privatentnahmen Aufschluss über nicht aufgezeichnete Bareinnahmen geben.
  10. Abgleich der vom Fahrlehrer gegebenen Stunden mit den tatsächlich in der Lohnabrechnung verbuchten Stunden.

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Checklisten zu Betriebsprüfungen

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Betriebsprüfung durchgeführt wird? Jörg-Michael Satz hat folgende Checklisten für Fahrschulen zusammengestellt:

Allgemein lässt sich sagen, dass Auffälligkeiten in den von Ihnen beim Finanzamt eingereichten Unterlagen zur Betriebsprüfung führen können. Dazu gehören:

  • Erhebliche Abweichungen zum Vorjahr.
  • Die Vorsteuererstattung ist regelmäßig höher als Zahlung der Mehrwertsteuer an das Finanzamt.
  • Außergewöhnliche hohe Vorsteuererstattung.
  • Starke Umsatzschwankungen.
  • Starke Gewinnschwankungen.
  • Starke Schwankungen der Betriebsausgaben.
  • Sie weisen jahrelang geringe Gewinne aus, die zur Bestreitung des Lebensunterhaltes nicht reichen.
  • Versteuerung der Privatanteils der Pkws ist unklar.
  • Ungewöhnliche Geldbestände.
  • Kassenbuch weißt ein Minus aus.
  • Ungewöhnlich hohe Privatentnahmen.
  • Ungewöhnlich hohe Privateinlagen; wo kommt das Geld her?
  • Formulare sind unvollständig ausgefüllt.
  • Abweichungen zwischen den Umsatzsteuervoranmeldungen und der Umsatzsteuerjahreserklärung.
  • Zufallsauswahl.
  • Ihre Steuererklärung ist nicht plausibel.
  • Ihre persönlichen Besitzverhältnisse sind unklar.
  • Sie zahlen zu wenig oder gar keine Steuern.

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Steuerberater-Check, Teil 3: Auswahl

Steuerberater-Check / Fahrschule / Service / Jörg-Michael Satz

Steuererklärung abgeben sollte ein Vergnügen sein.


In den ersten beiden Steuerberater-Checks haben wir Ihnen gezeigt, worauf es bei der Zusammenarbeit mit einem Steuerberater ankommt und auf was Sie achten müssen. Falls Sie mit Ihrem derzeitigen Steuerberater unzufrieden sind, sollten Sie einen Wechsel erwägen. Erfahren Sie jetzt, welche Kriterien bei der Auswahl des passenden Beraters wichtig sind.

Woran erkennt man eigentlich den für eine Fahrschule richtigen Steuerberater? Hier lohnt es sich Bekannte, Kollegen oder Geschäftspartner zu fragen, ob sie eine Empfehlung haben. Erkundigen Sie sich bei Unternehmer-Kollegen, die bereits einen guten Berater gefunden haben und schon seit mehreren Jahren mit ihm zufrieden sind.

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Steuerberater-Check, Teil 1: Was ein Steuerberater leisten kann

Steuerberater-Check, Jörg-Michael Satz, Fahrschul-BeratungAuf dem Weg zu positiven Betriebsergebnissen ist der Steuerberater ein wertvoller Begleiter. Leider unterschätzen viele Fahrschulen die Möglichkeiten, die ein guter Steuerberater bietet. In diesem Beitrag beleuchtet der mobilmacher die Beziehung von Fahrschule und Steuerberater.

Viele unternehmerische Entscheidungen ziehen steuerliche Konsequenzen nach sich. Wer das übersieht oder falsch beraten wird, muss die Folgen tragen. Das kann sich nicht nur fatal auf das Ergebnis auswirken. Es kann auch Spätfolgen haben, bei Betriebsprüfungen, die immer häufiger angesetzt werden. Dabei haben Fahrschul-Unternehmer schon genügend Probleme, die sie zu lösen haben. Auf weitere Diskussionen mit dem Finanzamt oder mit den Sozialversicherungsträgern sollte man sich tunlichst nicht einlassen. Weiterlesen