Kategorie-Archiv: Steuern

BDFU-Unternehmertag: Gute Zeiten für innovative Fahrschulen

Die Reform des Fahrlehrergesetzes kommt. Auf Einladung des Bundesverbandes deutscher Fahrschulunternehmen (BDFU) traf sich jetzt die Branche in Esslingen. Man diskutierte über Verordnungen und Rahmenbedingungen, über neue Herausforderungen und Chancen und darüber, wie sich Fahrschulen in naher Zukunft verändern werden. Der mobilmacher protokolliert einen interessanten Tag.

Aus ganz Deutschland waren Fahrschulunternehmer nach Esslingen gereist. Sie wurden begrüßt von Rainer Zeltwanger, dem Fahrlehrer, der vielleicht die beste Ausdauer aller deutschen Kollegen besitzt. Tatsächlich war es Zeltwanger selbst, der bereits im Jahr 2001 den ersten Entwurf eines Positionspapiers formuliert hatte. Damals hatte er sich eine Pause vom Fahrlehrerberuf genommen und arbeitete als Referent für den damaligen grünen Fraktionsvorsitzenden Rezzo Schlauch, der später als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium tätig war. Doch seine erste Initiative zum neuen Branchengesetz versickerte zwischen den politischen Strömungen. Fast ein Jahrzehnt später sah er in einer anderen Konstellation wieder die Chance sah, die überfällige Reform anzugehen. Die Idee eines neue Gesetzes war sogar ein wichtiger Gründungsimpuls für den BDFU. Insofern war der 27. Oktober 2017 für den Verbandspräsidenten ein ganz besonderer Tag.

Zeltwanger // BDFU // Unternehmertag // Fahrlehrer // Esslingen // Verband

Rainer Zeltwanger (BDFU) begrüßt die Teilnehmer

Zeltwanger begann die Veranstaltung mit der Festellstellung „Der neue Fahrlehrergesetz kommt“, was er nach dieser Vorgeschichte und den langen Diskussionen mit besonderem Nachdruck betonte. Passend dazu hatte Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, eine Videogrußbotschaft nach Esslingen gerichtet. In seinem Verkehrsministerium hat man das Gesetz kräftig angeschoben. Kretschmann versprach in seiner Botschaft: „Das neue Fahrlehrergesetz wird überflüssige Bürokratie abbauen und den pädagogischen Teil der Ausbildung verbessern.“

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Kassenprüfung // Betriebführung // Kassenbuch // Kassennachschau // Peter Pinkepank

„Gegen die Kassen-Nachschau kann sich keine Fahrschule wehren.“

In Teil 1 des Interview hat Fahrschul-Steuerexperte Peter Pinkepank erklärt, welche Richtlinien für die korrekte Führung des Kassenbuches gelten. Im zweiten Teil blickt er ins Jahr 2018 – und erläutert, mit welchen Mitteln der Gesetzgeber den Druck noch zusätzlich erhöht hat.

mobilmacher: Die Bargeldkasse gilt als kritischer Punkt bei jeder Prüfung. Warum ist das Risiko so groß?

Peter Pinkepank: Wenn Mängel in der Kassenführung festgestellt werden, haben die Finanzämter die Pflicht, die Einnahmen zu schätzen. Die Beamten sind in diesen Fällen angehalten, einen Sicherheitsaufschlag vorzunehmen. Das sollte man als Fahrschulunternehmer unbedingt vermeiden, um sich vor übertriebenen Schätzungen zu schützen. Ich habe von einem Fall gehört, da ging es nicht um die Beträge, sondern nur um eine Kasse, die nicht vollständig einwandfrei geführt war. Die Konsequenzen waren völlig unverhältnismäßig. Es wurde eine Steuernachzahlung festgesetzt, die absolut willkürlich erschien.

Gilt das auch für kleine Fahrschulen?

Bei allen Unternehmen – ob klein oder groß –, die Ihren Gewinn mit einer Einnahmenüberschussrechnung ermitteln, besteht im Grunde keine Pflicht zur Führung eines Kassenbuches. Das hat der Bundesfinanzhof kürzlich in einem Urteil bestätigt. Betriebswirtschaftlich sinnvoll ist das Kassenbuch trotzdem. Und ich betone: Wer ein Kassenbuch führt, muss es auch korrekt führen.

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Fahrschul // Steuerexperte // Steuerrecht /// Steuerberater // Castrop-Rauxel

„Achtung! Finanzämter schauen scharf in die Kassen.“

 

Peter Pinkepank, Fahrschul-Steuerexperte aus Castrop-Rauxel, kennt viele Unternehmen von innen. In Teil 1 unseres Interviews erklärt er, warum man als Fahrschule unbedingt auf die Kassenführung achten sollte.

mobilmacher: Als Steuerberater nehmen Sie die Kassen Ihrer Fahrschulkunden genau unter die Lupe. Warum?

Peter Pinkepank: Es geht vor allem um die Art und Weise, wie die Kasse und das Kassenbuch geführt werden. Mit Jahresbeginn 2015 haben die Finanzämter diese Angriffspunkte ins Visier genommen. Inzwischen wissen alle: Wer beim Bargeld schlampig arbeitet, geht ein hohes Risiko ein. Selbst bei kleinen Beträgen: Wenn das Kassenbuch nicht richtig geführt ist, kann ein wirtschaftlicher Schaden entstehen, den Sie gar nicht absehen können. Mitunter geht das an die Substanz der Fahrschule.

Was droht genau?

Wenn die Aufzeichnungen nicht mängelfrei geführt werden, hat das Finanzamt die Pflicht, die Einnahmen zu schätzen. Dies geschieht in aller Regel inklusive eines Sicherheitsaufschlags, der mitunter extrem deutlich ausfällt. Gegen diese Schätzung können Sie nur schwer etwas unternehmen, selbst wenn die Höhe des geschätzten Betrages jeder Grundlage entbehrt. Obendrein wird gegen den Unternehmer ein Steuerstraf- und Bußgeldverfahren eröffnet. Da kann es sogar mit der Fahrschulerlaubnis kritisch werden.

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Fahrschule / Umsatzsteuer / Umsatzsteuerpflicht / Mehrwertsteuer / Mehrwertsteuerpflicht / USt / MwSt

Umsatzsteuerbefreiung für Fahrschulunterricht?

„Fahrschulen nicht länger mehrwertsteuerpflichtig?“ So lautete die Überschrift eines Artikels der Online Ausgabe der „Fahrschule“ am 4. Dezember 2015. Umsatzsteuerbefreiung von Fahrunterricht, ein Thema, das seit diesem Tag die Fahrlehrerschaft bewegt hat – und weiter bewegen wird. Von Christian Friedrich.

Nach Ansicht der Richter des Finanzgerichts Berlin Brandenburg bestehen „ernstliche Zweifel“ an der Umsatzsteuerpflicht von Fahrunterricht. Das geht aus einem Beschluss des Jahres 2015 hervor. Neben dem Sächsischen Finanzgericht (Beschluss aus April 2016) schloss sich unlängst das Finanzgericht Baden-Württemberg in einem Beschluss vom 8. Februar 2017 dieser Auffassung an.

Was bedeutet das für die Fahrschulen in Deutschland? Zunächst nur eine Tendenz, also eine Richtung, in die eine endgültige richterliche Entscheidung gehen könnte. Denn es handelt sich in den oben erwähnten Fällen um eine vorläufige Entscheidung. Vor allem aber handelt es sich hier lediglich um drei konkrete Fälle, nämlich drei Fahrschulen, die ihre Leistungen gegenüber dem Finanzamt als umsatzsteuerfrei erklärt haben. Die zuständigen Finanzämter teilten die Auffassung der Fahrschulen nicht, so dass die Fahrschulen Klage bei den zuständigen Finanzgerichten erhoben haben. Sowohl der Beschluss als auch ein Urteil in der Sache haben grundsätzlich nur rechtliche Bindung in der verhandelten Rechtsache, eine für alle Fahrschulen verbindliche Rechtsfolge entsteht durch ein Urteil grundsätzlich nicht.

Welches Verhalten ist jetzt richtig? Und wie wird es weitergehen? Für den deutschen Fahrschulunternehmer entwickelte sich das Thema in den letzten fünfzehn Monaten zum Dauerbrenner. Und die Unsicherheit wuchs ständig mit. Weiterlesen

Das Finanzamt kann kommen

„Willkommen in unserer Fahrschule“, sagt man in herzlichem Ton, wenn neue Fahrschüler die Räume betreten. Wenn die Finanzbeamten unangekündigt kommen, ist die Herzlichkeit meist etwas gedämpft. Was passiert eigentlich bei diesen Besuchen?

Wenn man weiß, was kommen kann, ist es hinterher meist halb so schlimm. Das gilt auch für unangekündigte Besuche von Finanzbeamten. Wenn sie erscheinen, kommen sie ungebeten und irgendwie auch immer ungelegen. Deshalb sollten Fahrschulen ständig darauf eingerichtet sein. Weiterlesen

Personal, Lohn, Steuer, Gehalt, Fahrschulen, Betriebsprüfungen, Steuererklärung

Wissenswertes über Betriebsprüfungen

Eine Betriebsprüfung im Haus zu haben, stellt für viele Fahrschulen eine Belastung dar. Vermeiden kann man sie nicht. Trotzdem kann Insider-Wissen dazu beitragen, den Schrecken zu mindern und unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Der mobilmacher hat den Experten Jörg-Michael Satz um einige Antworten gebeten.

mobilmacher: Herr Satz, wie oft werden Betriebsprüfungen durchgeführt?

Jörg-Michael Satz: Grundsätzlich kann jedes Unternehmen und jede Privatperson betroffen sein. Wie oft ein Unternehmen geprüft wird, hängt in erster Linie von der Umsatzhöhe und dem steuerlichen Gewinn ab.

mobilmacher: Stimmt es, dass die Kleinen öfter dran kommen?

Jörg-Michael Satz: Nein, glücklicherweise verhält es sich sogar umgekehrt: Als kleines Unternehmen ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass eine Betriebsprüfung durchgeführt wird. Es wird in Groß-, Mittel- und Kleinbetriebe unterschieden. Aus der Betriebsprüfungsstatistik des Jahres 2012 ergibt Weiterlesen

Wo das Finanzamt genau hinschaut

Zur Überprüfung der Einnahmenseite geht das Finanzamt wie folgt vor:

  1. Abgleich der Ausbildungs- und Tagesnachweise der Fahrschule mit den entsprechenden Listen des TÜVs . Der TÜV ist verpflichtet, die Listen für einen Zeitraum von 10 Jahren auf zu bewahren.
  2. Im Rahmen der Überprüfung der Tagesnachweise kann über einen Vergleich der erteilten mit den bezahlten Stunden die Vollständigkeit der Erlöse überprüft werden. Fehlen für einen Fahrlehrer beispielsweise außerhalb des ihm zustehenden Urlaubs einzelne Tage oder ist der Leerlauf ungewöhnlich hoch, entsteht hier Zweifel an der Vollständigkeit der Aufzeichnungen und damit an der vollständigen Versteuerung der Umsätze.
  3. Abgleich mit der Liste des Straßenverkehrsamts über eingereichte Fahrerlaubnisanträge.
  4. Der Betriebsprüfer kann auch die Umsätze mit den gefahrenen Kilometern der Fahrschulwagen verproben. Anhand der TÜV-Listen kann der Prüfer die Anzahl der Fahrschüler feststellen und mit den ermittelten durchschnittlichen Kilometern pro Fahrstunde multiplizieren.  Liegt die so ermittelte Kilometerleistung der Fahrzeuge unter der tatsächlichen Kilometerleistung der Fahrzeuge, ist dies ein Indiz für nicht erklärte Einnahmen.
  5. In der Regel wird Lehrmaterial von der Schülern in der Fahrschule gekauft. Ist der Einkauf des Lehrmaterials ungleich höher als die Bestände und die Anzahl des verkauften Lehrmaterials, besteht der Verdacht, dass die Einnahmen unvollständig erklärt wurden.
  6. Auch die Höhe der in der Buchhaltung erfassten Pkw-Kosten können Anlass zu Zweifel an der vollständigen Versteuerung der Einnahmen begründen. Dem Finanzamt ist bekannt, welchen prozentualen Anteil die Pkw-Kosten im Verhältnis zu den Umsätzen haben. Liegen ihre Werte hier deutlich über denen des Finanzamts, wird das Finanzamt hier verstärkt einsteigen.
  7. Das Finanzamt verfügt über sogenannte Richtwertsätze für sehr viele Branchen. Die so ermittelten Werte basieren u. a. auf festgestellte Werte. Hiermit kann das Finanzamt hervorragend ihren Fahrschulbetrieb mit externen Werten vergleichen und nach Ungereimtheiten suchen. Dem Finanzamt liegen auch die Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes vor. Auch hier ist eine Vergleichsmöglichkeit gegeben.
  8. Zur Überprüfung der Anzahl der Teilnehmer an einem Aufbauseminar hat das Finanzamt grundsätzlich die Möglichkeit beim Straßenverkehrsamt nach zu fragen.
  9. Oftmals werden die Fahrstunden noch in bar bezahlt. Der Betriebsprüfer wird die Aufzeichnungen der Bareinnahmen sich kritisch ansehen. Liegen kein schlüssigen Aufzeichnungen vor, kann die Überprüfung der Privatentnahmen Aufschluss über nicht aufgezeichnete Bareinnahmen geben.
  10. Abgleich der vom Fahrlehrer gegebenen Stunden mit den tatsächlich in der Lohnabrechnung verbuchten Stunden.

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Checklisten zu Betriebsprüfungen

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Betriebsprüfung durchgeführt wird? Jörg-Michael Satz hat folgende Checklisten für Fahrschulen zusammengestellt:

Allgemein lässt sich sagen, dass Auffälligkeiten in den von Ihnen beim Finanzamt eingereichten Unterlagen zur Betriebsprüfung führen können. Dazu gehören:

  • Erhebliche Abweichungen zum Vorjahr.
  • Die Vorsteuererstattung ist regelmäßig höher als Zahlung der Mehrwertsteuer an das Finanzamt.
  • Außergewöhnliche hohe Vorsteuererstattung.
  • Starke Umsatzschwankungen.
  • Starke Gewinnschwankungen.
  • Starke Schwankungen der Betriebsausgaben.
  • Sie weisen jahrelang geringe Gewinne aus, die zur Bestreitung des Lebensunterhaltes nicht reichen.
  • Versteuerung der Privatanteils der Pkws ist unklar.
  • Ungewöhnliche Geldbestände.
  • Kassenbuch weißt ein Minus aus.
  • Ungewöhnlich hohe Privatentnahmen.
  • Ungewöhnlich hohe Privateinlagen; wo kommt das Geld her?
  • Formulare sind unvollständig ausgefüllt.
  • Abweichungen zwischen den Umsatzsteuervoranmeldungen und der Umsatzsteuerjahreserklärung.
  • Zufallsauswahl.
  • Ihre Steuererklärung ist nicht plausibel.
  • Ihre persönlichen Besitzverhältnisse sind unklar.
  • Sie zahlen zu wenig oder gar keine Steuern.

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Steuerberater-Check, Teil 3: Auswahl

Steuerberater-Check / Fahrschule / Service / Jörg-Michael Satz

Steuererklärung abgeben sollte ein Vergnügen sein.


In den ersten beiden Steuerberater-Checks haben wir Ihnen gezeigt, worauf es bei der Zusammenarbeit mit einem Steuerberater ankommt und auf was Sie achten müssen. Falls Sie mit Ihrem derzeitigen Steuerberater unzufrieden sind, sollten Sie einen Wechsel erwägen. Erfahren Sie jetzt, welche Kriterien bei der Auswahl des passenden Beraters wichtig sind.

Woran erkennt man eigentlich den für eine Fahrschule richtigen Steuerberater? Hier lohnt es sich Bekannte, Kollegen oder Geschäftspartner zu fragen, ob sie eine Empfehlung haben. Erkundigen Sie sich bei Unternehmer-Kollegen, die bereits einen guten Berater gefunden haben und schon seit mehreren Jahren mit ihm zufrieden sind.

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Steuerberater-Check, Teil 1: Was ein Steuerberater leisten kann

Steuerberater-Check, Jörg-Michael Satz, Fahrschul-BeratungAuf dem Weg zu positiven Betriebsergebnissen ist der Steuerberater ein wertvoller Begleiter. Leider unterschätzen viele Fahrschulen die Möglichkeiten, die ein guter Steuerberater bietet. In diesem Beitrag beleuchtet der mobilmacher die Beziehung von Fahrschule und Steuerberater.

Viele unternehmerische Entscheidungen ziehen steuerliche Konsequenzen nach sich. Wer das übersieht oder falsch beraten wird, muss die Folgen tragen. Das kann sich nicht nur fatal auf das Ergebnis auswirken. Es kann auch Spätfolgen haben, bei Betriebsprüfungen, die immer häufiger angesetzt werden. Dabei haben Fahrschul-Unternehmer schon genügend Probleme, die sie zu lösen haben. Auf weitere Diskussionen mit dem Finanzamt oder mit den Sozialversicherungsträgern sollte man sich tunlichst nicht einlassen. Weiterlesen