Kategorie-Archiv: Branchenbarometer

Die Kernthesen der 1. ACADEMY Unternehmerkonferenz

Die 1. ACADEMY Unternehmerkonferenz wurde zur Zukunftswerkstatt der Branche. Etwa einhundert Fahrschulunternehmer diskutierten am 3. Februar 2017 über die Zukunft ihrer Unternehmen und der gesamten Branche. Experten aus verschiedenen Fachbereichen schilderten ihre Sicht der Dinge. Hier ein Überblick der interessantesten Statements.

Matthias Wimpff (Vorstand der ACADEMY Holding AG)

Matthias Wimpff eröffnet die 1.ACADEMY Unternehmerkonferenz

„Mittel- und langfristig sind es die Megatrends unserer Zeit, die auch die Fahrschulen vor neue Herausforderungen stellen. Dazu gehören die digitale Kommunikation – vor allem für junge Zielgruppen – und die Digitalisierung des Unterrichts wie zum Beispiel mit Fahrsimulatoren, E-Mobilität und Fahrer-Assistenzsystemen auf dem Weg zum Autonomen Fahren.“

„Völlig neue Wettbewerber mischen Märkte auf. Datenfirmen wie Booking.com oder HRS krempeln den Markt des Urlaubs- und Übernachtungsgewerbes um. Rechtsberatung via Mausklick macht den über 163 000 Anwälten in Deutschland immer stärker Konkurrenz. Das Taxigewerbe kann nur mit drakonischen Gesetzen gegen den Wettbewerber Uber gerettet werden, obwohl dieser kein einziges Auto besitzt. FlixBus organisiert ausschließlich mit Daten den Fernbusmarkt in Europa neu. “

„Die Fahrschulen werden immer weniger und die Tendenz zu größeren Betriebseinheiten wird sich noch verstärken. “

 Jörg-Michael Satz (Präsident von MOVING International Road Safety Association e.V.)

Jörg-Michael Satz analysiert detailliert die Marktsituation der Fahrschulen in Deutschland

„Nach wie vor sind Frauen in der Branche unterrepräsentiert. Unsere Bestrebungen sollten dahin gehen, den Frauenanteil zu erhöhen. Blickt man auf die Gehältern, zeigt sich leider auch, dass angestellte Fahrlehrerinnen im Durchschnitt bei gleicher Arbeit weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.“

„Aktuell stellt der Fahrlehrermangel die größte Herausforderung der Branche dar. Wenn man die Zahlen arbeitslos gemeldeter Fahrlehrer und den Bestand an offenen Stellen vergleicht, hätte man schon Mitte 2014 den Fahrlehrermangel in Westdeutschland deutlich erkennen können. Der Trend war sogar schon lange zuvor abzulesen.“

„28 Prozent der Fahrschulen sehen weitere Geschäftsfelder in zusätzlichen Trainings- und Seminarangeboten. 20 Prozent erhoffen sich neue Chancen mit Angeboten für Senioren.“

Bernd Brenner (Vorsitzender der BAGFA, Bundesarbeitsgemeinschaft der Fahrlehrerausbildungsstätten)

„Die beiden Initiativen www.fahrlehrer-karriere.de und www.fahrlehrer-zukunft.de sind wichtige Bausteine der Nachwuchsgenerierung, weil damit auch den Beratern in den Arbeitsagenturen die hervorragenden Chancen des Fahrlehrerberufs vor Augen geführt werden.“

Bernd Brenner über das Nachwuchsproblem, seine Ursachen und die Konsequenzen

„In der Branche wird häufig verkannt, dass über die Agentur für Arbeit durchaus Bewerber in den Fahrlehrerberuf herein getragen werden, die sich in der Folge blendend entwickeln.“

„Fahrschulen müssen verstärkt dazu übergehen, die Ausbildung ihres Nachwuchses selbst in die Hand zu nehmen. Förderungen durch das sogenannte Meister-BAFÖG oder durch die Arbeitsagenturen helfen dabei. Liegen die Voraussetzungen für solche Förderungen nicht vor, müssen die Fahrschulen eigene Finanzierungsmodelle, ggf. in Kooperation mit den Fahrlehrerausbildungsstätten, anbieten. Dieser Weg wird bereits jetzt in vielen anderen Branchen mit Nachwuchsproblemen eingeschlagen.“

 Peter Pinkepank (Steuerexperte für Fahrschulen)

Peter Pinkepank erläutert die Vorzüge der Digitalisierung der Finanzbuchhaltung

„Die Digitalisierung bietet auch in der Finanzbuchhaltung große Chancen. Unternehmerisch handelnde Fahrschulunternehmer sollten das nutzen, um ihre Prozesse entsprechend anzupassen.“

„Die Unternehmer profitieren dabei von monatlich aktuellen Auswertungen, zum Beispiel zur Erfolgslage und zur Liquidität und von schnellen Analysen von Kunden und Lieferanten. S0 kann sich der Unternehmer besser auf das Geschäft und seine strategischen Entscheidungen konzentrieren.“

„Die digitale Finanzbuchhaltung hilft dabei, stets auf der sicheren Seite zu bleiben. Das ist besonders unter dem stärker werdenden Überwachungsdruck ein großer Vorteil, zum Beispiel beim eines GOBD-konformes Kassenbuches.“

 

Sascha Fiek (Fahrschulunternehmer aus Freiburg)

Sascha Fiek gibt einen Ausblick auf die Fahrschule 2020

„So wichtig und richtig die Reform des Fahrlehrerrechts für uns auch sein mag, so sehr werden auch deren Auswirkungen überschätzt. Die Branche wird zum Beispiel feststellen, dass auch dann, wenn die Reform kommen sollte, kein plötzlicher Run auf den Fahrlehrerberuf einsetzen wird. Das neue Fahrlehrerrecht ist nur ein Anfang. Die Branche steht vor ganz anderen Herausforderungen.“

„Man wird in Fahrschulen auf Globalisierung, Digitalisierung und demografischen Wandel schnell die richtigen Antworten finden müssen. Plausible Lösungsansätze sind deshalb konsequenter Simulatoreneinsatz, Ausbildung auf Automatik und digitale Lernformen wie die driverscam.“

„Als Maßnahmen für die nächsten Jahre stehen eine Modernisierung des Fuhrparks, die eigene Ausbildung von guten Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern sowie ein Veränderungen der Betriebsstrukturen oben an. Außerdem muss nach der Reform des Fahrlehrergesetzes unbedingt die Reform der veralteten Fahrschüler-Ausbildungsordnung angegangen werden.“

Fahrschulen erwarten Umsatzsteigerung

Gute Vorzeichen für das Jahr 2o17. Der MOVING Fahrschul-Klima-Index belegt: Die deutschen Fahrschulen sind positiv gestimmt, wenn es um Zukunftsaussichten geht. Die aktuelle Pressemitteilung der MOVING im Wortlaut.

Der MOVING Fahrschul-Klima-Index fasst die Ergebnisse einer sich halbjährlich wiederholenden repräsentativen Umfrage unter 300 deutschen Fahrschulen zusammen. Die Unternehmen werden gebeten, Angaben zur vergangenen und aktuellen Geschäftslage zu machen sowie eine Prognose für das kommende Halbjahr abzugeben. Die Ergebnisse der zweiten Umfrage vom Juli 2016 liegen nun vor.

MOVING hat zusammen mit puls Marktforschung mit dem MOVING Fahrschul-Klima-Index ein Instrument geschaffen, das mehr Transparenz in den Fahrschulmarkt bringen und gleichzeitig eine Konjunkturprognose darstellen soll. Der MOVING Fahrschul-Klima-Index bildet ab, ob es mit der Branche z. B. aufwärts geht, jedoch nicht wie stark das erwartete Wachstum ist. Der Index soll ein qualitativer Frühindikator für die Konjunktur in der Fahrschulbranche sein.

moving-logoDie Antworten zu den einzelnen Fragen wurden gewichtet und zusammengefasst. Der Index kann zwischen 0 und 100 Punkten liegen und je höher die Zahl, desto besser ist die Stimmung am Markt. Der Past-Index, also die Entwicklung im letzten Halbjahr, zeigt ein positives Bild. Der Index-Wert liegt in der aktuellen Erhebung bei 73 und ist seit Januar 2016 um 2 Punkte gestiegen. Der Present-Index, also die aktuelle Geschäftslage, konnte um 3 Punkte zulegen und liegt aktuell bei 69 Punkten. Die Geschäftserwartungen, die im Future-Index zusammengefasst werden, konnten sogar um 4 Punkte zulegen. Der Wert liegt ebenfalls bei 69 Punkten.

Alle drei Indexwerte sind im Vergleich zum letzten Halbjahr gestiegen. Fahrschulunternehmen sind also nach wie vor überwiegend zufrieden, besonders mit der Entwicklung im vergangenen Halbjahr. Für die Zukunft sind sie mit ihren Erwartungen etwas verhaltener, aber dennoch optimistisch und insgesamt etwas positiver als vor einem halben Jahr. Jörg-Michael Satz, Präsident von MOVING: „Wir rechnen mit einer anhaltend positiven Entwicklung im 2. Halbjahr des Jahres 2016.“ Offenbar glauben viele Unternehmen an ein Fortbestehen der guten Geschäftsbedingungen, denn 26 % der Fahrschulen rechnen mit einer positiven Entwicklung des Betriebsergebnisses im zweiten Halbjahr 2016.

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Die Ergebnisse der DATAPART Expertenbefragung

Die drei großen Zukunftsfaktoren

Jedes Jahr aufs Neue werden die Ergebnisse der großen DATAPART Experten-Befragung mit Spannung erwartet. Und zwar aus zwei Gründen. Erstens interessiert sich jeder Fahrschul-Unternehmer dafür, wie sich seine persönliche Einschätzung im Vergleich zum Branchenschnitt verhält. Und zweitens, weil in den belastbaren Resultaten der Experten-Befragung Indizien enthalten sind, die sich durchaus dafür eignen, einen Blick in die Fahrschul-Kristallkugel zu riskieren. Neben Indikatoren, die unverändert geblieben sind, fallen einige Resultate besonders auf. Wir haben die drei wichtigsten für Sie im Folgenden zusammengefasst. Weiterlesen