Kategorie-Archiv: Demografie

„Der Fahrlehrermangel ist unser größtes Problem.“

Das Geschäft läuft in der Fahrschulbranche – so lautet die vielleicht wichtigste Erkenntnis des 3. MOVING-Expertenforums in Berlin. Die Fahrschulen im Land sind zufrieden. Doch ein Problem trübt die ansonsten gute Laune: Der Nachwuchsmangel macht Sorgen.

Gero Storjohann, verkehrspolitischer Experte in der CDU Bundestagsfraktion, ließ es sich nicht nehmen, nochmals auf die Reform des Fahrlehrergesetzes einzugehen. Es war der einzige Blick zurück an diesem hochinteressanten Tag. Denn es ging um Gegenwart und Zukunft der Fahrschulen im Land.

Gastgeber Jörg-Michael Satz (links) und Sascha Fiek (rechts)

Wie es den Fahrschulen aktuell geht, das wusste Jörg-Michael Satz, Präsident der MOVING International Road Safety Association e.V. genau. Satz stellte die aktuellen Ergebnisse des repräsentativen MOVING Klima-Index vor, in dem eine Mehrzahl der Fahrschulunternehmer angegeben hatte, optimistisch in die Zukunft zu schauen. Demnach sind vor allem große Fahrschulen in der Stadt positiv gestimmt, wobei kleinen Fahrschulen auf dem platten Land deutlich zurückhaltender antworteten.

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Die Ergebnisse der DATAPART Expertenbefragung

Die drei großen Zukunftsfaktoren

Jedes Jahr aufs Neue werden die Ergebnisse der großen DATAPART Experten-Befragung mit Spannung erwartet. Und zwar aus zwei Gründen. Erstens interessiert sich jeder Fahrschul-Unternehmer dafür, wie sich seine persönliche Einschätzung im Vergleich zum Branchenschnitt verhält. Und zweitens, weil in den belastbaren Resultaten der Experten-Befragung Indizien enthalten sind, die sich durchaus dafür eignen, einen Blick in die Fahrschul-Kristallkugel zu riskieren. Neben Indikatoren, die unverändert geblieben sind, fallen einige Resultate besonders auf. Wir haben die drei wichtigsten für Sie im Folgenden zusammengefasst. Weiterlesen

Jugendstudie, Fahrschule, Führerschein, Sparen

Drei steile Fakten zur Jugend

Trotz aller Unkenrufe bleibt die herausragende Bedeutung des Führerscheins bei der Jugend ungebrochen. Die aktuellen Studien des Jugend-Magazins BRAVO zeigen, dass das Sparen auf den Führerschein teilweise schon im Alter von 12 Jahren beginnt.

FAKT 1: 1/3 aller Jugendlichen sparen auf den Führerschein

Aus Sicht der Jugendlichen gehört die persönliche Mobilität zum Erwachsenwerden dazu. Rund ein Drittel der Jugendlichen gibt den Führerschein als persönliches Sparziel an. Dabei sind Jungs sparsamer als Mädchen. Laut Studie sparen 57 % der Jungen alles oder einen großen Teil ihres Geldes, weil sie ein bestimmtes Sparziel vor Augen haben. Bei den Mädchen sind es nur 48 %. Weitere 32 % bei den Jungen bzw. 39 % bei den Mädchen geben an, dass sie einen kleinen Teil ihres Geldes für eine spätere Anschaffung ansparen. Doch bei der Interpretation der Zahlen ist Vorsicht geboten. Obwohl bei den Jungs Weiterlesen

Reicht gute Arbeit allein nicht mehr aus?

Nils Hartig_72dpi

Nils Hartig kommentiert

Als Dozent in der Fahrlehrerfortbildung komme ich jedes Jahr mit vielen hundert Fahrlehrern ins Gespräch. Man diskutiert, tauscht Gedanken aus und bekommt sehr schnell ein Gefühl für die Sorgen und Nöte des Berufsstandes. Dabei stellt sich mir immer öfter eine Frage: Wird der Abstand zwischen großen und kleinen Fahrschulen immer deutlicher?
Die Umsatzsteuerstatistik spricht eine deutliche Sprache: 1.458 Fahrschulen machen 42,8 % des Branchenumsatzes. 11.275 Unternehmen teilen sich den Rest. Jetzt mögen Statistiken nicht immer die ganze Wahrheit wiedergeben. Grund genug, die Ohren weit aufzusperren und bei Gesprächen mit Fahrschulen die leisen Zwischentöne herauszuhören. Und ja, sie sind deutlich vernehmbar! Interessanterweise aus zwei völlig gegensätzlichen Richtungen. Entweder scheinen Fahrschulen ganz hervorragend zu laufen oder sie funktionieren überhaupt nicht! Die einen haben 50 Anmeldungen im Jahr, die anderen 50 im Monat. Die einen haben vormittags nichts zu tun, die anderen suchen händeringend nach qualifiziertem Personal. Und das Mittelfeld? Gibt es nicht mehr! Ist das ein regionales Phänomen? Nein. Hängt das vom Fahrstundenpreis ab? Nein. Hängt es vom Fahrschulfahrzeug ab? Nein. Liegt es am Alter der Fahrlehrer? Nein. Ist es Zufall? Nein!

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Fahrschulbranche: Früher war die Zukunft auch besser.

Matthias Wimpff / Academy / Fahrschulen / Zukunft

Matthias Wimpff über die Aussichten für 2015

Dieses Zitat von Karl Valentin beschreibt sehr treffend, wie die Stimmung bei vielen Fahrschulen ist. Geburtenschwache Jahrgänge, harter Wettbewerb und ein hoher Kostendruck versprechen nichts Gutes. Früher konnte man wenigstens noch auf eine Besserung hoffen. Und heute?

Früher war auch nicht alles gut! Die Fahrschulbranche hatte den „Pillenknick“ zu verkraften. Alleine in der Zeit von 1964 bis 1975 reduzierte sich die Geburtenrate um über 40 Prozent. Und – Hand aufs Herz – schon zu Zeiten der D-Mark war der Wettbewerb hart. Der Kampf um Fahrschüler ist keine Neuerfindung. So ist es eben in einer Wettbewerbsgesellschaft.

Wie wird nun das kommende Jahr? Bestimmt nicht langweilig, denn die Reform des Fahrlehrergesetzes steht auf der politischen Agenda.

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Fahrschule / Indikatoren / Zukunft / Zukunftsfähigkeit

Vier Indikatoren für die Zukunftsfähigkeit einer Fahrschule

Die Fahrschul-Branche hat viele Besonderheiten. Sie besteht aus Unternehmen, die einerseits erfolgreich wirtschaften müssen, andererseits aber eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfüllen. Und dies in einer Welt, die sich strukturell, medial und charakterlich ebenso schnell wie radikal verändert. Doch die Mehrzahl der Fahrschulen wird sich selbst in diesem komplexen Umfeld behaupten. Vier handfeste Indikatoren legen diese Vermutung nahe.


Indikator 1: 
Demografie

Die geburtenreichen Jahrgänge liegen lange zurück. Auf die geringere Anzahl von Fahrschülern haben sich die Betriebe bereits einstellen müssen. Doch während einige noch lamentieren, arbeiten andere Schulen bereits daran, eine weitere Folge aus der Demografie in den Griff zu bekommen: die Altersschere zwischen Fahrlehrer und Fahrschüler, die sich immer weiter öffnet. Inzwischen sind drei Viertel der Fahrlehrer und Fahrlehrerinnen über 45 Jahre. Weiterlesen