Kategorie-Archiv: Duales Lernen

Fahrschulen gehen optimistisch ins neue Zeitalter

 

„Mitmachen statt Festhalten“ lautete das Motto der 1. ACADEMY Unternehmerkonferenz. Tatsächlich müssen die Fahrschulen des Landes Vollgas geben, um in der digitalen Welt aufAugenhöhe zu bleiben. Wie sie sich wandeln, wenn die anstehenden Veränderungen der Mobilität konkret werden, darüber diskutierten Fahrschulunternehmer und Branchenexperten auf der 1. Academy Unternehmerkonferenz.

Matthias Wimpff, Vorstand der Academy Holding AG, gab die Richtung vor. Gleich zu Konferenzbeginn führte er vor Augen, mit welch rasender Geschwindigkeit sich die Mobilität und ihre damit verbundenen Geschäftsmodelle verändern. Der Handlungsbedarf für die Fahrschulen im Land wurde sofort greifbar. Dementsprechend ließ Wimpff keine Zweifel aufkommen: „Der Markt teilt sich auf“, prognostizierte er. „Aktuell schätzen rund 57 Prozent aller Fahrschulen ihre Zukunft als gut oder sehr gut ein. Es handelt sich um diejenigen, unternehmerisch handelnden Fahrschulen, die wohl auch weiterhin die Nase vorn haben werden.“

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Die Kernthesen der 1. ACADEMY Unternehmerkonferenz

Die 1. ACADEMY Unternehmerkonferenz wurde zur Zukunftswerkstatt der Branche. Etwa einhundert Fahrschulunternehmer diskutierten am 3. Februar 2017 über die Zukunft ihrer Unternehmen und der gesamten Branche. Experten aus verschiedenen Fachbereichen schilderten ihre Sicht der Dinge. Hier ein Überblick der interessantesten Statements.

Matthias Wimpff (Vorstand der ACADEMY Holding AG)

Matthias Wimpff eröffnet die 1.ACADEMY Unternehmerkonferenz

„Mittel- und langfristig sind es die Megatrends unserer Zeit, die auch die Fahrschulen vor neue Herausforderungen stellen. Dazu gehören die digitale Kommunikation – vor allem für junge Zielgruppen – und die Digitalisierung des Unterrichts wie zum Beispiel mit Fahrsimulatoren, E-Mobilität und Fahrer-Assistenzsystemen auf dem Weg zum Autonomen Fahren.“

„Völlig neue Wettbewerber mischen Märkte auf. Datenfirmen wie Booking.com oder HRS krempeln den Markt des Urlaubs- und Übernachtungsgewerbes um. Rechtsberatung via Mausklick macht den über 163 000 Anwälten in Deutschland immer stärker Konkurrenz. Das Taxigewerbe kann nur mit drakonischen Gesetzen gegen den Wettbewerber Uber gerettet werden, obwohl dieser kein einziges Auto besitzt. FlixBus organisiert ausschließlich mit Daten den Fernbusmarkt in Europa neu. “

„Die Fahrschulen werden immer weniger und die Tendenz zu größeren Betriebseinheiten wird sich noch verstärken. “

 Jörg-Michael Satz (Präsident von MOVING International Road Safety Association e.V.)

Jörg-Michael Satz analysiert detailliert die Marktsituation der Fahrschulen in Deutschland

„Nach wie vor sind Frauen in der Branche unterrepräsentiert. Unsere Bestrebungen sollten dahin gehen, den Frauenanteil zu erhöhen. Blickt man auf die Gehältern, zeigt sich leider auch, dass angestellte Fahrlehrerinnen im Durchschnitt bei gleicher Arbeit weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.“

„Aktuell stellt der Fahrlehrermangel die größte Herausforderung der Branche dar. Wenn man die Zahlen arbeitslos gemeldeter Fahrlehrer und den Bestand an offenen Stellen vergleicht, hätte man schon Mitte 2014 den Fahrlehrermangel in Westdeutschland deutlich erkennen können. Der Trend war sogar schon lange zuvor abzulesen.“

„28 Prozent der Fahrschulen sehen weitere Geschäftsfelder in zusätzlichen Trainings- und Seminarangeboten. 20 Prozent erhoffen sich neue Chancen mit Angeboten für Senioren.“

Bernd Brenner (Vorsitzender der BAGFA, Bundesarbeitsgemeinschaft der Fahrlehrerausbildungsstätten)

„Die beiden Initiativen www.fahrlehrer-karriere.de und www.fahrlehrer-zukunft.de sind wichtige Bausteine der Nachwuchsgenerierung, weil damit auch den Beratern in den Arbeitsagenturen die hervorragenden Chancen des Fahrlehrerberufs vor Augen geführt werden.“

Bernd Brenner über das Nachwuchsproblem, seine Ursachen und die Konsequenzen

„In der Branche wird häufig verkannt, dass über die Agentur für Arbeit durchaus Bewerber in den Fahrlehrerberuf herein getragen werden, die sich in der Folge blendend entwickeln.“

„Fahrschulen müssen verstärkt dazu übergehen, die Ausbildung ihres Nachwuchses selbst in die Hand zu nehmen. Förderungen durch das sogenannte Meister-BAFÖG oder durch die Arbeitsagenturen helfen dabei. Liegen die Voraussetzungen für solche Förderungen nicht vor, müssen die Fahrschulen eigene Finanzierungsmodelle, ggf. in Kooperation mit den Fahrlehrerausbildungsstätten, anbieten. Dieser Weg wird bereits jetzt in vielen anderen Branchen mit Nachwuchsproblemen eingeschlagen.“

 Peter Pinkepank (Steuerexperte für Fahrschulen)

Peter Pinkepank erläutert die Vorzüge der Digitalisierung der Finanzbuchhaltung

„Die Digitalisierung bietet auch in der Finanzbuchhaltung große Chancen. Unternehmerisch handelnde Fahrschulunternehmer sollten das nutzen, um ihre Prozesse entsprechend anzupassen.“

„Die Unternehmer profitieren dabei von monatlich aktuellen Auswertungen, zum Beispiel zur Erfolgslage und zur Liquidität und von schnellen Analysen von Kunden und Lieferanten. S0 kann sich der Unternehmer besser auf das Geschäft und seine strategischen Entscheidungen konzentrieren.“

„Die digitale Finanzbuchhaltung hilft dabei, stets auf der sicheren Seite zu bleiben. Das ist besonders unter dem stärker werdenden Überwachungsdruck ein großer Vorteil, zum Beispiel beim eines GOBD-konformes Kassenbuches.“

 

Sascha Fiek (Fahrschulunternehmer aus Freiburg)

Sascha Fiek gibt einen Ausblick auf die Fahrschule 2020

„So wichtig und richtig die Reform des Fahrlehrerrechts für uns auch sein mag, so sehr werden auch deren Auswirkungen überschätzt. Die Branche wird zum Beispiel feststellen, dass auch dann, wenn die Reform kommen sollte, kein plötzlicher Run auf den Fahrlehrerberuf einsetzen wird. Das neue Fahrlehrerrecht ist nur ein Anfang. Die Branche steht vor ganz anderen Herausforderungen.“

„Man wird in Fahrschulen auf Globalisierung, Digitalisierung und demografischen Wandel schnell die richtigen Antworten finden müssen. Plausible Lösungsansätze sind deshalb konsequenter Simulatoreneinsatz, Ausbildung auf Automatik und digitale Lernformen wie die driverscam.“

„Als Maßnahmen für die nächsten Jahre stehen eine Modernisierung des Fuhrparks, die eigene Ausbildung von guten Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern sowie ein Veränderungen der Betriebsstrukturen oben an. Außerdem muss nach der Reform des Fahrlehrergesetzes unbedingt die Reform der veralteten Fahrschüler-Ausbildungsordnung angegangen werden.“

Rolf Dautel-Haußmann, Winfried Herrmann, E-Mobilität, vpa Kirchheim

Energisch pro Elektro

VERKEHRSMINISTER ZU GAST BEI DER E-FAHRSCHULE

Trotz vollem Terminkalender hat sich der Baden-Württembergische Verkehrsminister Winfried Herrmann eine Menge Zeit für die Fahrlehrerschaft genommen. Bei einem Besuch der vpa Verkehrsfachschule in Kirchheim/Teck entfachte Herrmann Rückenwind für die innovativen Projekte der Branche. 

Dass der elektrische Antrieb der allgemeinen Mobilität nützen kann, darüber bestehen in der Theorie nur noch wenige Zweifel. Wie die massenhafte Elektrifizierung des Fahrens allerdings in der alltäglichen Praxis etabliert werden kann, hinter diesem Punkt stehen noch manche Fragezeichen. Doch die neue Technologie wird kommen, vielleicht nicht mit Höchstgeschwindigkeit, aber in vielen kleinen Etappen – mindestens als Alternative zu herkömmlichen Antrieben. Weiterlesen

Beschleunigtes Pilotprojekt

Wie sich die Daimler AG und die ACADEMY Holding AG für die E-Mobilität in Fahrschulen stark machen.

Nichts steht still. Alles ist in Bewegung. Das Mobilitätsverhalten, die Fahrausbildung. Auch der Fahrlehrer selbst wird sich verändern müssen. Der Fahrpädagoge wird zunehmend Mobilitätsberater – und an diesem Anspruch wird er sich in der Zukunft messen lassen müssen.Academy / Daimler / Smart / Fahrschule / Fahrstunde / Pilotprojekt Weiterlesen

Daimler, Academy, E-Mobilität, Fritz Kuhn, Eva Wiese

Auftakt zum Pilotprojekt E-Mobilität

Geht gut los. Fulminanter Auftakt des Pilotprojektes zur E-Mobilität in Fahrschulen. Auf der Sonnenterrasse vor dem großen Mercedes-Benz Museum wurden die elektrisch angetriebenen Fahrschul-Flitzer feierlich übergeben. Auch der Stuttgarter Oberbürgermeister Kuhn war begeistert.

Als die ACADEMY Fahrschulen und die Daimler AG kürzlich ihr gemeinsames Projekt „E-Mobilität für Fahrschulen“ vorstellten, waren die Scheinwerfer der Öffentlichkeit vor allem auf die neuen Fahrschulwagen gerichtet. Zehn elektrisch betriebene Flitzer hatten auf der Sonnenterrasse vor dem Museum Aufstellung genommen. Dass die Sonne lachte, war durchaus symbolisch. Schließlich ist das ganze Projekt ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Mobilität – und wird langfristig dazu beitragen, die CO2-Belastung zu reduzieren. Da waren sich die Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Fahrschulen einig: Wenn sich Fahranfänger frühzeitig für Elektromobilität begeistern, so ist das in jedem Sinne eine gute Sache. Auf dem Weg gebracht wurde sie am 10. April bei der Daimler AG, natürlich bei strahlendem Sonnenschein.

Sogar der Oberbürgermeister war gekommen. Fritz Kuhn verbindet gerne das Angenehme mit dem Nützlichen. Deshalb setzt er auf E-Mobilität. Zum einen kann er damit die Feinstaub-Belastung senken, die in der Kessellage der Stuttgarter Innenstadt besonders hoch ist. Zum anderen gibt er selbst viel lieber Strom als Gas: „Es macht Spaß mit meinem dienstlichen Elektrosmart auch mal einen Porsche stehen zu lassen,“ verriet Kuhn und freute sich über das Pilotprojekt, das in seiner Stadt, in Heilbronn, Winnenden und Esslingen über die Bühne gehen wird. Insgesamt fünf ACADEMY Pilotfahrschulen wurden dazu mit Wall-Boxen ausgerüstet, an denen sie ihre schicken Flitzer tanken können. Sie schulen ab sofort auf einem smart fortwo electric drive und auf einer Mercedes-Benz B-Klasse Electric Drive. Auf diesen Fahrzeugen werden erste Erfahrungen mit der Integration des alternativen Antriebs in den Alltag einer Fahrschule gesammelt. Daraus werden wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die am Ende des Projekts der gesamten Fahrschul-Branche weiterhelfen werden.

Für die Daimler AG war unter anderem Eva Wiese, die Leiterin des Produktmanagements E-Mobility mit von der Partie. Sie stellte weitere Verbesserungen in Wirtschaftlichkeit und Reichweite der elektrisch getriebenen Fahrzeuge in Aussicht und unterstrich damit die Zukunftsfähigkeit des Antriebs. Ralf Klopfer von der ACADEMY Fahrschule Klopfer in Winnenden berichtete aus ersten Fahrstunden und davon, wie die Fahrschüler aus den Schulungswagen aussteigen. „Mit einem Lächeln!“ beobachtete Klopfer und freut sich auf die weiteren Fahrstunden. Auch Matthias Wimpff, Vorstand der ACADEMY Holding AG ist überzeugt, dass das Angebot E-Mobilität zur Wettbewerbsfähigkeit der Fahrschulen beitragen wird. Er hatte sich im Vorfeld stark für die Kooperation mit der Mercedes-Benz Driving Academy engagiert. „Für die Fahrschule der Zukunft ist die E-Mobilität ein wichtiger Baustein“, betont Wimpff. „Fahrschulen werden zu Mobilitätsberatern. Da geht es nicht nur um Einsteigen und Fahren. Es geht auch darum, den Fahrschülern das Umsteigen beizubringen.“

Bild: ACADEMY und Daimler bringen Elektromobilität in Fahrschulen: Fritz Kuhn, Oberbürgermeister Stuttgart; Eva Wiese, Leitung Produktmarketing Powertrain, Komponenten und E-Mobility Daimler AG; Matthias Wimpff, Vorstand Academy Holding AG (Copyright: Daimler)