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Kosten // Fahrlehrer-Ausbildung // Fahrlehrer // Fahrlehrergesetz // FahrlG

Fahrlehrer-Ausbildung: Kosten ungefähr konstant

Kleiner Nachtrag zur Folge 1 unserer Serie über das neue Fahrlehrer-Gesetz.

Die Gesamtkosten einer Fahrlehrerausbildung sind bei der Suche nach Nachwuchs ein entscheidender Faktor. Viele Fahrschulen beteiligen sich oder übernehmen sie vollständig.

Die oben aufgeführte Vergleichstabelle macht deutlich: Die Gesamtkosten der Fahrlehrerausbildung Klasse BE sind nicht zwangsläufig für jeden gestiegen. Der Grund: Das Aufstiegs-BaFöG (umgangssprachlich als Meister-BaFöG bekannt) kann effektiver eingesetzt werden, weil der Erwerb der Führerscheine A2 und CE als Zugangsvoraussetzungen weggefallen ist.

Wenn man diese Kosten in die Vergleichsrechnung einbezieht, wird die Ausbildung sogar günstiger. Diese Rechnung ist natürlich nur für all diejenigen aufgemacht, die nicht schon vorher die Führerscheine A2 und CE erworben haben.

Warum werden Sie Fahrlehrerin, Alexa Röhm?

Wie lauten die Argumente, die junge Menschen überzeugen, Fahrlehrerin oder Fahrlehrer zu werden? Ein Interview mit einer, die es wissen müsste: Alexa Röhm (FLA) lernt auf der vpa Verkehrsfachschule GmbH Kirchheim/Teck und beim Ausbildungsbetrieb Waldi’s Fahrschule, Kusterdingen.

Alexa Röhm / Fahrlehrerin / FLA / Waldi's Fahrschule / Beruf Fahrlehrerin

Alexa Röhm

Möglicherweise trägt das neue Fahrlehrergesetz dazu bei, den Beruf attraktiver zu machen. Doch Fahrschulen sollten sich nicht darauf verlassen. Dass die Bewerber plötzlich die Türen der Fahrschulen einrennen, damit ist auch nach der Reform nicht zu rechnen. Wie bei vielen Stellenbesetzungen in anderen Berufen, ist eine der erfolgreichsten Strategien, jemanden aus dem erweiterten Umfeld des Betriebes zu kennen, der sich für den schönen Beruf interessiert. Das ist nicht unbedingt Glückssache, sondern eine Frage der aktiven und wachen Kommunikation.

Darum gilt erstens: Sprechen Sie aufgeschlossene junge Menschen darauf an, ob Sie vielleicht Interesse am Fahrlehrerberuf haben, oder gegebenenfalls jemanden kennen, der sich dafür interessieren würde. Zweitens: Argumentieren Sie im Gespräch treffend und vermitteln Sie die Begeisterung, die Sie selbst an diesem schönen Beruf haben.

Als kleine Hilfestellung hat sich der mobilmacher bei einer Fahrlehrer-Anwärterin erkundigt. Wir wollten wissen: Warum haben sie sich für den Beruf entschieden? Was gab den Ausschlag? Was ist es genau, das den Beruf so attraktiv macht?

mobilmacher: Alexa Röhm, warum haben Sie sich entschieden, Fahrlehrerin zu werden?

Alexa Röhm: Wenn ich hier in der Fahrschule bin, fühlt sich das nicht nach Arbeit an. Hier kommt man mit vielen jungen Leuten in Kontakt und kann ihnen konkret weiter helfen. Das ist ein sehr gutes Gefühl.

Was haben Sie zuvor gemacht?

Ich habe Bürokauffrau gelernt, übrigens in einer Fahrschule. Danach habe ich einige Zeit in einem anderen Betrieb im Büro gearbeitet. Die Kolleginnen und Kollegen dort waren zwar alle freundlich, aber es hat etwas gefehlt. Manchmal war es wirklich eintönig. Außerdem hatte ich keinen Bezug zu den Produkten gefunden. In der Fahrschule ist das ganz anders. Das Umfeld und die jungen Leute motivieren mich. Ich kann etwas Sinnvolles tun. Hier macht es Spaß. Ich bin wirklich froh, dass ich nicht mehr am Schreibtisch fest getackert bin.

Wie sind Sie auf die Idee kommen, Fahrlehrerin zu werden?

Ich hatte natürlich noch meine Zeit in der Fahrschule im Sinn. Dorthin wollte ich wieder. Der Auslöser war dann, als ich meiner Schwester auf dem Verkehrsübungsplatz gezeigt habe, wie man schaltet und ihr die ersten Dinge beigebracht habe. Bei dieser Gelegenheit habe ich gemerkt, dass ich wohl das Talent habe, das man als Fahrlehrerin braucht. Obwohl es manchmal bei denen am schwersten ist, die man besonders gut kennt. Aber sie hat alles schnell verstanden. Ist ja auch meine Schwester.

Keine Bange vor den ungewöhnlichen Arbeitszeiten?

Überhaupt nicht. Das kommt mir sogar entgegen. Man ist deutlich flexibler als in anderen Berufen. Für mich passt es optimal: Der Morgen ist nicht unbedingt meine Tageszeit. Später bin ich produktiver. Ich hab auch kein Problem, wenn es mal länger geht. Schließlich bin ich unter Leuten. Diejenigen, die mich kennen, behaupten sowieso, ich hätte Hummeln im Po. Insofern passt der Beruf hervorragend zu mir. Ich bin dauernd unterwegs.

Und die Theorie: Freuen Sie sich darauf, den ersten Unterricht selbst zu halten?

Ja, tatsächlich. Im Moment schaue ich noch interessiert zu, wie es die Anderen anpacken. Aber wenn ich fachlich voll fit bin, dann geht’s los. Da kann man seinen eigenen Stil entwickeln und sich selbst einbringen. Muss man ja auch. Schließlich sollte der Funke überspringen, dann lernt sich’s leichter.

Wie klappt’s mit dem eigenen Lernen?

Das ist sogar ziemlich interessant. Weit spannender als ich zuvor vermutet hatte. Was man im Pädagogik-Unterricht lernt, kann man praktisch anwenden. Übrigens nicht nur im Beruf. Man kann vieles fürs Privatleben rausziehen. Vielleicht liegt’s auch daran, dass es die Dozenten bei der vpa in Kirchheim so gut rüber bringen.

Kurze Antwort zum Schluß bitte: Was ist das Schönste an diesem Beruf?

Ich glaube, es ist der Moment, wenn die Schüler fahren wie die jungen Götter und man denkt im Stillen: „Ich wars, der denen das beigebracht hat.“

Vielen Dank, Frau Röhm. Toi, toi, toi für alles Weitere.

Rolf Dautel-Haußmann 
zur Reform des Fahrlehrergesetzes: 
“Es hätte mehr sein dürfen“

Das neue Fahrlehrerrecht nimmt konkrete Formen an. Im Gesetzgebungsprozess war Rolf Dautel-Haußmann von der vpa Verkehrsfachschule in Kirchheim/Teck immer dann beteiligt, wenn es um fachliche Details ging. Als Mitglied des erweiterten Vorstandes von BAGFA und BDFU war er wichtiger Ansprechpartner für das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI). 

mobilmacher: Man hat viel und lange diskutiert. Nicht nur in Berlin, sondern in unserer gesamten Branche. Wie beurteilen Sie das Ergebnis, welches sich jetzt abzeichnet?

Rolf Dautel-Haußmann: Viele Punkte, die jetzt im Gesetzentwurf stehen, waren ja schon bekannt, zum Beispiel der Wegfall der Zugangsvoraussetzungen A2/CE. Es ist sicherlich gut, dass wir daran nun einen Haken machen dürfen. Trotzdem muss man sagen: Auf der Zielgerade haben offenbar Leute aus der Praxis gefehlt. Die Fachkenntnis des Parlaments scheint mir in manchen Punkten nicht ausreichend gewesen zu sein. Im Schwäbischen sagt man bei solchen Gelegenheiten sinngemäß: ‚Es war gut und viel. Aber es hätte besser und mehr sein dürfen.‘ “

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Rolf Dautel-Haußmann von der vpa Kirchheim war als Experte am Gesetzgebungsprozess beteiligt

mobilmacher: Welche Punkte meinen Sie damit?

Rolf Dautel-Haußmann: Allen voran, dass die 495-Minuten-Regel am Ende eben doch wieder im Gesetz aufgetaucht ist. Das widerspricht den ursprünglichen Zielen. Es ist bedauerlich, dass man so wenig Vertrauen in die Seriosität des Berufsstandes setzt. Wir wollten weniger Bürokratie und finanzielle Entlastung. Nun droht die Rückkehr des Tagesnachweises. Und damit könnte auch im Überwachungsbereich alles beim Alten bleiben.“

mobilmacher: Was bedeutet es für Sie als Fahrlehrer-Ausbildungsstätte, wenn nun die Möglichkeit besteht, den Fahrlehrerberuf in Teilzeit zu erlernen? Weiterlesen

Gemeinsam für mehr Nachwuchs

Der Wettbewerb um junge Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer läuft auf Hochtouren. Die Konkurrenz ist groß. Nicht nur unter den Fahrschulen, vor allem unter den Branchen. Wie gut, dass zwei schlagkräftige Initiativen den Fahrschulen helfen.

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Ein Anliegen. Zwei Initiativen

Anfang September des letzten Jahres schlug der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) laut hörbar Alarm. 172.224 Ausbildungsplätze seien noch unbesetzt. Den Unternehmen gingen die Bewerber aus, so ein Sprecher. Der Trend zum Studium und die sinkende Anzahl von Schulabgängern wurden als Begründung angeführt. Zweifelsohne sind die Anforderungen, die das Berufsbild Fahrlehrer/in an die jungen Interessenten stellt, deutlich höher als in einem herkömmlichen Ausbildungsberuf. Die Nachwuchsprobleme haben in vielen Branchen ähnliche Ursachen: weniger Schulabgänger und starke Sogwirkung der Fachhochschulen und Universitäten. Die Fahrschulbranche kann sich also glücklich schätzen, dass zwei Initiativen versuchen, wirksam auf unseren attraktiven Beruf aufmerksam zu machen. Fahrlehrer-Zukunft und Fahrlehrer-Karriere werben um mehr Nachwuchs. Auf den Websites können sich Fahrschulen registrieren, um die Chancen zu erhöhen, junge Auszubildende zu finden.

FAHRSCHULEN KÖNNEN SICH AN BEIDEN INITIATIVEN BETEILIGEN Weiterlesen

Fahrlehrermangel verschärft sich

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Eines der auffälligsten Ergebnisse der DATAPART Expertenbefragung 2015: Fast die Hälfte aller Fahrschulen suchen gute Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer. Der Wettbewerb um die Besten läuft bereits.

Die sechste und letzte Frage an Deutschlands Fahrschul-Inhaber hatte es in sich. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen innerhalb der Branche waren viele bereits gespannt, ob sich die Zahl der Fahrschulen verändert, die neue Kolleginnen und Kollegen suchen – wenn überhaupt. Tatsächlich rieben sich einige Vertreter des Berufsstandes schon vor Jahresfrist verwundert die Augen, als die DATAPART Expertenbefragung des letzten Jahres veröffentlicht wurde. Sie wies aus, dass 35,63% aller Fahrschulen auf der Suche nach Verstärkung waren. Anders ausgedrückt: Ein Drittel aller Inhaber suchten neue Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer. Es war eine Zahl, die die Branche aufhorchen ließ.

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Mission Fahrlehrer-Nachwuchs

Diese Presse-Meldung traf vor einigen Wochen in den Redaktionen der führenden deutschen Print-Medien ein.

OFFENE STELLEN IM GANZEN BUNDESGEBIET.

„MISSION FAHRLEHRER NACHWUCHS“ GEHT AN DEN START.

FRANKFURT. Deutschlands Fahrschulen geben grünes Licht für den Nachwuchs. Führende Fahrlehrer-Ausbilder im Land haben gemeinsam eine Kampagne gestartet, die über Karriere-Chancen des Fahrlehrer-Berufs informiert. Offene Stellen sind genügend vorhanden. Händeringend suchen viele Fahrschulen nach jungen Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern. Die Einstiegschancen stehen also besser denn je. Offene Stellen gibt es genügend, qualifizierte Interessenten zu wenig. Darum haben sich Deutschlands Fahrlehrer-Ausbilder zusammengeschlossen und mit der „Mission Fahrlehrer Nachwuchs“ eine Initiative ins Leben gerufen, die über den Beruf aus erster Hand informiert. Unter www.fahrlehrer-karriere.de steht nun ein neues Informationsportal im Netz, das all denjenigen eine wertvolle Hilfe sein will, die gerade über die eigene Berufswahl nachdenken. Dargestellt werden alle Chancen, aber auch die speziellen Herausforderungen, die der pädagogische Beruf mit sich bringt. Dabei geht das Portal deutlich über die üblichen Informationsangebote hinaus. In einem 10-minütigen Online-Test kann man eine erste Selbsteinschätzung vornehmen. Dabei erhält der Interessent ein Bild vom Alltag eines Fahrlehrers. Wer gleich in die Vollen gehen will, findet in einer Job-Börse sofort den Draht zu den Chefs in den Fahrschulen. Diese Job-Börse ist ein Service von dem bereits in den ersten Wochen des Portals zahlreiche Betriebe Gebrauch gemacht haben. Das zeigt: Die „Mission Fahrlehrer Nachwuchs“ startet zur richtigen Zeit. Ausbilder und Betriebe hoffen auf große Resonanz. Wer sich eine Karriere auf dem Beifahrersitz vorstellen kann, für den lohnt sich ein Klick auf www.fahrlehrer-karriere.de allemal.