Schlüsselwort-Archiv: Fahrlehrer

Die wichtigsten Impulse vom runden Tisch

Jochen Klima (Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V.)

Jochen Klima, Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V.

zum autonomen Fahren:
„Solange am Auto noch ein Abschaltknopf zu finden ist, so lange braucht man auch Fahrlehrer.“

zur Zukunft des Fahrlehrerberufs:
„Auf Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer kommen tolle Zukunftsaufgaben zu: neben der klassischen Fahrausbildung können wir die Wege zum teilautonomen Fahren kompetent begleiten und neue moderne Lernmethoden in den Unterricht integrieren.“

zur Werbung für den Fahrlehrerberuf
„Wir müssen verstärkt auch die emotionale Ebene ins Spiel bringen, um Menschen an den Fahrlehrerberuf heranzuführen.“

Gerhard von Bressensdorf (Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.)

Gerhard von Bressensdorf, Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.

Zu dem, was ihn besorgt:
„Die Altersstruktur der Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer macht mir große Sorge. Wir haben aktuell einen Altersdurchschnitt von über 50 Jahren.“

Zur Qualifikation von guten Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern:
„Neben der pädagogischen Qualität ist für mich die sprachliche Qualität besonders wichtig. Gute Fahrlehrer müssen das Wissen in einer Sprache vermitteln, die die Fahrschüler verstehen können.“

Zu attraktiven Arbeitsbedingungen in den Fahrschulen:
„Die Fahrschule als Arbeitgeber muss die richtigen Voraussetzungen schaffen. Da kommt es auch auf die Work-Life-Balance an.“ Weiterlesen

BDFU-Unternehmertag: Gute Zeiten für innovative Fahrschulen

Die Reform des Fahrlehrergesetzes kommt. Auf Einladung des Bundesverbandes deutscher Fahrschulunternehmen (BDFU) traf sich jetzt die Branche in Esslingen. Man diskutierte über Verordnungen und Rahmenbedingungen, über neue Herausforderungen und Chancen und darüber, wie sich Fahrschulen in naher Zukunft verändern werden. Der mobilmacher protokolliert einen interessanten Tag.

Aus ganz Deutschland waren Fahrschulunternehmer nach Esslingen gereist. Sie wurden begrüßt von Rainer Zeltwanger, dem Fahrlehrer, der vielleicht die beste Ausdauer aller deutschen Kollegen besitzt. Tatsächlich war es Zeltwanger selbst, der bereits im Jahr 2001 den ersten Entwurf eines Positionspapiers formuliert hatte. Damals hatte er sich eine Pause vom Fahrlehrerberuf genommen und arbeitete als Referent für den damaligen grünen Fraktionsvorsitzenden Rezzo Schlauch, der später als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium tätig war. Doch seine erste Initiative zum neuen Branchengesetz versickerte zwischen den politischen Strömungen. Fast ein Jahrzehnt später sah er in einer anderen Konstellation wieder die Chance sah, die überfällige Reform anzugehen. Die Idee eines neue Gesetzes war sogar ein wichtiger Gründungsimpuls für den BDFU. Insofern war der 27. Oktober 2017 für den Verbandspräsidenten ein ganz besonderer Tag.

Zeltwanger // BDFU // Unternehmertag // Fahrlehrer // Esslingen // Verband

Rainer Zeltwanger (BDFU) begrüßt die Teilnehmer

Zeltwanger begann die Veranstaltung mit der Festellstellung „Der neue Fahrlehrergesetz kommt“, was er nach dieser Vorgeschichte und den langen Diskussionen mit besonderem Nachdruck betonte. Passend dazu hatte Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, eine Videogrußbotschaft nach Esslingen gerichtet. In seinem Verkehrsministerium hat man das Gesetz kräftig angeschoben. Kretschmann versprach in seiner Botschaft: „Das neue Fahrlehrergesetz wird überflüssige Bürokratie abbauen und den pädagogischen Teil der Ausbildung verbessern.“

Weiterlesen

Fahrschultarife // Führerscheinkosten // DATAPART // Preisspiegel

Leitpreis steigt leicht

Den Preis für eine Übungsfahrt der Führerscheinklasse B ist der wichtigste Indikator. Wenn der Preisspiegel erscheint schauen viele Fahrschulunternehmer zuerst auf die herkömmlich Standardfahrstunde Führerscheinklasse B. Dieser wichtigste Preis ist laut DATAPART Preisspiegel im August leicht gestiegen, während die anderen Tarif nachgegeben haben. Der Auswärtstrend ist weiter intakt. Auch wenn unter Fahrlehrern über Ausmaß und die Deutlichkeit des Trends trefflich diskutiert werden kann.

Datapart / Preisspiegel / Fahrschultarif / Fahrschulpreise / Factoring / Indikator / Fahrschulbranche

37-Euro-Marke geknackt

Die Preise steigen weiter. Der DATAPART Preisspiegel, der den Durchschnitt der Tarife über ganz Deutschland hinweg wiedergibt, verzeichnet erneut einen leichten Anstieg. Der Indikatorpreis für eine Fahrstunde der Führerscheinklasse B steigt den dritten Monat in Folge und überspringt die 37-Euro-Marke.

Zum Sommer steigen die Preise

In den Kommentaren der Fahrlehrer zum letzten DATAPART Preisspiegel wurde deutlich: Die meisten Fahrschulunternehmer halten steigende Preise nicht nur gerechtfertigt, sondern auch für dringend notwendig, damit die Branche weiter gesund wirtschaften kann. Tatsächlich steigen die Preise weiter, wenn auch nur in Schritten, die viele Experten als deutlich zu klein erachten.

Dennoch stößt der Durchschnittspreis der in Deutschland für eine Fahrstunde der Führerscheinklasse B verlangt wird, von unten an die 37-Euro-Marke. Mit Ausnahme des Grundbetrages verzeichnen in diesem Monat alle Preise in positives Vorzeichen. Der Preisanstieg mag noch zu gering ausfallen, doch er scheint sich auf breiter Front zu bestätigen.

Ist die deutsche Fahrausbildung noch zeitgemäß?

„Nach der Reform ist vor der Reform“, kommentierte Fahrlehrer und Vordenker Sascha Fiek die Reform des Fahrlehrergesetzes. In seinem aktuellen Beitrag macht er deutlich, was er damit meint. Seine wertvollen Gedanken hat mobilmacher-news mit freundlicher Genehmigung von Sascha Fiek aus seinem Blog www.fahrlehrerwelt.de  übernommen.

Am 24. September wählen wir ein neues Parlament, das dann die politischen Geschicke für die nächsten vier Jahre bestimmen wird. Wenn die Fahrausbildung explizit im neuen Koalitionsvertrag auftaucht, besteht die Chance auf  eine Reform unserer heutigen Art der Fahrausbildung. Daher wird es Zeit, dass wir uns als Fahrlehrer darüber Gedanken machen, ob und was wie zu ändern ist, damit wir der neuen Regierung etwas in deren Pflichtenheft schreiben können. Dieser Artikel soll keine abschließenden Lösungen präsentieren, sondern mögliche Felder identifizieren und als Diskussionsanregung dienen, um Vorschläge aus unserer Fahrlehrerschaft zu sammeln.

Weiterlesen

Fahrschule / Fahrlehrergesetz / Zusammenarbeit / Kooperation / Betriebsstätten

Fakten-Check zum neuen Fahrlehrergesetz

Ein langer Gesetzgebungsprozess scheint zu einem Ende zu kommen. Der Gesetzentwurf wurde Ende März vom Parlament gewogen und für gut befunden. Experten zweifeln nicht mehr daran, dass das Gesetz in der vorliegenden Version am 1. Januar 2018 in Kraft tritt. Der mobilmacher bringt wichtige Aspekte auf den Punkt.

ZUM STAND DER DINGE

Der Verkehrsausschuss hat am 22. März 2017 dem von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf für die Reform des Fahrlehrergesetzes zugestimmt. Unions- und SPD-Fraktion votierten für die Vorlage in der durch einen Koalitionsantrag geänderten Fassung. Die Oppositionsfraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich bei der Abstimmung.

Es wird allgemein angenommen, dass die gesamten Regelungen im Mai auch durch den Bundesrat gehen. In diesem Fall wird das neue Fahrlehrergesetz noch im Sommer verkündet und würde am 1. Januar 2018 in Kraft treten. Die Branche erwartet noch mit Spannung, wie die Eckpfeiler des Gesetzes in den detaillierten Verordnungen umgesetzt werden.

WAS KOMMT. WAS BLEIBT

1. Voraussetzungen
für die Ausbildung zur Fahrlehrerin oder zum Fahrlehrer

Fahrschulen / Zugangsvoraussetzungen / Fahrlehrergesetz / Fahrlehrerinnen

Bild: Fotolia/Lars Zahner

  • Eine Fahrerlaubnis für die Klassen A2 und CE war bisher Pflicht für den Start in die Fahrlehrerausbildung Klasse BE. Mit der Reform wird diese sogenannte Zugangsvoraussetzung abgeschafft.
  • Das Mindestalter für Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer wird von 22 auf 21 Jahre herabgesetzt. Somit kann die Ausbildung im Alter von 20 Jahren begonnen werden. Als weitere Voraussetzung wird ein dreijähriger Besitz des Führerscheins Klasse B verlangt.
  • Was den schulischen Abschluss betrifft, wird verlangt: Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein höherer Schulabschluss (zum Beispiel Fachschulreife, Fachhochschulreife oder Abitur). Alternativ kann eine langjährige Bewährung in einem Berufsfeld ebenfalls akzeptiert werden.

Weiterlesen

Zur Reform des Fahrlehrergesetzes: Fünf Fragen an Gerhard von Bressensdorf

Es hat gedauert, aber das Finale ist nah. Kurz bevor die Parteien in Wahlkampfmodus schalten, konnten die Ampeln für die Reform des Fahrlehrergesetzes auf grün geschalten werden. Sie war unter den letzten Gesetzespaketen, die die große Koalition im aktuellen Zustand auf dem Weg brachte. Allgemein wird erwartet, dass das Gesetz den Bundesrat passiert und am 1. Januar 2018 in Kraft tritt. Gerhard von Bressensdorf ist Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. Er hat ausführlich zu den Fragen des mobilmacher Stellung genommen.

mobilmacher: Herr von Bressensdorf, ein langer Prozess scheint zu einem Ende zu kommen. Ein gutes Ende?

Gerhard von Bressensdorf: Ein viel zu langer Prozess ist endlich zu Ende gegangen. Wie häufig steht am Ende eines langen Prozesses ein Kompromiss, bei dem jeder Beteiligte auch Federn lassen muss. Ein abschließendes Urteil kann noch nicht getroffen werden, da wir noch gespannt auf die Rechtsverordnungen zum Fahrlehrergesetz warten müssen, die uns letztendlich erst die Sicherheit darüber geben, wie das komplette Gesetzeswerk in der Praxis umgesetzt und vollzogen werden soll. Dies wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Fahrlehrerverbände / BVF / Bundesverband / Fahrschulen

Gerhard von Bressensdorf, Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. (BVF)

mobilmacher: Finden sich die Interessen ihrer Mitglieder im neuen Gesetz wieder? Unter anderem bleibt die 495-Minuten-Regelung erhalten.

Gerhard von Bressensdorf: In einem großen Teil der neuen Regelung werden sich unsere Mitglieder ganz sicher wiederfinden. Aber nicht nur für unsere Mitglieder, sondern auch aus Sicht der Verkehrssicherheit, ist das klare Bekenntnis zur professionellen Ausbildung in Deutschland ein großer Gewinn und keinesfalls eine Selbstverständlichkeit, wie viele meinen könnten. Hierbei ist die 495-Minuten-Regelung nur ein kleiner, wenn auch notwendiger Teil. Eine Arbeitszeitregelung für Fahrlehrer sollte eben durch 45 teilbar sein.
Wir sehen viele unserer Forderungen und Wünsche als erfüllt, mindestens als teilweise erfüllt an. Ob es sich hierbei um die inhaltliche und zeitliche Erweiterung der Fahrlehrerausbildung handelt, der Einbeziehung von Fahrerassistenzsystemen und des hochautomatisierten Fahrens in die Fahrlehrerausbildung sowie dem beginnenden Übergang zur Elektromobilität, der neuen ausgewogenen Regelung (in organisatorischer, inhaltlicher und finanziell verträglicher Weise) über die künftige Fortbildungspflicht für Fahrlehrer, den Kooperationsmöglichkeiten zwischen Fahrschulen, der nur in Ansätzen geglückten Entbürokratisierung von Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten sowie der Klarstellung bezüglich der Kenntlichmachung von Unterrichtsentgelten in der Fahrschule, wie in der Werbung.

mobilmacher: Sind sie uneingeschränkt zufrieden? Oder haben sie Kritikpunkte? Weiterlesen

Gemeinsam für mehr Nachwuchs

Der Wettbewerb um junge Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer läuft auf Hochtouren. Die Konkurrenz ist groß. Nicht nur unter den Fahrschulen, vor allem unter den Branchen. Wie gut, dass zwei schlagkräftige Initiativen den Fahrschulen helfen.

Fahrlehrer-Karriere / Fahrlehrer-Nachwuchs / Fahrlehrermangel / Fahrlehrer einstellen / Stellen / Fahrlehrerinnen / Fahrlehrer / Einstellung

Ein Anliegen. Zwei Initiativen

Anfang September des letzten Jahres schlug der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) laut hörbar Alarm. 172.224 Ausbildungsplätze seien noch unbesetzt. Den Unternehmen gingen die Bewerber aus, so ein Sprecher. Der Trend zum Studium und die sinkende Anzahl von Schulabgängern wurden als Begründung angeführt. Zweifelsohne sind die Anforderungen, die das Berufsbild Fahrlehrer/in an die jungen Interessenten stellt, deutlich höher als in einem herkömmlichen Ausbildungsberuf. Die Nachwuchsprobleme haben in vielen Branchen ähnliche Ursachen: weniger Schulabgänger und starke Sogwirkung der Fachhochschulen und Universitäten. Die Fahrschulbranche kann sich also glücklich schätzen, dass zwei Initiativen versuchen, wirksam auf unseren attraktiven Beruf aufmerksam zu machen. Fahrlehrer-Zukunft und Fahrlehrer-Karriere werben um mehr Nachwuchs. Auf den Websites können sich Fahrschulen registrieren, um die Chancen zu erhöhen, junge Auszubildende zu finden.

FAHRSCHULEN KÖNNEN SICH AN BEIDEN INITIATIVEN BETEILIGEN Weiterlesen

Wertschätzung ist alles

„Der Fahrschüler ist während der Fahrstunde die wichtigste Person in unserem Leben.“ Diese Klarstellung stammt von Thomas Wimmer, der sich als Fahrlehrer, Dozent und Fachautor um die Branche verdient gemacht hat. Doch in der täglichen Praxis beobachtet er häufig ein Problem: die mangelnde Wertschätzung den Fahrschülern gegenüber. Für den mobilmacher ist er diesem Thema nachgegangen und gibt Hilfestellungen in wichtigen, weil allzu menschlichen Situationen. 

Thomas Wimmer / Academy Fahrschule Wimmer / Wertschätzung / Fahrlehrer / Beruf / Weiterbildung

Thomas Wimmer

Kann man Wertschätzung lernen? Ich glaube ja! Bei der Wertschätzung geht es per Definition darum, wie ich den Wert einer Person oder einer Sache für mich einschätze. Da ich grundsätzlich darüber entscheiden kann, welche Gedanken ich denken will und welche nicht, kann ich also entscheiden, was und wen ich wertschätze – und was und wen nicht. Gleich ein Beispiel: Ein Fahrschüler, der sich aus irgendeinem Grund nicht so verhält, wie es für den Fahrlehrer gerade wünschenswert wäre, sitzt im Auto, während der Fahrlehrer noch einmal zurück in die Fahrschule geht. Dort trifft er auf einen Kollegen. Der Fahrlehrer gibt sofort seinen Unmut weiter. Jetzt wird hemmungslos über „dumme“ Fahrschüler abgelästert. Trägt diese Unterhaltung dazu bei, den Fahrschüler wertzuschätzen? Diese Situation ist unter anderem deshalb inakzeptabel, weil wir darin Dinge verknüpfen, die nichts miteinander zu tun haben. Weiterlesen