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Kosten // Fahrlehrer-Ausbildung // Fahrlehrer // Fahrlehrergesetz // FahrlG

Fahrlehrer-Ausbildung: Kosten ungefähr konstant

Kleiner Nachtrag zur Folge 1 unserer Serie über das neue Fahrlehrer-Gesetz.

Die Gesamtkosten einer Fahrlehrerausbildung sind bei der Suche nach Nachwuchs ein entscheidender Faktor. Viele Fahrschulen beteiligen sich oder übernehmen sie vollständig.

Die oben aufgeführte Vergleichstabelle macht deutlich: Die Gesamtkosten der Fahrlehrerausbildung Klasse BE sind nicht zwangsläufig für jeden gestiegen. Der Grund: Das Aufstiegs-BaFöG (umgangssprachlich als Meister-BaFöG bekannt) kann effektiver eingesetzt werden, weil der Erwerb der Führerscheine A2 und CE als Zugangsvoraussetzungen weggefallen ist.

Wenn man diese Kosten in die Vergleichsrechnung einbezieht, wird die Ausbildung sogar günstiger. Diese Rechnung ist natürlich nur für all diejenigen aufgemacht, die nicht schon vorher die Führerscheine A2 und CE erworben haben.

Fahrschule / Fahrlehrergesetz / Zusammenarbeit / Kooperation / Betriebsstätten

Fakten-Check zum neuen Fahrlehrergesetz

Ein langer Gesetzgebungsprozess scheint zu einem Ende zu kommen. Der Gesetzentwurf wurde Ende März vom Parlament gewogen und für gut befunden. Experten zweifeln nicht mehr daran, dass das Gesetz in der vorliegenden Version am 1. Januar 2018 in Kraft tritt. Der mobilmacher bringt wichtige Aspekte auf den Punkt.

ZUM STAND DER DINGE

Der Verkehrsausschuss hat am 22. März 2017 dem von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf für die Reform des Fahrlehrergesetzes zugestimmt. Unions- und SPD-Fraktion votierten für die Vorlage in der durch einen Koalitionsantrag geänderten Fassung. Die Oppositionsfraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich bei der Abstimmung.

Es wird allgemein angenommen, dass die gesamten Regelungen im Mai auch durch den Bundesrat gehen. In diesem Fall wird das neue Fahrlehrergesetz noch im Sommer verkündet und würde am 1. Januar 2018 in Kraft treten. Die Branche erwartet noch mit Spannung, wie die Eckpfeiler des Gesetzes in den detaillierten Verordnungen umgesetzt werden.

WAS KOMMT. WAS BLEIBT

1. Voraussetzungen
für die Ausbildung zur Fahrlehrerin oder zum Fahrlehrer

Fahrschulen / Zugangsvoraussetzungen / Fahrlehrergesetz / Fahrlehrerinnen

Bild: Fotolia/Lars Zahner

  • Eine Fahrerlaubnis für die Klassen A2 und CE war bisher Pflicht für den Start in die Fahrlehrerausbildung Klasse BE. Mit der Reform wird diese sogenannte Zugangsvoraussetzung abgeschafft.
  • Das Mindestalter für Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer wird von 22 auf 21 Jahre herabgesetzt. Somit kann die Ausbildung im Alter von 20 Jahren begonnen werden. Als weitere Voraussetzung wird ein dreijähriger Besitz des Führerscheins Klasse B verlangt.
  • Was den schulischen Abschluss betrifft, wird verlangt: Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein höherer Schulabschluss (zum Beispiel Fachschulreife, Fachhochschulreife oder Abitur). Alternativ kann eine langjährige Bewährung in einem Berufsfeld ebenfalls akzeptiert werden.

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Zur Reform des Fahrlehrergesetzes: Fünf Fragen an Gerhard von Bressensdorf

Es hat gedauert, aber das Finale ist nah. Kurz bevor die Parteien in Wahlkampfmodus schalten, konnten die Ampeln für die Reform des Fahrlehrergesetzes auf grün geschalten werden. Sie war unter den letzten Gesetzespaketen, die die große Koalition im aktuellen Zustand auf dem Weg brachte. Allgemein wird erwartet, dass das Gesetz den Bundesrat passiert und am 1. Januar 2018 in Kraft tritt. Gerhard von Bressensdorf ist Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. Er hat ausführlich zu den Fragen des mobilmacher Stellung genommen.

mobilmacher: Herr von Bressensdorf, ein langer Prozess scheint zu einem Ende zu kommen. Ein gutes Ende?

Gerhard von Bressensdorf: Ein viel zu langer Prozess ist endlich zu Ende gegangen. Wie häufig steht am Ende eines langen Prozesses ein Kompromiss, bei dem jeder Beteiligte auch Federn lassen muss. Ein abschließendes Urteil kann noch nicht getroffen werden, da wir noch gespannt auf die Rechtsverordnungen zum Fahrlehrergesetz warten müssen, die uns letztendlich erst die Sicherheit darüber geben, wie das komplette Gesetzeswerk in der Praxis umgesetzt und vollzogen werden soll. Dies wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Fahrlehrerverbände / BVF / Bundesverband / Fahrschulen

Gerhard von Bressensdorf, Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. (BVF)

mobilmacher: Finden sich die Interessen ihrer Mitglieder im neuen Gesetz wieder? Unter anderem bleibt die 495-Minuten-Regelung erhalten.

Gerhard von Bressensdorf: In einem großen Teil der neuen Regelung werden sich unsere Mitglieder ganz sicher wiederfinden. Aber nicht nur für unsere Mitglieder, sondern auch aus Sicht der Verkehrssicherheit, ist das klare Bekenntnis zur professionellen Ausbildung in Deutschland ein großer Gewinn und keinesfalls eine Selbstverständlichkeit, wie viele meinen könnten. Hierbei ist die 495-Minuten-Regelung nur ein kleiner, wenn auch notwendiger Teil. Eine Arbeitszeitregelung für Fahrlehrer sollte eben durch 45 teilbar sein.
Wir sehen viele unserer Forderungen und Wünsche als erfüllt, mindestens als teilweise erfüllt an. Ob es sich hierbei um die inhaltliche und zeitliche Erweiterung der Fahrlehrerausbildung handelt, der Einbeziehung von Fahrerassistenzsystemen und des hochautomatisierten Fahrens in die Fahrlehrerausbildung sowie dem beginnenden Übergang zur Elektromobilität, der neuen ausgewogenen Regelung (in organisatorischer, inhaltlicher und finanziell verträglicher Weise) über die künftige Fortbildungspflicht für Fahrlehrer, den Kooperationsmöglichkeiten zwischen Fahrschulen, der nur in Ansätzen geglückten Entbürokratisierung von Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten sowie der Klarstellung bezüglich der Kenntlichmachung von Unterrichtsentgelten in der Fahrschule, wie in der Werbung.

mobilmacher: Sind sie uneingeschränkt zufrieden? Oder haben sie Kritikpunkte? Weiterlesen