Schlüsselwort-Archiv: Gero Storjohann

„Der Fahrlehrermangel ist unser größtes Problem.“

Das Geschäft läuft in der Fahrschulbranche – so lautet die vielleicht wichtigste Erkenntnis des 3. MOVING-Expertenforums in Berlin. Die Fahrschulen im Land sind zufrieden. Doch ein Problem trübt die ansonsten gute Laune: Der Nachwuchsmangel macht Sorgen.

Gero Storjohann, verkehrspolitischer Experte in der CDU Bundestagsfraktion, ließ es sich nicht nehmen, nochmals auf die Reform des Fahrlehrergesetzes einzugehen. Es war der einzige Blick zurück an diesem hochinteressanten Tag. Denn es ging um Gegenwart und Zukunft der Fahrschulen im Land.

Gastgeber Jörg-Michael Satz (links) und Sascha Fiek (rechts)

Wie es den Fahrschulen aktuell geht, das wusste Jörg-Michael Satz, Präsident der MOVING International Road Safety Association e.V. genau. Satz stellte die aktuellen Ergebnisse des repräsentativen MOVING Klima-Index vor, in dem eine Mehrzahl der Fahrschulunternehmer angegeben hatte, optimistisch in die Zukunft zu schauen. Demnach sind vor allem große Fahrschulen in der Stadt positiv gestimmt, wobei kleinen Fahrschulen auf dem platten Land deutlich zurückhaltender antworteten.

Die Skepsis der kleinen Betriebe hat gute Gründe, auch das konnte man den spannenden Diskussionen entnehmen. Besonders interessant waren dabei die Ausführungen von Dr. Karlheinz Steinmüller, Dozent für Zukunftsforschung an der FU Berlin. Er brachte die Megatrends auf den Punkt. In dem er auf gesellschaftliche Entwicklungen, Digitalisierung, veränderte Kundenbedürfnisse und demografischen Wandel einging, wurde klar: Fahrschulen stehen vor großen Herausforderungen. Sie müssen sich wandeln. Dr. Steinmüller stellte klar: „Fahrschulen sind eine spannende Branche, weil sie in einer zunehmend multimobilen Welt Wegbereiter einer neuen Fortbewegungskultur sein werden.“ Die Schlussfolgerung des Zukunftsforschers: „Wer neue Lernformen und neue Angebot im Markt etablieren kann, wird als Fahrschule auch in der Zukunft stabile Geschäfte haben.

Zukunftsforscher Dr. Karlheinz Steinmüller

Allerdings: Auf die Frage, ob er seinen eigenen Kindern den Beruf des Fahrlehrers nahe legen würde, zögerte der Zukunftsforscher . „Ich würde den Beruf meiner Tochter vielleicht eher empfehlen als meinen Söhnen“, sagte er dann. Gastgeber Jörg-Michael Satz nickte dabei deutlich. Aus seinen Erhebungen geht schon längst hervor, dass die Fahrlehrerbranche beim weiblichen Personal einen deutlichen Nachholbedarf hat.