Fahrschulen werden älter. Und auch weniger?

Steht die Branche vor einem Prozess der Gesundschrumpfung? Die Zahlen der Experten-Befragung 2014 lassen interessante Annahmen zu. 

Überraschend war es nicht, doch jetzt kann es mit einer repräsentativen Studie belegt werden: In den nächsten fünf Jahren wollen 38,22% der selbstständigen Fahrlehrer aufhören. Damit stehen ca. 4.000 Fahrschulen zum Verkauf oder werden einfach geschlossen. Wenn man die Periode der nächsten zehn Jahre betrachtet, ist die Schlussmacher-Quote noch drastischer. Dann sprechen wir von weit mehr als der Hälfte aller Fahrschul-Unternehmer, genauer gesagt von 64%. Innerhalb des nächsten Jahrzehnts sind es dementsprechend rund 7.000 Fahrschulen, die zur Disposition stehen.

Es passiert Einschneidendes in unserer Branche. In den vergangenen Jahrzehnten war die Zahl der selbstständigen Fahrlehrer eine Konstante. Natürlich gab es Schwankungen, doch die wurden im Markt nicht wirklich wahrgenommen. In den kommenden Jahren wird richtig spürbar werden, was es bedeutet, dass rund 4.000 Fahrschulen übernommen werden, zum Verkauf stehen bzw. geschlossen werden. Nicht nur für die Branche, auch für den ausscheidenden Fahrschul-Unternehmer sind die Folgen erheblich. Da Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, wird der Verkauf der eigenen Fahrschule in der Zukunft weniger abwerfen. Der eigene Betrieb als Teil der persönlichen Altersvorsorge verliert somit deutlich an Wert.

Fragezeichen auf der Angebotsseite.

Auf der Nachfrageseite gibt es verlässliche Zahlen – geeignet, um planen oder Prognosen entwickeln zu können. Beim Angebot sieht das anders aus. Wenn 4.000 selbstständige Fahrlehrer in den nächsten Jahren aufhören, werden die Marktverhältnisse empfindlich beeinflusst. Je weniger Fahrschulen verkauft werden können, umso deutlicher wird diese Veränderung am Verkaufspreis abzulesen sein. Natürlich wird es von Region zu Region unterschiedliche Entwicklungen geben. Allgemein darf jedoch festgestellt werden: Bis zum Ende des Jahrzehnts werden wahrscheinlich eine gar nicht all zu geringe Zahl von Wettbewerbern fehlen. Zieht man die demografischen Entwicklungen auf Seiten der Fahrschüler ebenfalls in Betracht, dann könnte diese Entwicklung allerdings für die gesamte Branche sogar ein Segen sein.

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