Wie viele Falten hat Facebook?

Wie sieht die Landschaft bei den sozialen Netzwerken wirklich aus? Den aktuellen Stand kann man an Studien ablesen: Platzhirsch ist facebook. Daran führt kein Weg daran vorbei.

„Bo ey, Alder, bist Du immer noch auf facebook?“ Derlei Fragen muss man sich gefallen lassen von der vermeintlichen Informationselite der jungen Generation. Diese Stimmen häufen sich zwar, doch man sollte nicht darüber hinweg täuschen lassen: Facebook ist und bleibt das mächtigste soziale Netzwerk – und zwar mit Abstand! Gewiss gibt es Alternativen. Der Kurznachrichtendienst Twitter oder die Bilderplattform Pinterest sind zu nennen. Trotz allem gilt: Wer sich als Unternehmen mit einer jungen Zielgruppe nicht in facebook bewegt, muss sich auch keine Gedanken über die anderen Netzwerke machen.

Welche Netzwerke sich lohnen, und welche nicht, kann niemand besser einschätzen als Online-Shops. Ihr Erfolg hängt zu einem hohen Prozentsatz direkt von der Präsenz im Netz und ihren Aktivitäten ab. Darum lohnt ein Blick auf den Online-Shop Social Marketing Report 2014, der von avenyou im Herbst des Jahres veröffentlicht wurde. Untersucht wurden mehr als 1.500 deutsche Online-Shops aus allen Branchen. Demnach sind 79% aller Online-Shops aktiv auf facebook vertreten, um dort für ihre Produkte zu werben. Mit weitem Abstand folgen Twitter und Pinterest. Wobei das Bildernetzwerk Pinterest vor allem bei Fashion, Mode und Lifestyle als Marketing-Plattform benutzt wird.

Balkendiagramm1

Den Kurznachrichten-Dienst Whatsapp sucht man in der Übersicht vergebens. Whatsapp ist kein soziales Netzwerk, vielmehr ein häufig genutzter Kurznachrichtendienst. Für kleinere und mittlere Unternehmen eignet sich Whatsapp für den direkten Dialog mit dem Kunden, beispielsweise zur Terminvereinbarung oder um kleinere Probleme zu besprechen. Für das allgemeine Marketing besitzt der Kurznachrichtendienst bis heute nur eine geringe Relevanz. Im besten Fall ersetzt er das Telefon.

Spannend bleibt allerdings die Frage, wie sich die Nutzerstruktur von facebook entwickelt. Tatsächlich beobachten die Experten seit einigen Jahren den Trend der stetigen Veralterung. Offenbar hat der angebliche Coolnessfaktor bei der Jugend ein wenig nachgelassen. Möglicherweise hängt es schlicht damit zusammen, dass viele Eltern inzwischen auch im Netzwerk vertreten sind. Ein Refugium für die Jungen ist facebook schon lange nicht mehr. Trotzdem ist festzuhalten: Facebook bleibt auf absehbare Zeit das mächtigste Instrument für alle, die jungen Zielgruppen online erreichen wollen. Kleineren und mittleren Unternehmen, die ihre Online-Wirkung verbessern wollen, kann man nur empfehlen, auf facebook aktiv und fantasievoll zu posten. Wer noch mehr erreichen will, sollte sich vor Augen führen, dass in anderen Medien Werbung stets kostenpflichtig ist. Der Gedanke liegt nahe, auch in facebook zu werben. In vielen Fällen könnte das sinnvoll sein.

Balkendiagramm3

Doch bevor man derart in Facebook investiert, sollte man die konventionellen Wege, die das soziale Netzwerk bietet, ausgeschöpft wissen. Die deutschen Online-Shops posten im Monatsdurchschnitt 18 Mal pro Monat, also ungefähr an jedem zweiten Tag eine Nachricht. Kleine und mittlere Unternehmen erreichen diese Frequenz selten. Allerdings scheint hier der Punkt erreicht, an dem die nackten Zahlen ihre Relevanz verlieren. Denn auch hier gilt: Qualität ist wichtiger als Quantität. Der Inhalt der Posts ist deutlich entscheidender als ihre Häufigkeit. Und dazu sollte eine Strategie vorliegen – oder zumindest ein gutes Gespür für das, was die Zielgruppe, also die „Freunde“ auf facebook interessiert.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.