Die Ergebnisse der DATAPART Expertenbefragung

Die drei großen Zukunftsfaktoren

Jedes Jahr aufs Neue werden die Ergebnisse der großen DATAPART Experten-Befragung mit Spannung erwartet. Und zwar aus zwei Gründen. Erstens interessiert sich jeder Fahrschul-Unternehmer dafür, wie sich seine persönliche Einschätzung im Vergleich zum Branchenschnitt verhält. Und zweitens, weil in den belastbaren Resultaten der Experten-Befragung Indizien enthalten sind, die sich durchaus dafür eignen, einen Blick in die Fahrschul-Kristallkugel zu riskieren. Neben Indikatoren, die unverändert geblieben sind, fallen einige Resultate besonders auf. Wir haben die drei wichtigsten für Sie im Folgenden zusammengefasst.

Hart, aber fair: Zukunftsfaktor Nr. 1: Wettbewerb

Es ist nicht immer leicht, die Motivation hoch zu halten. Den ganzen Tag muss man im Schulungsfahrzeug mit höchster Aufmerksamkeit ausbilden – und am Abend gilt es mit positiver Ausstrahlung den Theorieunterricht zu absolvieren. Eine ruhige Kugel schieben – das geht vielleicht in anderen Branchen, aber nicht als Fahrlehrer. Hier ist der Alltag streng getaktet. Alle, die unternehmerisch denken, freuen sich über ausgefüllte Tage und Terminkalender, in denen keine Stunde mehr frei ist. Natürlich wird es immer wieder einzelne Wochen geben, in denen weniger los ist. Wenn saisonal bedingte Schwankungen bleiben, ist das völlig normal. Aber das gilt eben nur für einzelne Wochen. Die Fahrschulen brauchen hohe Auslastung, und das ist nicht immer leicht, denn an fast allen Standorten tobt ein harter Wettbewerb um Fahrschülerinnen und Fahrschüler.

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Das ist für die Fahrschulen eine tägliche Herausforderung, aber andererseits für Unternehmer das tägliche Brot. Die gute Nachricht: Eine Entwicklung in den letzten Jahren ist durchaus stabil: Die Zahl der Fahrschulen, die die Wettbewerbssituation als ruinös einstufen, nimmt immer weiter ab. Woran das liegt, darüber mag man trefflich spekulieren. Die Erklärung dafür: Fahrschulen mit Dumpingpreis-Strategien werden weniger. Billiganbieter können in unserer Branche keine Gewinne erwirtschaften. Das mag sich herumgesprochen haben. Darauf deutet vieles hin, vor allem der stabile Trend über die letzten 4 Jahre hinweg.

Das Ergebnis gibt durchaus Anlass zum vorsichtigen Optimismus und zeigt, dass die Lage am Fahrschulmarkt eine gewisse Stabilität besitzt. Wer Qualität anbietet, wird Gewinn ernten. Auch wenn es nicht immer leicht ist, im täglichen Wettbewerb zu bestehen.

Online auf dem Vormarsch. Zukunftsfaktor Nr. 2: Marketing.

Zwei Drittel aller Fahrschulen, die sich an der Experten-Befragung beteiligt haben, geben an, dass sich nach ihrer Einschätzung die meisten Fahrschüler zuvor im Internet informiert haben. Dagegen geben nur rund ein Drittel an, sie hätten das Gefühl, dass sich nur wenige Interessenten im Netz informiert hätten. Wenn man nun andere Zahlen hinzuzieht, so lässt sich feststellen, dass zwei Drittel der Fahrschulen im Online-Bereich die Zeichen der Zeit erkannt haben. Wie aus anderen Erhebungen hervorgeht, verfügen weit mehr als 80 % aller Fahrschüler über ein Profil bei facebook oder vergleichbaren Netzwerken. Schon allein diese Tatsache verdeutlicht die klare Online-Affinität der Zielgruppe. Allerdings müssen Fahrlehrer zur Kenntnis nehmen: Eine Online-Präsenz ist kein Allheilmittel für ein stabiles Marketing, das immer wieder Kunden, sprich Schüler, in die Fahrschule zieht. Inzwischen ist es umgekehrt.

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Mit einer attraktiven und aktiven Online-Arbeit kann man manches gewinnen. Aber vor allem kann man mit einem schlechten oder fehlenden Online-Auftritt vieles verlieren. Der Online-Auftritt ist heute selbstverständlich. Das Fundament, auf dem erfolgreiches Marketing erst aufbaut – und damit so wichtig wie ein Schulungsfahrzeug. Ohne geht es nicht. Denn eines wird vermutlich immer so bleiben: Die Fahrschule ist ein lokales Empfehlungsgeschäft. Aber nach erfolgter Empfehlung darf man heutzutage sicher sein, dass sich die angehenden Fahrschüler im Netz informieren, um die Behauptungen des Empfehlungsgebers selbst zu überprüfen. In diesem Punkt scheinen sich Fahrschulen auf dem richtigen Weg zu befinden.

Selbstbewusstsein leidet. Zukunftsfaktor Nr. 3: Image.

Im weitesten Sinne gehört der Fahrlehrer zu den Dienstleistungsberufen. Das sollte man im Auge behalten, wenn man die Wertschätzung beurteilt, die der Branche entgegen gebracht wird. Man mag es bedauern, aber man kommt nicht umhin festzustellen, dass Serviceberufe im Allgemeinen nicht besonders hoch in der Wertschätzung stehen. Logisch zu erklären ist das nicht unbedingt. Gerade bei den hochwertigen Dienstleistungen, die Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer erbringen, sollte die Wertschätzung eigentlich vorhanden sein. Bei über 70% aller Kolleginnen und Kollegen ist die subjektive Wahrnehmung offenbar eine andere. Sie setzen ihr Kreuz hinter einer der beiden folgenden Aussagen: „Früher waren wir besser angesehen“ und „Die Wertschätzung lässt nach“.

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Warum ist diese Wertschätzung eigentlich wichtig? Natürlich für das eigene Selbstwertgefühl – aber das ist nicht das Einzige. Wenn es stimmt, dass das Ansehen der Fahrschul-Branche in der Öffentlichkeit gelitten hat, werden wir über lange Sicht an zwei Stellen empfindliche Schwierigkeiten bekommen. Erstens: Wenn Fahrlehrern und ihren Dienstleistungen keine Wertschätzung entgegengebracht wird, wird es in der Zukunft auch schwer sein, für die gute Leistung entsprechende Preise zu erzielen. Zweitens: Wenn der Ruf der Fahrlehrer schlechter wird, dann wird das Nachwuchsproblem, das die Branche sowieso schon drückt, sich in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen.

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