Beschleunigtes Pilotprojekt

Wie sich die Daimler AG und die ACADEMY Holding AG für die E-Mobilität in Fahrschulen stark machen.

Nichts steht still. Alles ist in Bewegung. Das Mobilitätsverhalten, die Fahrausbildung. Auch der Fahrlehrer selbst wird sich verändern müssen. Der Fahrpädagoge wird zunehmend Mobilitätsberater – und an diesem Anspruch wird er sich in der Zukunft messen lassen müssen. Das bedeutet auch, dass man in der Fahrausbildung nicht umhin kommt, die Fahrschüler mit neuen Antrieben und neuen Mobilitätskonzepten bekannt zu machen. Um diese Entwicklung zu unterstützen, haben jetzt die Daimler AG mit ihrer Mercedes-Benz DrivingAcademy und die ACADEMY Holding AG ein gemeinsames Pilotprojekt auf die Straße gebracht, das die E-Mobilität deutlich beschleunigen wird. Beide Kooperationspartner versprechen sich von der gemeinsamen Initiative gegenseitige Vorteile. Aber der Blick geht deutlich über den Tellerrand hinaus. „Nachhaltigkeit, die Spaß macht“, freut sich Matthias Wimpff, der vor allem den Nutzen der Fahrschüler im Blick hat. Denn nur wenn die Fahrschüler einen Nutzen haben, so Wimpff, wird auch die Fahrschule vom neuen Angebot profitieren.

ENERGIE!

Im ersten Schritt wird das Projekt mit 5 ACADEMY Fahrschulen umgesetzt, die sich offen für die neuen Impulse zeigen und den hohen Aufwand nicht scheuen, als Fahrschul-Pionier den neuen Weg zu befahren. Die Fahrschulen wurden mit geeigneten Ladestationen (Wall-Box) ausgerüstet. Als Fahrschulwagen kommen smart fortwo electric drive und B-Klasse Electric Drive zum Einsatz. Natürlich waren sich alle Projekt-Beteiligten schnell einig, dass die Lösung auf keinen Fall in einem Führerschein mit Automatik-Eintrag liegen kann. Darum wurden in der Konzeption der Ausbildungsinhalte klar definiert, dass die Fahrprüfung auf einem Schalt-Fahrzeug abgelegt wird. Die Fahrschüler lernen nun beide Antriebsarten kennen, elektrischer Antrieb und Verbrennungsmotor – und zwar in der didaktisch sinnvollen Reihenfolge. Sie absolvieren die ersten Fahrstunden auf „dem E-Getriebe (Automatik) und steigen später in einen Fahrschulwagen mit Verbrennungsmotor (Schaltgetriebe) um. „Das ist eine neue Art der dualen praktischen Ausbildung“, stellt Andreas Braun, Chef der ACADEMY Fahrschule Lutz, begeistert fest, „nicht nur Theorie und Praxis, sondern auch elektrisch und Schaltgetriebe.“ Und Matthias Wimpff setzt noch einen drauf: „Im Grunde ist es sogar ein Triple: Automatik, E-Mobilität und Verbrennungsmotor. Unsere Mobilität wird flexibler werden – und das können wir bereits in unseren ersten Fahrstunden vermitteln.“

E WIE PÄDAGOGISCH EINFACH

So manche Pädagogen erwarten sich von der e-unterstützten Fahrausbildung ein leichteres Lernen. Mit elektrischen Antrieben kann das methodische Prinzip „Vom Leichten zum Schweren“ deutlich besser umgesetzt werden. Die Praktiker wissen all zu gut, wie kurz die Verkehrspädagogik in den ersten Fahrstunden kommt. Das Auto in Bewegung zu setzen, ist bereits eine Herausforderung. Und wenn es fährt, beansprucht die Schaltung die komplette Aufmerksamkeit der Fahrschüler. Je nach persönlichem Geschick dominiert die Schaltung die ersten Schulungsfahrten. Die Fahrlehrer flüchten in verkehrsarme Gebiete, wo der Fokus fast ausschließlich auf Kupplung, Bremse und Gas liegt. Vom Leichten zum Schweren? Das geht anders! Der e-Antrieb des Fahrschulwagens macht ab Stunde 1 den Kopf frei für die unterschiedlichen Anforderungen des Straßenverkehrs Der große Vorteil liegt dabei im Erfolgserlebnis. Die Fahrschüler spüren schon in der ersten Fahrstunde, dass es gar nicht so schwierig ist, sich umsichtig im Straßenverkehr zu bewegen. Das motiviert den Fahrschüler – und macht es auch für den Fahrlehrer leichter. Erst wenn die Hürden des Verkehrswirrwarrs genommen sind, steigen Fahrschüler und Fahrlehrer gemeinsam ins Schaltfahrzeug.

THEORIE UND PRAXIS

Es wird spannend sein zu verfolgen, wie sich all die theoretischen Überlegungen in die Praxis umsetzen lassen. Ein Pilotprojekt auf die Straße zu bringen, das ist kein Zuckerschlecken. Auf dem Asphalt wird sich erweisen, was in den Fahrschulen funktioniert. Gewiss wird es Stellschrauben geben, an denen man drehen muss, um E-Mobilität vorteilhaft einzusetzen. Doch die Vorzeichen scheinen günstig. Matthias Wimpff von ACADEMY freut sich über die Zusammenarbeit mit der Daimler AG: „Man muss sich nur die coolen e-Fahrschulwagen anschauen, die von Daimler für dieses Projekt zur Verfügung gestellt wurden, und man kann ahnen, dass das Projekt auch bei den Fahrschülern super angenommen wird.“

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