Wie werden wir morgen fahren?

Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorrübergehende Erscheinung“, davon war Kaiser Wilhelm II. fest überzeugt. Der Spruch des Monarchen hat Geschichte gemacht als Beispiel, wie man sich täuschen kann, wenn man versucht, in die Zukunft zu blicken. Auch heute wird heiß diskutiert über die Art und Weise, wie wir uns morgen fortbewegen werden. Die Bundeskanzlerin und promovierte Physikerin Angela Merkel bekennt sich zur Elektromobilität. Ihre Regierung will, dass im Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen sind.

 

Das Ziel mutet durchaus ehrgeizig an, angesichts der ca. 100.000 alternativ angetriebenen Fahrzeuge, die aktuell auf deutschen Straßen verkehren. Um die hochgesteckten Ziele zu erreichen, müsste sich die Zahl der E-Autos in Deutschland verzehnfachen – und das in Windeseile. Manche Experten bleiben skeptisch. Zweifel bestehen nicht nur am Erreichen der hochgesteckten Ziele, sondern auch an Sinn und Akzeptanz der E-Mobilität auf deutschen Straßen. Doch jenseits aller Unkenrufe ist zweifelsfrei festzustellen: Das öffentlichkeitswirksame Engagement für alternative Antriebe wird zusehends größer. Die einseitige Abhängigkeit von einer Antriebsart, des  Verbrennungsmotors, und einem Rohstoff, des Erdöls, ist vielen ein Dorn im Auge. Viele Experten sehen in  dieser Abhängigkeit die größte Gefahr für die Mobilität von morgen. Darum wird an vielen Ansätzen gleichzeitig gearbeitet. Die E-Mobilität ist einer davon. Und in den letzten Jahren ist die Akzeptanz des Benzins aus der Steckdose deutlich gestiegen. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die direkten Emissionen wie zum Beispiel Abgase und Lärm beim elektrischen Antrieb wesentlich geringer sind. Da auch bei Infrastruktur, Batterietechnik und Ladesystemen immer größere Fortschritte erzielt werden, ist die Vermutung durchaus berechtigt, dass die E-Mobilität unter den alternativen Antrieben eine immer größere Rolle einnehmen wird.

Da auch die großen Automobil-Konzerne, namentlich die Daimler AG, im Moment große Anstrengungen unternehmen, um die E-Mobilität verstärkt auf die Straße zu bringen, wird es höchste Zeit, dass die elektrischen Antriebe auch in den Fahrschulen Einzug halten. Kein Kaiser, keine Bundeskanzlerin und kein Wissenschaftler kann heute die Frage abschließend klären, wie wir uns morgen fortbewegen werden. Aber ohne einem großen Irrtum zu unterliegen, lässt sich mit Sicherheit sagen: Elektrische Antriebe werden mittel- und langfristig zum Mobilitäts-Mix dazugehören. Darum genießt die Frage, wie man E-Mobilität in die Fahrausbildung integrieren kann, eine hohe Priorität. Erste Antworten sind bereits gefunden. Schon jetzt sind sie weit  ausgereifter als die „Story vom Pferd“.

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