Energisch pro Elektro

VERKEHRSMINISTER ZU GAST BEI DER E-FAHRSCHULE

Trotz vollem Terminkalender hat sich der Baden-Württembergische Verkehrsminister Winfried Herrmann eine Menge Zeit für die Fahrlehrerschaft genommen. Bei einem Besuch der vpa Verkehrsfachschule in Kirchheim/Teck entfachte Herrmann Rückenwind für die innovativen Projekte der Branche. 

Dass der elektrische Antrieb der allgemeinen Mobilität nützen kann, darüber bestehen in der Theorie nur noch wenige Zweifel. Wie die massenhafte Elektrifizierung des Fahrens allerdings in der alltäglichen Praxis etabliert werden kann, hinter diesem Punkt stehen noch manche Fragezeichen. Doch die neue Technologie wird kommen, vielleicht nicht mit Höchstgeschwindigkeit, aber in vielen kleinen Etappen – mindestens als Alternative zu herkömmlichen Antrieben. Dass damit auch die Fahrschulen gefordert sind, hat sich in der Branche bereits herumgesprochen. Schon seit geraumer Zeit öffnen sich die Fahrschulen in ganz Deutschland für die Elektromobilität – teils aus Eigeninitiative, teils mit Unterstützung. So fördert im Moment ein Pilotprojekt der ACADEMY Fahrschulen in Zusammenarbeit mit der Daimler AG einige ausgewählte Pilotfahrschulen darin, die e-Mobilität in den Schulungsalltag zu integrieren. Das Projekt e-Fahrschule ist ein weiterer Ansatz der Beachtung verdient.

E-FAHRSCHULE: FAHRSCHULE SOLLTE MIT E ANFANGEN

Hinter dem prägnanten Begriff e-Fahrschule verbergen sich eine ganze Reihe an prominenten Unterstützern, Unternehmen und Institutionen. Die Bundesregierung unterstützt die e-Fahrschule im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität, die Landesregierung Baden-Württemberg engagiert sich mit dem Programm livinglab BWe mobil. Inzwischen ist Kirchheim/Teck in Baden-Württemberg ein zentraler Standort für die Elektro-Mobilität an Fahrschulen geworden, genauer gesagt: die dortige vpa Verkehrsfachschule. Sie engagiert sich ebenfalls im Rahmen des Projektes e-Fahrschule und sorgt für den praktischen Teil. Die vpa hat wesentlich dazu beigetragen, die Aus-, Weiter- und Fortbildungen für Fahrlehrer im Bezug auf die E-Mobilität zu erweitern. Dort wurde ein pädagogisches Konzept „e-Fahrschule“ erarbeitet – und auch umgesetzt – mit zehn e-Schulungswagen, die den Fahrschulen im Rahmen des Projektes zur Verfügung gestellt werden.

Diese Fahrzeuge sind in acht Partner-Fahrschulen im regelmäßigen Betrieb. Auch das WBZU Weiterbildungszentrum Ulm ist an der e-Fahrschule maßgeblich beteiligt. WBZUProjektleiter Christian Huck berichtete über beachtliche Erfolge der Partnerfahrschulen: „Insgesamt sind jetzt rund 500 Fahrstunden auf Elektroautos absolviert worden, was schon allein bei der Ausbildung zur CO2-Minderung beiträgt.“ Rolf Dautel-Haußmann vom vpa hat noch weit ehrgeizigere Ziele. Er will beweisen, dass bei einer kombinierten Fahrausbildung die Fahrschüler schneller und effizienter in der praktischen Ausbildung lernen, bis sie den Zettel in der Hand haben. Durch die duale Ausbildung auf Elektro- und Verbrennerfahrzeugen erwerben die Fahrschüler drei Qualifikationen: das Fahren mit Elektroantrieb, das Bedienen eines automatischen Getriebes und des herkömmlichen Schaltgetriebes. Dautel-Haußmann erzählte: „Wir hatten kürzlich in einer Fahrschule Zwillinge und haben die Chance genutzt, die praktische Fahrausbildung unterschiedlich zu gestalten. Einer von beiden ist in der e-Fahrschule auf einem elektrischen Antrieb gestartet und dann auf einen Verbrenner umgestiegen. Der andere hat eine herkömmliche Fahrausbildung absolviert. Am Ende des Ausbildung hatte derjenige, der die e-Fahrschule gemacht hatte, deutlich weniger Fahrstunden benötigt.“ Natürlich weiß auch Dautel-Haußmann, dass dieser Einzelfall noch weit davon entfernt ist, ein wissenschaftlicher Beweis zu sein. Doch er erkennt im Zwilling-Beispiel ein erstes Indiz, welches darauf hindeutet, dass e-Mobilität dazu beitragen kann, die Fahrausbildung zu beschleunigen.

NEUE FAHRKULTUR GEFORDERT

Über diese Vision freute sich auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Herrmann. Ihm geht es im großen Rahmen darum, die gesamte Mobilität so zu verändern, dass sie nachhaltig und zukunftssicher wird. Die e-Mobilität begreift er dabei als wichtigen Baustein. Ebenso wie die Fahrschulen. Ihre Rolle, so Herrmann, kann man nicht wichtig genug einschätzen: „Wir brauchen eine Kultur des Wandels, und wer, wenn nicht die Fahrschulen, ist dazu geeignet, diesen Wandel zu vermitteln? Das erste Auto prägt die Vorstellung vom Fahren enorm.“ Darum will er auch weiterhin e-Mobilität-Projekte an Fahrschulen unterstützen. Herrmann bestärkte in Kirchheim/Teck die Fahrlehrerschaft in ihrem Handeln und betonte die hohe Wertschätzung, die er dem Berufsstand entgegenbringt. Direkt an die Fahrlehrer gerichtet betonte der Minister: „Sie sind diejenigen, die die Fahrkultur auf unseren Straßen prägen.“ Damit war er bei einem anderem Kernthema angekommen: „Neben dem technologischen Fortschritt bei den Fahrzeugen brauchen wir auch einen Mentalitätswandel bei den Autofahrern. Gemeinsam werden wir daran arbeiten, eine Fahrkultur des Miteinanders, der Vorsicht und der Gelassenheit zu etablieren.“ In diesem Zusammenhang lobte Herrmann nicht nur die e-Fahrschule, sondern auch die gesamte Fahrlehrerschaft.

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