Experten-Forum zur Zukunft der Fahrschulen

Fahrschulen schauen durchaus häufig in den Spiegel, um sich kritisch zu hinterfragen, ob und wie sie auch in der Zukunft attraktiv sein können. An vielen Orten werden die Ideen und Ergebnisse diskutiert. Selten allerdings erlebte man eine Veranstaltung, die eine so umfassende und langfristige Perspektive aufzeigen konnte wie das 1. MOVING Experten-Forum, das am 22.09.2015 in Berlin stattfand. 

Jörg-Michael Satz hielt sich nicht lange mit Vorreden auf. Als Präsident der MOVING International Road Safety Association e.V. hatte er nach Berlin eingeladen und schon bald stand die Kernfrage im Raum: Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung bei Fahrzeugen sei doch bitte zu klären, welche Dienstleistungen Fahrschulen in den nächsten Jahren überhaupt noch anbieten können bzw. müssen. Satz war damit schon nach wenigen Minuten weit vorgedrungen, der Finger lag bereits in der Wunde.

Im Raum stand nicht mehr und nicht weniger als die Existenzberechtigung des gesamten Berufstandes. Umgangssprachlich ausgedrückt: Wie wollen Fahrschulen in Zukunft überhaupt Geld verdienen? Werden Sie gar überflüssig? Fragen, die man nur stellen kann, wenn man die Scheuklappen längst abgeworfen hat.

Vielleicht mag sich das dramatisch anhören, aber genau dazu sind unbequeme Fragen gut. Und genau darum gibt es seit wenigen Jahren die Interessensvereinigung MOVING, der Jörg-Michael Satz vorsteht. Diese Vereinigung aus europäischen Verkehrsverlagen und anderen Unternehmungen aus dem direkten Bereich der Fahrschulbranche kümmert sich darum, den Blick zu weiten. Über die kurzfristigen Perspektiven der Fahrschulen hinaus in die gar nicht so ferne Zukunft. Und über die deutschen Ländergrenzen hinweg nach Europa, nach Brüssel und Straßburg. Und vor allem: jenseits der eigenen Branche in benachbarte Kompetenzgebiete.

All diese Ansätze waren beim 1. MOVING Experten-Forum klar zu erkennen. Natürlich konnten noch keine letztgültigen Aussagen getroffen werden. Auch bestens informierte Experten besitzen keine Kristallkugel, aus der sie die Entwicklungen der nächsten zwanzig Jahre präzise ablesen können. Doch die Richtung wurde deutlich, die Zukunft der Fahrschulen wurde in Konturen sichtbar. Fest steht: Nichts bleibt wie es einmal war. Langsam, aber sicher wird sich alles verändern: die Fahrschulen, die Fahrzeuge und auch die Lerninhalte. Doch spätestens in der abschließenden Podiumsdiskussion wurde am Nachmittag klar: Dieser Wandel geschieht nicht nur zum Wohle der Sicherheit auf den Straßen, sondern auch zum Wohle der Fahrschulen.

Das Resümee des hochinteressanten Tages: Der Fahrlehrer wird in Zukunft nicht nur umfassender Mobilitätsberater, er wird auch ein Partner, der ausgeklügelte Technologien so übersetzt, dass jeder Autofahrer, Anfänger oder Routinier leicht und sicher damit umgehen kann. „Neue Technologien ohne die Fahrschulen zu etablieren, das wird in der Zukunft schlicht unmöglich werden“, stellte Jörg-Michael Satz zufrieden fest. Auf dem MOVING Experten-Forum wurde deutlich, wie sehr die Entwicklung auf Europas Straßen von starken und kompetenten Fahrschulen abhängt.

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