„Laienausbildung darf kein Thema werden.“

// Ina Giljohann, Vize-Präsidentin der MOVING, spricht auf dem MOVING Experten-Forum in Berlin offen aus, was aus gesamteuropäischer Sicht drohen kann. Der akute Nachwuchsmangel in Deutschland könnte eine Forderung befruchten, die niemand hören will: der Ruf nach Fahrausbildung durch Laien. 

„Fahrlehrer ist ein absoluter Engpassberuf“, stellt Ina Giljohann fest und fordert, dass endlich alles unternommen werden müsse, um den Beruf für qualifizierten Nachwuchs attraktiv zu machen. Auch bei konkreten Maßnahmen bleibt Giljohann keine Antwort schuldig. Vier Ansatzpunkte werden konkret benannt: Image, Verdienst, Möglichkeiten, Karriere.

Dabei sieht Giljohann vor allem die Fahrlehrerschaft selbst in der Pflicht. Wie Fahrlehrer in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, sei eben auch das Resultat jedes Einzelnen, seines Auftretens und seines Selbstwertgefühls. Dabei sei es selbstverständlich, dass gerade der Verdienst im Fokus des interessierten Nachwuchses stehen würde. Nach Auffassung der Vize-Präsidentin der MOVING ist der Selbstwert, den sie für die Branche einfordert, also durchaus wörtlich zu verstehen. Fahrlehrer dürfen ihre Leistung keinesfalls unter Wert verkaufen. Wer qualifizierten Nachwuchs auf den Beifahrersitz locken wolle, der müsse diesen eben auch entsprechend entlohnen, das steht für Giljohann außer Frage.

Wie wichtig qualifizierter Nachwuchs sei, verdeutlichte die Fahrschul-Expertin an zwei simplen Indizien. Erstens würden zur Verfügung stehende Prognosen ausweisen, dass die Zahl der Fahrschüler in den nächsten Jahren wieder leicht steige. Zweitens würden die Flüchtlingsströme ihr Übriges dazu tun, dass die Fahrschulen in den nächsten Jahren wieder auf steigende Nachfrage hoffen dürfen. Dass diese Nachfrage auch zur Gefahr für den gesamten Berufstand werden könnte, verschwieg Giljohann keinesfalls. „Was passiert denn, wenn wir in bestimmten Regionen keine Leute mehr haben, um die Fahrausbildung durchzuführen?“, fragte sie in die Runde. Natürlich wollte die Antwort „Laienausbildung“ niemand gerne hören. Darum, so folgerte Giljohann, müsse man das Berufsbild Fahrlehrer aufwerten, was die Ausbildung und auch die Bezahlung anbelangt. Giljohann appellierte: „Lassen Sie uns alles tun, damit Laienausbildung in Deutschland kein Thema wird.“

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