Der Idealist

Der Markt belohnt diejenigen, die mit Optimismus ans Werk gehen. Auch in der Fahrschul-Branche. Typen wie Markus Hainer beweisen es. Seine Weitsicht, sein Mut und seine Tatkraft haben Unna zum Zentrum von Verkehrserziehung und Verkehrssicherheit gemacht.

Unna gehört nicht unbedingt zu den exponierten Standorten Deutschlands. Bundesweit bekannt ist die Stadt am Rande des Ruhrgebiets vor allem durch das Autobahnkreuz Dortmund-Unna. Viele Fahrzeuge passieren das Autobahnkreuz täglich, deutlicher ausgedrückt: Sie fahren an Unna vorbei. Trotzdem gibt diese Tatsache einen Hinweis auf die Wirtschaftskraft.

Weil sie außerhalb des Ballungsgebiets liegt, haben sich zahlreiche Handels- und Logistikunternehmen angesiedelt. Tatsächlich spielt das An- und Fortkommen eine wichtige Rolle. Nicht wenige der Einwohner richten ihren Blick nach Westen, wohin sie täglich zum Broterwerb pendeln. Wer aus all diesen Fakten schließt, dass sich Markus Hainer bewusst für diesen verkehrsgünstigen Standort entschieden hat, liegt falsch. Hainer ist ein Kind der Stadt. 1999 startete er dort seine unternehmerische Karriere mit einer Ein-Mann-Fahrschule. Doch der Mann war bald zu wenig. Die Fahrschule entwickelte sich – und 2006 kam mit Steffen Meyer ein weiterer Partner dazu. Meyer war wie Hainer selbst: ein Fahrlehrer mit Herzblut. Gemeinsam erweiterten sie die Fahrschule um zwei zusätzliche Betriebsstätten: Unna-Massen und Holzwickede. Heute besteht das gesamte Team aus elf Mitarbeitern, zahlreichen Aushilfskräften und Auszubildenden. Doch Hainer blickte längst über die Fahrschule hinaus.

FORTSCHRITT MIT SICHERHEIT

Im Jahr 2007 gründete er mit Thomas Quante das Verkehrsbildungszentrum MOVE. Auch dieses ist inzwischen an einem weiteren Standort vertreten: in Essen, im Herzen des Ruhrgebiets. Erst kürzlich fügte Hainer seinem Unternehmensverbund einen weiteren Mosaikstein hinzu: Am 24. September eröffnete er in Unna sein innovatives Fahrsicherheitszentrum MOVE – ausgestattet mit allem, was modernes Sicherheitstraining benötigt. Für Schleuderkurse, Crash-Tests und das alltägliche Fahrsicherheitstraining bietet es ideale Rahmenbedingungen.

Es ist gewiss kein kleiner Betrag, der in das neue Projekt investiert wurde. Aber Hainer und sein Partner Quante sind überzeugt von den glänzenden Perspektiven. Bei Hainer spürt man die Zuversicht in jedem Gespräch. Er weiß, dass der Markt vorhanden ist. Eine vergleichbare Anlage fehlte bisher in der Region. Als Fahrschulinhaber hat er zwar gelernt, dass es sich lohnt, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. „Aber dieser Fokus“, fügt Hainer an, „schließt nicht aus, neue Ideen voranzutreiben“.

Der Fahrlehrer aus Leidenschaft argumentiert mit der Mäuse-Strategie von Spencer Johnson. Er will nicht warten bis der Käse, von dem Geschäftsideen leben, aufgegessen ist. Stattdessen schnuppert er parallel an anderen Stellen – so lange und ausdauernd, bis er frische Käsestücke für sich entdeckt hat. Es wird klar: Die Maus heißt Markus Hainer. Seine Fahrlehrer-Fachschule und sein Fahrsicherheitszentrum sind mit frischen Käsestücken zu vergleichen. Auch für die Zukunft setzt er darauf, dass innovative Ideen belohnt werden. Diejenigen, die ihn gut kennen, würden vielleicht sagen: „Er kann nicht anders.“

DREI FRAGEN AN MARKUS HAINER

Herr Hainer, was macht eine Fahrschule erfolgreich?

„Im Grunde sind es die Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer, die eine Fahrschule auszeichnen. Sie müssen von ihrem Beruf begeistert sein, damit sie auch Fahrschüler im Unterricht begeistern können.“

Was treibt Sie an?

„Die reine Freude. Egal ob in der Fahrschule, der Fahrlehrer-Ausbildung oder im Fahrsicherheitszentrum. Es ist für mich die größte Freude, Andere zu unterstützen. Die Fahrschüler auf dem Weg zum Führerschein zu begleiten, sie kennen zu lernen, und bald zu wissen, wo und wie man die Hebel ansetzen muss – das macht den Beruf täglich faszinierend. Jeder einzelne Führerschein ist auch für den Fahrlehrer eine Belohnung.“

Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?

„Ich wünsche mir schon lange eine aktivere Branche. Bei uns liegt noch so viel Potential brach, das man ausschöpfen sollte. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass wir alle gemeinsam noch mehr für den Fahrlehrer-Beruf werben. Nach wie vor fehlt es uns an Nachwuchs, dies bedeutet erheblichen Handlungsbedarf. Da sind wir alle und auch die Verbände aufgerufen. Hier müssen wir dringend noch mehr tun. Das war auch ein Grund, warum ich gemeinsam mit anderen Interessierten die Initiative Fahrlehrer-Zukunft ins Leben gerufen habe. Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein ausgeprägtes Netzwerk unabdingbar ist.“

 

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