Zur Reform des Fahrlehrergesetzes: Fünf Fragen an Bernd Brenner

Die Reform des Fahrlehrerrechts gilt unter Experten als beschlossene Sache. Der Gesetzentwurf hat den Verkehrausschuss passiert. Bernd Brenner, der als Vorsitzender der BAGFA (Bundesarbeitsgemeinschaft der Fahrlehrerausbildungsstätten e.V.) als Sachverständiger am Gesetzgebungsprozess beteiligt war, ist vorsichtig optimistisch. Er verweist unter anderem darauf, dass die Details noch in den Verordnungen umsetzt werden müssen.

mobilmacher: Herr Brenner, ein langer Prozess scheint zu einem Ende zu kommen. Ein gutes Ende?

Bernd Brenner, BAGFA, Fahrlehrerausbildungsstätten
Bernd Brenner, Vorsitzender der BAGFA (Bundesarbeitsgemeinschaft der Fahrlehrerausbildungsstätten e.V.)

Bernd Brenner: Das Ende ist ja noch nicht ganz erreicht, aber so wie sich die Reform jetzt abzeichnet, können alle Interessenvertreter, die am Reformprozess beteiligt waren und natürlich auch der Berufsstand mit ihr zufrieden sein. Dass nicht alle Wünsche und Forderungen erfüllt wurden, liegt nach meiner Überzeugung in der Natur der Sache.

mobilmacher: Vor allem die Umstrukturierung der Fahrlehrerausbildung war ein Wunsch der BAGFA. Finden sich Ihre Interessen im neuen Gesetz wieder?

Bernd Brenner: Als BAGFA lag uns vor allem daran, die Qualität der Fahrlehrerausbildung zu verbessern und gleichzeitig das Nachwuchsproblem zu lösen. Ich kann sagen: Sehr viele unserer Vorschläge wurden aufgenommen und im Gesetz entsprechend umgesetzt. Der Wegfall von unverhältnismäßigen Zugangsvoraussetzungen und die Erweiterung der Ausbildung auf mehr praktische Unterrichtsübungen seien hier beispielhaft genannt. Ich vertraue darauf, dass viele unserer Vorschläge auch in den noch ausstehenden Verordnungen berücksichtigt werden. Persönlich bin ich mir sicher, dass die Reform des Gesetzes summa summarum ein Erfolg für uns alle ist.

mobilmacher: Gibt es Anlass zur Kritik? Zum Beispiel bei der neuen Möglichkeit zur Teilzeitausbildung von Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern?

Bernd Brenner: Wie bereits gesagt, es ist nicht alles so gekommen wie wir es gefordert und gewünscht hatten. Aber Tatsache ist auch, dass jede Veränderung immer sowohl Chance als auch Risiko ist. Und wir fokussieren uns ganz klar auf die Chancen.

mobilmacher: Die Branche kämpft gegen Nachwuchsmangel. Kann das neue Gesetz dazu beitragen, dass der Fahrlehrerberuf für junge Menschen wieder attraktiver wird?

Bernd Brenner: Durch den Wegfall der Zugangsvoraussetzung der Fahrerlaubnisklassen CE und A für die Fahrlehrerlaubnis Klasse BE und das Herabsetzen des Mindestalters auf 21 Jahre werden sicherlich mehr junge Menschen und hoffentlich auch mehr Frauen den Berufsstand bereichern. Dies zeichnet sich bereits heute schon in den Beratungsgesprächen mit potentiellen Bewerbern ab. Allein durch diese Änderungen werden wir jedoch das Nachwuchsproblem noch nicht lösen. Die Fahrschulen sind jetzt selbst gefordert den Nachwuchs zu rekrutieren und ihnen, aber auch ihren angestellten Fahrlehrern, einen rundherum attraktiven Arbeitsplatz zu schaffen.

mobilmacher: Wie wird die Neufassung des Fahrlehrergesetzes die Branche in den nächsten Jahren verändern?

Bernd Brenner: Nicht das Gesetz wird die Branche verändern, sondern das Gesetz ist eine Reaktion auf die Veränderungen in der Branche. Mit diesem Gesetz werden die Fahrschulen jedenfalls weitaus besser die Herausforderungen der Zukunft wie z.B. Fachkräftemangel, technologischer Fortschritt etc. meistern können.

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