Factoring weiter auf Wachstumskurs

Auch für Fahrschulen interessant: Über die moderne Finanzierungsform berichtet DIE WELT kompakt

„In kleinen und mittelständischen Unternehmen erfreut sich Factoring als moderne Form der Unternehmensfinanzierung zunehmend an Beliebtheit“, das berichtet DIE WELT in ihrer Print-Kompakt-Ausgabe vom Juli dieses Jahres. Hier der gesamte Artikel im Wortlaut:

Die Finanzierungsdienstleistung Factoring befindet sich nach wie vor im Aufwärtstrend: Um satte 8,4 Prozent auf 113,25 Mrd. Euro konnten die Umsätze der Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbandes bereits im ersten Halbjahr dieses Jahres gesteigert werden. Die Kundenzahlen der Verbandsmitglieder stiegen um über 70 Prozent auf nunmehr 35.500. Laut Deutschem Factoring-Verband sind davon 91 Prozent kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs). Bundesweit nutzen bereits 15 Prozent der KMUs den Verkauf von Forderungen als Finanzierungsform, wie der Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM) bekannt gibt.

Der fortlaufende Verkauf der Forderungen eines Unternehmens aus Warenlieferungen und Dienstleistungen gegen seine Kunden an ein Factoringinstitut überzeugt durch eine ganze Reihe an Vorteilen. Der hierzulande wohl bedeutendste ist der Aspekt der Vorfinanzierung. Die sofortige Umwandlung von bloßen Forderungen in Liquidität schließt die Liqiuditätslücke zwischen Rechnungsstellung und Bezahlung. Dieser planbare Mittelzufluss wird von einem Großteil der Factoring-Nutzer zur Wachstumsfinanzierung eingesetzt. Die erhöhte Liquidität verbessert zudem die Eigenkapitalqoute, und lang- oder mittelfristig auch die Bonität. Sie kann auch genutzt werden, um Schulden zu tilgen oder um Skonto bei Lieferantenrechnungen zu ziehen.

Dass die bankenunabhängige Finanzierungsalternative sich im Mittelstand wachsender Beliebtheit erfreut, basiert auch auf der Tatsache, dass sie umsatzkongruent ist und nicht an einer Kreditlinie endet. So passt sich der Liquiditätsbedarf flexibel an die Spitzen und Flauten des entsprechenden Business an. Auch müssen beim Factoring nicht die üblichen Banksicherheiten gestellt werden. Laut einer aktuellen, repräsentativen Studie des BFM gaben dann auch 57 Prozent der befragten Mittelständler an, dass sie bei der Liquiditätsbeschaffung gerne unabhängiger von ihren Banken wären.

Ein weiterer Vorteil von Factoring ist, dass es umfassenden Schutz vor Forderungsausfällen bietet. So übernimmt das Factoringinstitut beim echten Factoring das Risiko des Forderungsausfalls. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen ist dieser Ausfallschutz bedeutsam – laut BFM-Studie musste jedes fünfte KMU in Deutschland bereits größere Forderungsausfälle hinnehmen. Das unechte Factoring, bei dem das Ausfallrisiko beim Unternehmen verbleibt ist dagegen hierzulande kaum von Bedeutung. Übernimmt das Factoringinstitut auch das Forderungsmanagement, spricht man von Full-Service-Factoring. Administrative Aufgaben wie die Debitorenbuchhaltung, das Mahnwesen und das gesamte Inkasso outzusourcen, kann Fixkosten sparen und lohnt in jedem Fall einmal durchkalkuliert zu werden.

Die Zeiten, in denen Unternehmen ihre Forderungen verkaufen, wirtschaftliche Schwierigkeiten unterstellt werden, sind längst vorbei. Das Gros der Factor-Nehmer ist wachstumsorientiert und benötigt dafür Planungssicherheit. Dass es dennoch Vorbehalte gegenüber dieser flexiblen Finanzierungsalternative gibt, ist eher fehlendem Wissen zuzuschreiben. So hält laut BFM-Studie „mangelnde Vertrautheit“ 75 Prozent der Entscheider in KMUs davon ab, Factoring einzusetzen.

FAKTEN

Vorteile des Factoring

  • schnelle und planbare Liquiditätsbeschaffung
  • Flexibilität durch umsatzkongruentes Prinzip
  • Schutz vor Forderungsausfall
  • Zeitersparnis & Fixkostensenkung durch Outsourcing des Forderungsmanagments

(aus: DIE WELT kompakt vom 23. Juli 2018)

 

 

 

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