TÜV Prüfungstermine: Wackelt das Monopol?

Im Südwesten nehmen die Probleme beim TüV kein Ende. Der Druck wächst.

Wie Fahrschulen aus leidvoller Erfahrung wissen, hat der TÜV Süd aufgrund einer neuen Software weiterhin Probleme, zeitnahe Prüfungstermine zu vergeben. Dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg scheint nun die Geduld auszugehen: Es setzte dem TÜV unmissverständlich eine Frist bis zum Jahresende – bis dahin muss wieder alles im Lot sein.

Weil beim Verkehrsministerium BaWü viele Beschwerden eingingen – darunter auch eine massive des BDFU – mussten Vertreter des TÜV Süd am 26. September zum Rapport erscheinen. Auch die Fahrlehrerverbände waren zu diesem Termin eingeladen. Der BDFU war durch Erich Trugenberger und Rainer Zeltwanger vertreten. Der Fahrlehrerverband BaWü durch Jochen Klima und Ralf Nicolai. Das Ministerium setzte bei diesem Treffen die Vertreter des TÜVs stark unter Druck und forderte sie auf, die Probleme bis Ende des Jahres zu beheben, das Beschwerdemanagement zu verbessern und künftig Prüftermine, die nicht in Anspruch genommen werden, kurzfristig an andere Fahrschüler zu vergeben. Der BDFU forderte, dass die Wartezeiten sowohl für die theoretische, als auch für die praktische Prüfung maximal 2 Wochen betragen darf.

Um Abhilfe zu schaffen kündigte Ministerialdirektor Prof. Dr. Uwe Lahl zudem an, dass Fahrlehrer, über eine Ausnahmegenehmigung, innerhalb von drei Monaten zu Fahrerlaubnisprüfern ausgebildet werden können, ohne dass sie einen Meistertitel vorweisen müssen. Positiv überrascht hat seine Drohung, über den Bundesrat eine Initiative zur Abschaffung des TÜV-Monopols einzubringen, sollte sich bis Ende des Jahres nichts an der Situation ändern. Dass er es für keineswegs unrealistisch hielt, hierfür eine Mehrheit zu organisieren, sorgte bei den Vertretern des TÜVs dann doch für Nervosität.

(wörtliche Übernahme einer Pressemitteilung des BDFU vom 8.10.2018)

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