Pleite! Mehr Privatinsolvenzen

Die Zahl der Privatinsolvenzen steigt sprunghaft. Experten erwarten für das Jahr 2021 eine Verdopplung der privaten Pleitefälle.

In den ersten drei Monaten des Jahres sind die Privatinsolvenzen in Deutschland um 56,5 Prozent gestiegen. Es ist der erste Anstieg dieser Pleitefälle nach zehn Jahren. Das Wirtschaftsauskunft-Unternehmen Clifbürgel geht für das Gesamtjahr 2021 von einer Verdopplung der Fallzahlen aus. In absoluten Zahlen: 110.000 Privatinsolvenzen am Ende dieses Jahres.

Beim plötzlichen Anstieg spielt die Corona-Pandemie eine untergeordnete Rolle. Crifbürgel-Geschäftsführer Dr. Frank Schlein erklärt: „Der deutliche Anstieg an Insolvenzen ist derzeit vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Privatpersonen letztes Jahr entsprechende Anträge zurückgehalten haben. Sie wollten von einer Gesetzesreform profitieren, die Betroffenen von Privatinsolvenzen künftig, statt wie bisher nach sechs, schon nach drei Jahren eine Restschuldbefreiung ermöglicht. Da diese Reform ein großer Vorteil ist, haben viele Antragssteller auf den entsprechenden Beschluss des Bundestages gewartet.“

Erst fürs zweite Halbjahr erwartet Dr. Schlein die Insolvenzen, die hauptsächlich von der Pandemie verursacht wurden. Er betont, dass die Situation nicht nur im Niedriglohnsektor für viele existenzbedrohende Ausmaße angenommen hat. Auch der mittlere Einkommensbereich sei betroffen, zum Beispiel durch Kurzarbeit. Viele Verbraucher verfügen bei gleichbleibenden Kosten über weniger Geld um ihren Verpflichtungen wie Kreditzahlungen, Mieten und Finanzierungen nachzukommen.

Bild: Danke an Nicholas Barbaros on Unsplash

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